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Suche Rat...bin sehr verzweifelt

27. Oktober 2012 um 23:06

Hallo ihr Lieben,

ich bin ja eigentlich kein Freund von einfach wild im Internet drauf los zu schreiben aber im Moment bin ich doch ziemlich verzweifelt...
Weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll... ich hoffe einfach, dass sich jemand die Mühe macht das ganze zu lesen.

Ich bin weiblich, 26 Jahre alt und weiß seit ich 15 bin, dass ich lesbisch bin.
Das Problem an der Sache ist, dass ich was zwischenmenschliche Beziehungen angeht, immer und immer wieder enttäuscht wurde, bis ich mich immer mehr verschlossen habe. Menschen haben mich ausgenutzt, enttäuscht, verarscht, benutzt usw. - und weil ich den falschen Menschen vertraut habe, wurde mein Traum(-beruf) zum Albtraum. Ich musste die Ausbildung aufhören und studiere jetzt.
Erst habe ich es gar nicht gemerkt, aber die letzten Jahre wurde mir bewusst, dass ich eigentlich keine Freunde mehr habe, zumindest keine, denen ich wirklich vertraue. Meine beste Freundin habe ich vor zwei Jahren verloren...
Man denkt immer, wenn jemand sagt, dass er alleine da steht, dass das nicht sein kann, doch es ist so.
Mir geht im Moment echt ziemlich beschissen aber ich habe niemandem, mit dem ich drüber reden kann.
Ich bin 26, habe noch nie wirklich mit einer Frau geschlafen und sehne mich so sehr nach ein bisschen Zuneigung, Wärme, Halt usw. - ist das denn zu viel verlangt? Klar gibt es immer mal wieder Frauen, bei denen ich mir denke, dass sie mir gefallen würde aber meistens sind es keine Lesben und auch wenn es welche wären, und auch wenn sie sich für mich interessieren würde, weiß ich nicht, ob ich mich öffnen könnte. So stehe ich immer alleine da...
Mein Traum vom Leben ist einfach so zerplatzt, von einer auf die andere Sekunde. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass viel mehr dahinter steckt, als der Beruf, den ich niemals mehr ausüben kann. Ich habe dadurch ich auch verloren... das Selbstwertgefühl, das Selbstbewusstsein, die Freude am Leben,...
Ich habe vor zwei Jahren neue Kraft geschaffen, woher auch immer, habe das Studium angefangen und bin jetzt durch eine Prüfung gefallen, die ich erst im Frühjahr wieder machen kann. Klar denkt sich jeder, mein Gott was hat denn die, es ist ja nur das eine Semester, aber auch da steckt mehr dahinter. Ich fühle mich so verdammt nutzlos auf dieser Welt. Was habe ich denn in meinem Leben bisher geleistet? Rein gar nichts... es gibt wenige Menschen, vielleicht abgesehen von meiner Familie, denen ich was bedeute.
Und dann passiert immer wieder das gleiche ( nicht, dass das so oft vorkommt)...dann gibt es hin und wieder eine Frau, die mir gefällt. Im Moment ist es die Schreinerin von meiner Mama, die im Moment unsere Renovation macht.
Anfangs war dieses Gefühl für sie noch gar nicht da, doch je öfter wir uns gesehen haben, desto mehr hat sie mich fasziniert. Ihr Art, ihr Aussehen, was sie macht, wie sie Dinge macht usw.
Aber sie ist fast doppelt so alt wie ich, ist verheiratet, hat zwei Kinder. Mir ist klar, dass ich da keine Chance habe aber ich habe ihr dennoch Mails geschrieben - unter einem anderen Namen. Sie hat dann geantwortet, erst ein Mal, dass sie im Moment so viel zu arbeiten hat und dass sie meine Worte sehr berührend findet aber nicht weiß, wie sie damit umgehen soll oder was ich von ihr erwarte.
Ich habe ihr wieder geantwortet, dass ich sie einfach gerne kennenlernen würde, um dahinter zu kommen, ob sie der Mensch ist, von dem ich glaube, dass sie ist. Ich habe ihr auch gesagt, dass der Absender der Mail nicht mein wahrer Name ist aber dass ich ihr nicht sagen kann, wer ich wirklich bin, noch nicht. Ich weiß, dass sie die Mails gelesen hat und ich habe sie gebeten, mir zu antworten aber da kommt nichts mehr... gefühlte 1000 Mal am Tag aktualisiere ich meinen Mail Account, doch da passiert nichts.
Ich weiß dass ich ihr nicht unsympathisch bin und sie hat mir sogar auch extra schon schöne Grüße über meine Mama ausrichten lassen aber das hat alles nichts zu bedeuten, schon klar.
Ich frage mich, ob ich ihr sagen soll, wer ich bin? Was würde es ändern? Sie wird noch öfter bei uns sein und wir werden uns dann auch oft sehen...
Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Mir ist klar, dass es zu nichts führt und trotzdem musste ich ihr schreiben. Ich denk so viel an sie und sie fehlt mir. Auch wenn es nur eine Phase ist über die ich vielleicht schon bald lachen werde, macht es mich im Moment verrückt.

Aber es steckt viel mehr dahinter, als all das. Seit Jahren staut sich immer mehr und mehr an und ich habe das Gefühl, dass mein Leben mir aus den Händen gleitet und ich nicht mehr bestimmen kann, was denn überhaupt passiert.

Mir fehlt jemand, mit dem ich reden kann, so wie mit meiner Ex-besten Freundin, deshalb diese verzweifelte, lächerliche Post hier.

Wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, das alles zu lesen, wäre es echt lieb, wenn er/sie vielleicht noch ein paar ratsame Worte hätte.

Ich danke euch!




28. Oktober 2012 um 21:40

...
Danke euch erstmal, dass ihr euch die Mühe gemacht habt!

@Sapphus: Deine Geschichte klingt einerseits sehr traurig und doch hat sie ein Happy End genommen. Ich gönne es dir wirklich, denn ich kann glaube ich sehr gut nachvollziehen, wie du dich gefühlt hast, so alleine usw.
Die Stadt, ind er ich studiere, sit auch nicht meine Heimatstadt. Es ist sogar ein anderes Land... obwohl es nur von Ö nach D ist .
Meine Studienstadt hat sehr wohl viele Lesbenbars, Cafes usw. aber ich weiß auch nicht, ich schaff es nicht da hn zu gehen, denn das kommt mir so erzwungen vor.
Ich träume ja immer noch davon, dass ich meiner zukünftigen Partnerin einfach so über den Weg laufe ( wobei das wohl ziemlich naiv ist). Aber ich will sie sehen und sagen: Das ist sie! Meistens ist das bei mir aber nur mit Heterofrauen so... so wie bei der Schreinerin, obwohl das ein bisschen übertrieben gesagt ist.
Aber sie hat etwas an sich was mich fasziniert, was sie besonders macht und ich würde einfach nur gerne ein bisschen Zeit mit ihr verbringen, sie kennenlernen... aber sie könnte meine Mutter sein, von daher ist das alles totales Wunschdenken bzw. kann ja gar nicht gut gehen.
Es ist nur irgendwie auch so, dass ich mich wie der letzte Trottel fühle. Ich bin 26 und nichts läuft so wie es sollte. Ich bin mind. bis ich 30 bin von meinen Eltern finanziell abhängig; habe bisher nur Geld gekostet, nichts geleistet und bin eigentlich total nutzlos und überflüssig.
Klar studiere viele mit mir, die in meinem Alter oder noch älter sind und demzufolge in deiner gleichen Situation aber die nehmen das viel lockerer. Ich hab früher Leistungssport gemacht und bin halt ein sehr leistungsorientierter Mensch...

@sunnesching:
Stimmt, es ist Chaos in meinem Kopf. Täglich gehen mir eine Million Gedanken durch den Kopf was diese eine Frau betrifft und das macht einen auf Dauer fertig.
Mir ist klar, dass sie nichts für mich empfindet! Sie findet mich nett und sympathisch, denke ich. Das merkt man auch, wie sie mit mir umgeht usw. aber mehr ist da nicht.
Du sagst ich wäre jung... hm, das mag schon sein aber irgendwie kommt mir das gar nicht so vor. Durch das alles was in meiner Vergangenheit passiert ist, habe ich mich immer mehr verschlossen. Sollte ich eine Frau kennenlernen, die sich jemals für mich interessiert, hätte ich Angst davor mich zu öffnen.
Irgendwie macht es mir auch zu schaffen, dass ich eigentlich noch nie so richtig mit einer Frau geschlafen habe. Mit meiner besten Freundin hatte ich eine Art Affäre aber sie hat mich bei ihr nie ganz ran gelassen...
Mein Traumberuf? Ich war bei der Lufthansa in der Ausbildung zur Pilotin.

@imwintereinjahr:
Ich selber habe kein Problem damit, dass ich lesbisch bin. Ich weiß es nun schon über zehn Jahre und habe mich mittlerweile daran gewöhnt . Da hast du mich diesbezüglich vielleicht falsch verstanden.
Ich kann mich nur nicht mögen, weil ich mir eben absolut nutzlos vorkomme. Denn wie oben schon geschrieben, ich koste nur Geld und bringe keine Gegenleistung. Mir ist aber auch klar, dass mich niemand mögen/lieben kann, wenn ich mich selber nicht mag. Und so ist es leider.
Manchmal hört man von Geschichten, wo eine verheiratete Frau ihre Beziehung aufgibt, um mit ihrer neuen Liebe ( einer Frau) neu anfängt. Aber das wird hier nicht der Fall sein...da fällt es mir auch nicht schwer realistisch zu sein. Ihre Kinder sind vielleicht ein paar Jahre jünger wie ich und sie ist fast doppelt so alt wie ich, könnte also meine Mutter sein.
Ich finde es einfach schade, dass ich auch bei ihr keine Chance bekommen habe, von Anfang. an. Ich bin dankbar über ihre erste Mail aber mindestens genauso traurig, dass sie danach überhaupt nicht mehr darauf reagiert hat.
Ich wollte ja auch gar nicht, dass das passiert... dass ich irgendein nicht genau definierbares Gefühl einer Frau gegenüber habe, zu der ich eigentlich gar keinen Bezug habe. Aber das Gefühl ist da und ich wünschte ich könnte es verdrängen aber es geht nicht.
Es macht mich nur traurig und stellt mir mein nutzloses, sinnloses und überflüssiges Dasein wieder vor Augen.


Danke euch!

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29. Oktober 2012 um 1:15

Kopf hoch...
Hey.
Du bist "erst" 26? Vergiss erst mal deine Lehrerin! Das wird nix. Geh nicht mit Gewalt auf die Suche. Du bist noch so jung, es ist noch so viel Zeit...
Ich zum Beispiel weiß erst seit ca. 10 Jahren das ich Bi bin. Eine Freundin (sie ist bi und ich wusste es nicht) hat mir damals die "Augen" geöffnet. Wir hatten auch ne Beziehung und diese ist vor etwa zwei/drei Jahren zerbrochen. Ich war am Boden zerstört und wollte mit Gewalt was Neues. Es hat mir einfach was gefehlt... Gefunden hab ich natürlich nichts. Klar hab ich immer den Frauen hinterher geschaut und gesagt: ja, das ist sie. Aber gefunkt und geklappt hat es nicht.
Ich wohne in einem kleinen Ort, der vielleicht (höchstens) 1000 Einwohner hat, hier ist die Chance, die Richtige zu treffen doch eher klein, oder? Ich dachte immer, ich muss raus in große Städte, da hab ich die Chance... Quatsch... Ich habe wohl lange drauf warten müssen und habe lange meiner alten Liebe hinterher getrauert, aber vor etwa 2 Monaten hat es gefunkt - ich habe tatsächlich hier in unserem Ort eine Frau gefunden, die auf meiner Wellenlänge schwimmt. Hätt ich nie gedacht! Ich schwebe sozusagen auf Wolke sieben und bin überglücklich.

Jetzt wieder zu dir. Lass die Zeit für dich arbeiten. Ich weiß ja nicht, wo du zu Hause bist, welche Möglichkeiten du hast, aber versuch nichts zu erzwingen. Geh aus, treff dich mit Freunden, besuche diverse Bars - du hast den Mut, glaub mir. Es ist nur ein kleiner Schritt... Und wenn du dich in einer "Bar" unwohl fühlst, da ist ne Tür, wo du reingekommen bist, da kann man dann auch wieder raus. Oder?

Ich wünsch dir alles Gute und vielleicht hab ich dir auch ein bissel helfen können...

GLG

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5. November 2012 um 18:10

Antwort verschwunden?
Hier steht, dass ich zwei neue Nachrichten auf meinen Post hier habe, kann sie aber leider nicht sehen/finden.
Vielleicht wären die User so nett und würden es nochmal reinkopieren oder so.
Danke.

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