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Vierjährige Beziehung – von Anfang an passt es sexuell nur ansatzweise (Achtung lang!)

10. September 2018 um 15:49

Liebe Forenmitgliederinnen,
ich bin ein Mann und wollte einmal die Meinung von Frauen zu dem Thema hören bzw. lesen, da ich aktuell einfach nicht mehr weiter weiß ... Zu den Fakten: Knapp 4 Jahren zusammen, fast 3 Jahre Fernbeziehung, seit ca. 12 Monaten in derselben Stadt, aber in getrennten Wohnungen (was wir beide noch so möchten). Wir beide sind etwas über 30. Nach wie vor glückliche Beziehung - mit intellektuellem Austausch, Unternehmungen, Urlauben, respektvollem Umgang und auch vielen Zärtlichkeiten. Wir sind vom Temperament verschieden: Sie ruhig, unabhängig, teilweise etwas eigenbrötlerisch und absolut mit sich im Reinen. Ich eher etwas aufgekratzt, mitunter etwas hyperaktiv (war früher sehr exzessiv, außer in sexueller Hinsicht, dazu gleich mehr), grüblerisch und häufig mit der Welt hadernd. Die Unterschiede erleben wir als sich gegenseitig ergänzend. Vorgeschichten: Ich hatte erst eine zweijährige Beziehung vor ihr, ansonsten zwei Affären über jeweils ca. 3 Monate und – da kein Typ für One-Night-Stands und überhaupt in Bezug auf Frauen eher schüchtern – auch erst 4 Sexualpartnerinnen inklusive meiner aktuellen Freundin. Sie hat in Punkto Beziehungen und Sexualität etwas mehr Erfahrung (eine 4jährige Fernbeziehung und davor eine dreijährige Jugendbeziehung, ansonsten 3-4 Affären) als ich gesammelt.

Und nun zum Problem: Seit Beginn der Beziehung passt es sexuell nicht ganz, zumindest sind das Gedanken, die mich immerzu begleiten. Wir hatten und haben nie einfach mal spontan Sex im Sinne des Übereinander-Herfallens. Ich habe zudem eine stark ausgeprägte Libido, würde gerne auch nach 4 Jahren mit ihr 3-4 Mal die Woche schlafen (also eigentlich immer, wenn wir uns sehen). Mir ist Sex offensichtlich wichtig, jedenfalls denke ich viel daran (vielleicht aber auch nur, weil ich mich nicht richtig ausgelebt habe?) und habe auch konkrete Vorstellungen in Bezug auf UNSEREN Sex (mal woanders als im Bett, spontane Quickies, alles aber nicht zu versaut). Sie hat keinerlei konkrete Vorstellungen, wie sie sagt, bei ihr sind das eher emotionale „Vorstellungen“, so ist es auch, wenn sie es sich selber macht. Wir haben übrigens ca. einmal die Woche Sex, manchmal auch nur alle zwei Wochen, dann wieder zweimal die Woche.

Auf jeden Fall stehe ich sehr auf sie. Kann sie gut riechen, sie mich auch. Allerdings bin ich einfach kein Verführer, war es nie und kann sie spontan einfach nicht erregen, dies hat sie in Gesprächen auch bestätigt. Ich versuche es auch kaum. Das heißt, es läuft meist ähnlich ab: Wenn sie bereit ist, legt sie sich zu mir ins Bett. Ich habe ja dann meist schon ein paar Tage darauf gewartet und bin dann irgendwie aufgeregt, dass es jetzt auch ja ganz toll wird und alles reibungslos funktioniert. Was wiederum häufig, aber nicht immer, dazu führt, dass ich tollpatschig und nicht intuitiv bin, was dann manchmal etwas Krampfiges hat. Sie artikuliert dann auch durchaus: „Nicht so fest“, „das tut etwas weh“ oder auch ihr Wohlempfinden, wenn es passt. Verunsichert mich dabei aber in der Regel und treibt meine Gedankenspirale weiter an. Ich denke die ganze Zeit, dass ich nicht „gut genug bin“, dass ihr und auch mir etwas Wesentliches fehlt und spreche das auch regelmäßig an. Sie sagt, dass es nun einmal unsere Art ist, miteinander sexuell zu interagieren, und findet es zwar ab und zu schade („das streift meine Gedanken nur ab und zu“, so ihre Worte), dass es uns nie überrollt und intuitiv ergibt. Aber sie kann damit leben und würde daraus keinen großen Hehl machen, da es wichtigere Dinge für sie gibt als ein übermäßig intensives Sexleben. Ich bin also immer derjenige, der es zur Sprache bringt. Sie wiederum macht es sehr traurig, dass ich nicht einfach mal „alles gut sein lassen kann“. Ich würde das so so so gerne, hänge sehr an unserer Beziehung und frage mich nach wie vor, warum ich von diesem Punkt ausgehend immer wieder die ganze Beziehung in Frage stelle. Es sind wohl meine Erwartungen an eine „perfekte Beziehung“, die es ja ohnehin wohl nicht gibt.

Was nun eigentlich meine konkrete Frage ist, ist schwer zu sagen: Ich frage mich, ob es hier Personen gibt, die etwas Ähnliches erlebt haben? Ob es einfach in Ordnung ist, wenn man in Punkto Sex nicht die höchsten Gipfel erklimmt, aber dafür eine zärtliche, respekt- und liebe volle Beziehung führt. Schließt sich beides zugleich vielleicht sogar aus? Auf jeden Fall tut es gut, sich das von der Seele zu schreiben. Vielen Dank an alle, die gelesen haben! Robinson
 

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10. September 2018 um 15:59

Das hätte ich noch erwähnen sollen: Das gab und gibt es alles auch heute noch, Blowjobs (eher selten), Cunnilingus, da steht sie sogar drauf, jedenfalls ab und zu. Danke für die Frage!

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10. September 2018 um 16:04

Und nein, viel Sex hatten wir von Anfang nicht, auch aufgrund der Fernbeziehung. Höchstens einmal am Tag, wenn wir uns gesehen haben. Was ungefähr jedes Wochenende war ...

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11. September 2018 um 8:23
In Antwort auf robinson

Liebe Forenmitgliederinnen,
ich bin ein Mann und wollte einmal die Meinung von Frauen zu dem Thema hören bzw. lesen, da ich aktuell einfach nicht mehr weiter weiß ... Zu den Fakten: Knapp 4 Jahren zusammen, fast 3 Jahre Fernbeziehung, seit ca. 12 Monaten in derselben Stadt, aber in getrennten Wohnungen (was wir beide noch so möchten). Wir beide sind etwas über 30. Nach wie vor glückliche Beziehung - mit intellektuellem Austausch, Unternehmungen, Urlauben, respektvollem Umgang und auch vielen Zärtlichkeiten. Wir sind vom Temperament verschieden: Sie ruhig, unabhängig, teilweise etwas eigenbrötlerisch und absolut mit sich im Reinen. Ich eher etwas aufgekratzt, mitunter etwas hyperaktiv (war früher sehr exzessiv, außer in sexueller Hinsicht, dazu gleich mehr), grüblerisch und häufig mit der Welt hadernd. Die Unterschiede erleben wir als sich gegenseitig ergänzend. Vorgeschichten: Ich hatte erst eine zweijährige Beziehung vor ihr, ansonsten zwei Affären über jeweils ca. 3 Monate und – da kein Typ für One-Night-Stands und überhaupt in Bezug auf Frauen eher schüchtern – auch erst 4 Sexualpartnerinnen inklusive meiner aktuellen Freundin. Sie hat in Punkto Beziehungen und Sexualität etwas mehr Erfahrung (eine 4jährige Fernbeziehung und davor eine dreijährige Jugendbeziehung, ansonsten 3-4 Affären) als ich gesammelt.

Und nun zum Problem: Seit Beginn der Beziehung passt es sexuell nicht ganz, zumindest sind das Gedanken, die mich immerzu begleiten. Wir hatten und haben nie einfach mal spontan Sex im Sinne des Übereinander-Herfallens. Ich habe zudem eine stark ausgeprägte Libido, würde gerne auch nach 4 Jahren mit ihr 3-4 Mal die Woche schlafen (also eigentlich immer, wenn wir uns sehen). Mir ist Sex offensichtlich wichtig, jedenfalls denke ich viel daran (vielleicht aber auch nur, weil ich mich nicht richtig ausgelebt habe?) und habe auch konkrete Vorstellungen in Bezug auf UNSEREN Sex (mal woanders als im Bett, spontane Quickies, alles aber nicht zu versaut). Sie hat keinerlei konkrete Vorstellungen, wie sie sagt, bei ihr sind das eher emotionale „Vorstellungen“, so ist es auch, wenn sie es sich selber macht. Wir haben übrigens ca. einmal die Woche Sex, manchmal auch nur alle zwei Wochen, dann wieder zweimal die Woche.

Auf jeden Fall stehe ich sehr auf sie. Kann sie gut riechen, sie mich auch. Allerdings bin ich einfach kein Verführer, war es nie und kann sie spontan einfach nicht erregen, dies hat sie in Gesprächen auch bestätigt. Ich versuche es auch kaum. Das heißt, es läuft meist ähnlich ab: Wenn sie bereit ist, legt sie sich zu mir ins Bett. Ich habe ja dann meist schon ein paar Tage darauf gewartet und bin dann irgendwie aufgeregt, dass es jetzt auch ja ganz toll wird und alles reibungslos funktioniert. Was wiederum häufig, aber nicht immer, dazu führt, dass ich tollpatschig und nicht intuitiv bin, was dann manchmal etwas Krampfiges hat. Sie artikuliert dann auch durchaus: „Nicht so fest“, „das tut etwas weh“ oder auch ihr Wohlempfinden, wenn es passt. Verunsichert mich dabei aber in der Regel und treibt meine Gedankenspirale weiter an. Ich denke die ganze Zeit, dass ich nicht „gut genug bin“, dass ihr und auch mir etwas Wesentliches fehlt und spreche das auch regelmäßig an. Sie sagt, dass es nun einmal unsere Art ist, miteinander sexuell zu interagieren, und findet es zwar ab und zu schade („das streift meine Gedanken nur ab und zu“, so ihre Worte), dass es uns nie überrollt und intuitiv ergibt. Aber sie kann damit leben und würde daraus keinen großen Hehl machen, da es wichtigere Dinge für sie gibt als ein übermäßig intensives Sexleben. Ich bin also immer derjenige, der es zur Sprache bringt. Sie wiederum macht es sehr traurig, dass ich nicht einfach mal „alles gut sein lassen kann“. Ich würde das so so so gerne, hänge sehr an unserer Beziehung und frage mich nach wie vor, warum ich von diesem Punkt ausgehend immer wieder die ganze Beziehung in Frage stelle. Es sind wohl meine Erwartungen an eine „perfekte Beziehung“, die es ja ohnehin wohl nicht gibt.

Was nun eigentlich meine konkrete Frage ist, ist schwer zu sagen: Ich frage mich, ob es hier Personen gibt, die etwas Ähnliches erlebt haben? Ob es einfach in Ordnung ist, wenn man in Punkto Sex nicht die höchsten Gipfel erklimmt, aber dafür eine zärtliche, respekt- und liebe volle Beziehung führt. Schließt sich beides zugleich vielleicht sogar aus? Auf jeden Fall tut es gut, sich das von der Seele zu schreiben. Vielen Dank an alle, die gelesen haben! Robinson
 

Wieso wohnt ihr denn nicht endlich mal zusammen, ihr seid schon ueber 30? Will man denn nicht bei seinem Partner sein? Auf was wartet ihr? Das man sich nach einem Streit in seine Wohnung zurueckziehen kann? Das man sich dem gemeinsamen Alltag entziehen kann?
Das waere das Erste was mich stoert denn da stimmt schonmal etwas nicht.
Wenn du es ihr nicht gut genug machst dann soll sie dir aber auch sagen wie es richtig geht, klar das du verunsichert bist. Ich frage mich wie sie ihre vorherigen Beziehungen gelebt hat dann wenn sie eher der ruhige Typ ist und dir somit nicht sagen kann was nicht passt dann wird's wohl nicht die Richtige sein.

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