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Suche Hilfe Freundin hat keine Lust auf Sex

1. August 2013 um 1:01

Hallo Community,

Ich weiß leider nicht an wen ich mich hiermit wenden soll, daher hoffe ich Ihr können mir weiterhelfen.
Kurz zu meiner Situation, ich bin männlich, 25 und meine Freundin ist 23. Wir sind seit 7 Jahren zusammen. Sie hat 3 Jahre eine Hormonspritze bekommen, nachdem sich herausstellte das diese
ungeeignet war, hat sie wieder die Pille bekommen. Doch nachdem sie ca. 1 Jahr die Spritze bekommen hat, entstanden ziemliche Probleme was den Sex betrifft. Dies führt auch des Öfteren zum Streit, weshalb
sie meist sehr genervt darauf reagiert.

Doch nach weiteren Gesprächen kamen wir zu der Theorie dass es eventuell an der Spritze bzw. den Hormonen liegen könnte. Sie beschwerte sich über komplette
Unlust seit sie die Spritze bekommen hat. Daraufhin kamen wir zu dem Entschluss die Pille abzusetzen und zu schauen was passiert. Sie fühlt sich auch permanent von mir unter Druck gesetzt obwohl
ich da sehr verständnisvoll bin und sie kaum (1-2-mal in 2 Wochen) darauf anspreche. Was sie wiederrum sehr unter Druck stellt.
Ich versuche sehr auf sie einzugehen damit ich sie nicht unnötig unter Druck setzte.
Doch leider sind die Gespräche die ca. alle 6 Wochen stattfinden sehr schwierig.
Sobald ich auch nur anfange darüber zu reden, beginnt sie sich zu verteidigen obwohl ich sie keineswegs angreife. Ich versuche in dem Moment einfach nur zu erfahren was ich tun kann um ihr zu
helfen. Aber ihr fällt es sehr schwer da offen drüber zu sprechen, daher unternehme ich nun den Schritt und versuche mich darüber zu informieren.

Ich habe ihr auch schon vorgeschlagen, dass sie mit einem Frauenarzt darüber zu sprechen sollte aber dies ist ihr peinlich. Nun weiß ich leider nicht was ich noch tun kann damit wir dieses Problem lösen können. Denn langsam leidet die Beziehung darunter.
Es reicht ihr mittlerweile schon dass sie mich anschaut und sich dadurch selbst unter Druck stellt, obwohl ich das keinesfalls tue. Die Theorie mit den Hormonen klang ganz nachvollziehbar aber
ich weiß nicht ob die Hormone auch dafür eine Erklärung liefern. Ich weiß nun leider nicht weiter und was wir nun für Möglichkeiten haben.
Könnte es möglich sein das dies alles Nebenwirkungen der Hormone sind?
Ich finde auch keine Antwort, wie lange eine solche Hormonbehandlung braucht bis sie sich normalisiert hat.
Oder ob es vielleicht Möglichkeiten gibt den Körper beim "entgiften" zu unterstützen.

Wir lieben uns sehr und führen bis auf diese Sache auch eine recht harmonische Beziehung aber das belastet uns nun schon 3 Jahre.
Da es Ihr auch schwer fällt mit mir oder sonst wem darüber zu reden, weiß ich einfach nicht was wir/ich noch machen können. Sie gibt sich auch Mühe die meisten Vorschläge von vorne herein zu verurteilen.
Ich hoffe wirklich dass mir/uns hier geholfen werden kann. Ich sagte ihr auch dass es wenig Sinn hat mit mir darüber zu reden denn, alles was ich sage sieht sie als Angriff und setzt Sie unter Druck.
Leider hat Sie keine Freunde oder so was mit denen Sie darüber sprechen kann/möchte.

Vielen Dank für jede hilfreiche Antwort.

lg DeeDee

1. August 2013 um 14:30

Ich da sehr verständnisvoll bin und sie kaum (1-2-mal in 2 Wochen) darauf anspreche. Was sie wiederr
Ist jetzt nicht gerade kaum darauf ansprechen und da ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich von dir unter Druck gesetzt fühlt. Wenn du nun geschrieben hättest einmal alle vier Monate, ok, aber in der Woche

"Doch leider sind die Gespräche die ca. alle 6 Wochen stattfinden sehr schwierig."

Wie passt das mit den 1-2 mal in 2 Wochen darauf ansprechen zusammen? Oder lässt sie nur alle 6 Wochen ein Gespräch diesbezüglich zu? Also ich frage das jetzt nur, weil das nicht so recht zur Aussage zuvor zusammen passt. Und es ja schon einen unterschied macht, ob man nun alle zwei Wochen das Thema anschneidet oder eben nur alle 6 Wochen. Wobei auch letzteres nerven kann, wenn einem selbst die Hände gebunden sind und das ist bei deiner Freundin ja derzeit der Fall.

Und zu den Hormonen. Das wird sogar sehr wahrscheinlich damit zusammen hängen und wenn es ganz blöd läuft und deine Freundin Pech hat, dann kann es sogar sein, dass sich ihre Libido davon nie wieder erholen wird.

Es ist mittlerweile erwiesen, dass sich durch die Pilleneinnahme, bei den Frauen die unter Libidoverlust leiden, sich dieser nie wieder auf das Ausgangsniveau erholt. Zwar erlangen die betroffenen Frauen ihre Lust wieder, aber diese ist nicht mehr so extrem, wie es ursprünglich ohne gewesen wäre. Der Grund dafür ist dass durch die Pille eine abnorm hohe Blutkonzentrationen des Eiweiß-Körpers SHGB entsteht, welches das Testosteron bindet und dessen Wirkung blockiert. Das Testosteron ist allerdings für die sexuelle Lust verantwortlich. Sprich je mehr Testosteron gebunden wird, desto weniger wird die Libido der Frau. In einer Studie konnte gezeigt werden dass die Konzentrationen des Testosteron-bindenden SHBG bei den Pillenkonsumentinnen zwischen 300 und 700 Prozent erhöht waren.

Und das beste kommt dabei noch. Als die Pille abgesetzt wurde, hat man bei diesen Probandinnen feststellen müssen, dass sich die SHGB-Konzentration auf einen recht hohem Niveau stabilisert hat, statt wie angenommen, sich auf das Ausgangsniveau zu senken.

Für Frau bedeutet das, sie bekommt zwar wieder Lust, aber nie wieder im selben Maße, wie sie ohne fähig gewesen wäre. Aber da die Wenigsten wissen, wie ihre Lust im normalen Zustand ausgesehen hat, fällt das nicht groß auf, immerhin kann man sich das Produkt hier schon 14 verschreiben lassen und die Meisten scheren sich dabei wenig um die Nebenwirkungen.

"Ich finde auch keine Antwort, wie lange eine solche Hormonbehandlung braucht bis sie sich normalisiert hat. "

Normalisieren im Sinne des Erreichens des Ausgangsniveau wird kaum möglich sein, da die SHGB-Konzentration nie wieder in das Ausgangsniveau zurück fällt.

Aber wenn man unter normalisieren nur versteht, bis ihre Lust zurück kehrt, dann kann das bis zu einem Jahr problemlos oder wenn es ganz blöd läuft noch länger im Extremfall dauern. Das kommt ganz darauf an, wie lange ihr Körper dem ausgesetzt war und wie stark die SHGB-Konzentration bei ihr angestiegen ist. Dann kommt es natürlich mit darauf an, wie schnell sich die Konzentration wieder senkt und wo sie sich einpendelt.

Deine Freundin könnte übrigens mittels einer Blutennahme und den hinweis, dass die SHGB-Konzentration kontrolliert werden soll, überprüfen lassen, ob das die Quelle eurer Probleme ist. Ebenfalls würde man dann auch konkret wissen um wieviel die Konzentration erhöht ist. Außerdem könnte man mit regelmäßigen Untersuchungen ebenfalls prüfen um wieviel er sich senkt und wie schnell dies voranschreitet. Das hätte wenigstens den Effekt, dass deine Freundin sich selbst nicht komplett hilflos dem ausgesetzt fühlt und auch weiß, dass sie dafür selber eigentlich nichts kann. Im Ernstfall könnte man vielleicht mit den Daten den Hersteller auf Schmerzensgeld oder so verklagen. Zumindest würde ich an ihrer Stelle mal einen Anwalt konsultieren, denn eine evtl. lebelnslange Asexualität, die durch ein hromonelles Präparat zugefügt wurde, klingt schon sehr nach Körperverletzung. Aber da kommt es vermutlich mit darauf an, wie gut die Aufklärung des Arztes war und ob es überhaupt möglich ist, gegen den Pharamkonzern vor zu gehen, da es ja als Nebenwirkung aufgelistet ist. Allerdings eben nicht in dem Maße, dass Frau sich bewusst ist, dass sie auf Dauer schaden davon nehmen könnte.

Dann gibt es da noch ein weiteres Problem. Da du mittlerweile Druck auf sie ausübst, denn sie empfindet es nun mal als solchen, wirkt sich das nun zusätzlich negativ auf eure Beziehung aus.

Wenn du nicht höllisch aufpasst, pendelt sich ihre Libido zwar wieder ein, aber du hast dir auf lange Sicht jegliche Sexualität mit ihr versaut. Denn Frauen reagieren sexuell generell sehr empfindlich auf Disharmonien in der Beziehung. Und Druck ist generell alles andere als förderlich für die Lustentwicklung, sonder bewirkt in der Regel das genaue Gegenteil.

Tun kannst du nur eines, abwarten und Tee trinken. Das ist bitter, aber versuch dich mal in ihre Lage zu versetzten, wie schlimm es für sie sein muss, evtl. auf Dauer nie wieder Lust empfinden zu können und das nur weil sie die Nebenwirkungen nicht vertragen hat. Das letzte was man da braucht ist einen Partner, der einem ständig mit dem Thema auch noch zusätzlich belastet. Das du darunter leidest ist klar und verständlich.

Aber stell dir mal vor deine Lust ist von heut auf morgen weg und das nur weil du dein Verhütungsmittel nicht vertragen hast. Das einzige was du aktiv tun kannst ist warten. Immer mit der Angst, dass du nie wieder Lust empfinden wirst und dann, als wäre das ja nicht schon schlimm genug, diese Angst zu haben und nichts tun zu können, wird man regelmäßig vom Partner darauf angesprochen. Man sieht es geht ihm damit irgendwie nicht gut, nur tun kann man eben auch nichts. Irgendwann schleicht sich vielleicht auch noch die Angst ein, wenn der Zustand sich nicht mehr ändert, wird man von dem Menschen den man liebt verlassen, was nur zu noch mehr Angst und auch zu einer enormen Last wird. Da staut sich auf einen Schlag enorm viel Druck zusammen, der eben auch mit an einem selbst liegt, da man ja den Partner nicht verlieren will.

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1. August 2013 um 14:37

...
"Humanistisch, scheint mir, dass Eure Beziehung eine schwere Krise durchmacht"

Das Problem daran ist, dass diese schwere Kriese generell in Beziehungen auftaucht, wenn die Frau dank ihres Verhütungsmittels ihre komplette Lust verloren hat.

Man sollte die psychische Belastung, die bei einem Libidoverlust einhergeht, für die Beteiligten (betrifft schließlich auch den Partner) nicht unterschätzen und daran ist schon so manche Beziehung zerbrochen.

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1. August 2013 um 16:23

Ja die Hormone
Die Hormone die in Verhütungsmitteln eingesetzt werden senken zu meist die Libido der Frau von ein wenig bis total. Also ja es kann sein.

Aber wenn du sie 1 - 2 x die Woche darauf ansprichst wird es auch nicht besser werden, dass ist nämlich das was du auf keinen Fall > Sie unter Druck setzen. Das ist so als würde sie dich 1 - 2 x die Woche fragen warum sie denn nur alle paar Male einen Orgasmus bekommt. Damit würde sie dich in Frage stellen und das das tust du anders herum auch.

Ich weiß dass es nicht leicht ist mit dem Gyn darüber zu reden, aber da muss sie sich zu aufraffen. Nimmt sie denn noch Hormone irgendwelcher Art? Nimmt sie andere Medikamente die das ganze schwächen könnten?

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1. August 2013 um 16:24

...
"ist es dann vielleicht zuviel verlangt, aus LIEBE zumindest ab und zu das zu tun, was tausende von frauen tag für tag für geld tun: dem anderen lust bereiten, ohne selber wirklich lust dabei zu empfinden?"

Nun ja, zum einen wird Frau bewusst nicht den Beruf Prostituierte gewählt haben. Daher ist es wohl anzunehmen, dass sie nicht sonderlich darauf steht, Sex zu praktizieren, wenn sie keinerlei Lust dabei empfindet und das eher als unangenehm eingestuft wird.

Zum zweiten bekommt sie, wenn sie sich aus Liebe zu ihrem Partner prostituiert, auch keine angemessene Vergütung. Und eine angemessene extrinsische Motivation wäre hier wohl durchaus angebracht, damit Frau so weit geht. Prostituierte üben ihren Beruf auch nicht aus reiner Nächstenliebe aus.

Was allerdings bei diesen nahe liegenden Gedanken auch gern vergessen wird, ist der Aspekt, dass Frauen die sich aus Liebe zu ihrem Partner prostituieren das mit dem Gefühl benutzt worden zu sein bezahlen und dabei spielt die Praktik keine Rolle.

"aber zumindest kurz- und mittelfristig viel zur entspannung der situation beitragen!"

Für den Mann ja, für die Frau nicht. Denn während Mann sich danach gut fühlt, hat Frau mit den Nachwirkungen zu kämpfen, die sie mit sich selbst austragen muss. Denn sie wird kaum zu ihrem Partner gehen können und ihm an den Kopf werfen können, dass sie sich gerade wie ein Vergewaltigungsopfer fühlt. dieser dürfte auf eine solche Ansage mit sehr wenig Verständnis reagieren, da ja seine Partnerin doch liebt. Leider hat Sex mit Lust zu tun und eben nicht nur ausschließlich mit Liebe. Sicher ist für manche die Liebe essentiell, aber man kann seinen Partner auch tief Lieben ohne Lust. Sex ohne Lust hingegen ist alles andere als schön, da die Wahrnehmung eine vollkommen andere ist.

Außerdem hat man hier noch das Problem, je öfter das passiert, desto stärker wird Sex bei der Frau mit etwas extrem negatives Verknüpft. Das wiederum hat zur Folge, dass zwar die Libido wieder irgendwann zurück gekehrt ist, aber leider die Lust auf den Sex mit dem Partner verschwunden ist. Das liegt dann aber nicht daran, dass man diesen weniger lieben würde, sondern einfach daran das man systematisch gelernt hat, dass der Sex mit dem Partner ein rein unangenehmes Ereignis ist. Und es ist nun mal etwas sehr natürliches, dass man als Mensch unangenehmen Reizen aus dem Weg geht.

Das würde als Konsequenz bedeuten, Frau verliert endgültig den Spaß am Sex (mit dem Partner) und prostituiert sich nur noch zur Liebe für diesen. Da sie es aber nicht von sich aus mag, erfolgen diese Event mit zunehmender Zeit immer seltener und Mann ist dann unglücklich, weil a) zu wenig Sex und b) Frau sichtlich Null Spaß daran hat, was dann auch zu einer schlechten Qualität führt.

Wenn das natürlich alles einem vollkommen egal ist, dann ist die temporäre Prostitution aus Liebe für den Partner eine gesunde Alternative. Aber solche Menschen sollten dann im Anschluss nicht jammern, dass ihr Partner endgültig keine Lust (im sexuellen Sinne) auf sie haben, denn das Problem ist an der Stelle hausgemacht.

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1. August 2013 um 20:22

...
"davon bin ich aber erst mal nicht ausgegangen. "keine lust haben" heist nicht zwangsläufig "etwas nicht mögen"

Wenn es an der SHGB-Konzentration liegt, was im Falle der Freundin des TE sehr wahrscheinlich ist, dann ist es allerdings so dass jegliche sexuelle Praktik als negativ empfunden wird, da auch beim Ausführen der Praktik keinerlei Lust und somit auch Spaß aufkommt. Das hängt damit zusammen, dass für den Spaß am Sex das Testosteron verantwortlich ist. Wird davon zuviel gebunden, dann ist es egal wie sehr die Frau ihren Partner liebt und wie innig die Beziehung zu diesem ist. Sie kann dann keinerlei positive Empfindungen beim Sex mehr spüren. Dann sind ihr diese körperlichen Zuwendungen einfach zuwider und können durchaus mit massiven negativen Emotionen einher gehen. Bedanken darf man sich an der Stelle beim Hersteller oder der guten Aufklärung des Arztes, der offensichtlich vergessen hat, darauf hinzuweisen, dass dies eine häufige Nebenwirkung ist und dabei dezent vergessen hat, was diese Nebenwirkung ganz konkret für Betroffene bedeutet. Aber vielleicht hat Frau das auch nur ignoriert, da man selbst niemals nie davon betroffen sein wird.

Es ist aber etwas vollkommen anderes, wenn die Libido eines Menschen vollkommen in Takt ist und dieser aus anderen Gründen, wie z.B. zuviel Stress, primär gerade mit anderen Dingen beschäftigt sein usw. keine Lust auf Sex hat.

Kommt es In einem solchen Fall zu sexuellen Handlungen, weil man vom Partner(in) dazu motiviert wurde, wird das anders empfunden, als wenn die Libido nicht mehr existiert. Denn in in einem solchen Fall hat man ja eigentlich grundlegend Lust und diese wird einfach beim aktiven ausüben der sexuellen Handlung wieder salient geschaltet. Und durch die Lust hat man dann auch Spaß an der Handlung und empfindet die Handlung als extrem positiv. Es gibt auch genügend lustlose Frauen, die dann nach wochenlanger Enthaltsamkeit, feststellen, dass es total Spaß gemacht hat und das könnte man ja durchaus öfter machen. Bei diesen Exemplaren ist aber die Libido nicht gestört, sondern das Konzept Sex durch andere Dinge in ihrem Alltag einfach verschüttet. Da Frauen nun mal auf sexueller Ebene anders funktionieren als Männer ist ja nicht neu und da kann Sex als solches durchaus mal in die Kategorie extrem unwichtig fallen. Und Mann steht dann vor einem ähnlichen Problem wie der TE. Nur das man hier eben anders Vorgehen kann und auch muss.

Nur ist es eben schwierig zu schauen, wo die Ursachen liegen. Wenn ein Partner wirklich unter einen Libidoverlust leidet - dafür kann er ja nichts - dann wäre wirklich das verkehrteste was man da machen kann, ihn zu irgendwelchen sexuellen Handlungen zu "zwingen". Das schadet der Beziehung mehr, als es ihr gut tut.

"ich bin davon ausgegangen, dass sex auch dann spaß machen kann, wenn man dem partner damit etwas gutes tut; sich sozusagen an seiner lust mitfreut. "

Also wenn wirklich die Libido gestört ist in dem Sinne, dass sie nicht mehr vorhanden ist, dürfte wohl jegliche sexuelle Handlung eher überfordern als einem in dem Moment Spaß machen.

Denn es ist ja doch so, dass gerade die Lust beim Sex unser Verhalten in dem Moment extrem steuert. So gesehen muss ein Mensch der gar keine Lust aufweist, sich zu jeder Minihandlung zwingen. Und mir fällt es irgendwie schwer zu glauben, dass aus echten empfunden Zwang Spaß entstehen soll.

Zumal es recht anstrengend sein dürfte, sich zu jeder einzelnen Handlung zu zwingen, dabei auch noch lüsternd auszusehen und so zu tun als hätte man gerade den Spaß seines Lebens, nur damit der Partner auf seine Kosten kommt. Mal ganz davon abgesehen, dass eine solche Person innerlich immer von dem Gedanken begleitet sein dürfte, wann ist er denn endlich mal fertig. Da Sex im Kopf anfängt, sieht es durch Zwangshandlungen für den Spaßeffekt auch eher schlecht aus.

"abslout banales beispiel: ich hab auch keine lust, mein büro aufzuräumen, und besonders viel spaß macht es mir auch nicht. trotzdem mach ich es ab und zu, und was soll ich sagen: danach fühl ich mich nicht ausgenutzt oder erniedrigt, sondern richtig gut, weil alles so schön ordentlich ist! "

Jetzt mal ernsthaft, hättest du Spaß beim Sex mit einer solchen Partnerin?

Denn das Beispiel auf den Sex übertragen sähe ja dann so aus:

Ausganssituation: Partner will Sex und ist total unleidig (= Büro sieht aus als wäre eine Bombe eingeschlagen). Der Zustand ist nicht mehr zu ertragen, also lässt Frau sich aus Liebe auf den Sex mit dem Mann ein (= rafft sich endlich zum aufräumen auf). Da Frau keinerlei Libido hat, macht ihr das ganze keinerlei Spaß und sie muss sich zu jeder einzelnen Handlung zwingen (= man zwingt sich dazu das Schlachtfeld zu beseitigen). Dabei immer von dem primären Gedanken begleitet:"Wann ist er denn endlich mal fertig." (benötigte Zeit zum Aufräumen). Der Partner ist endlich fertig und Frau fühlt ist froh, da sie nun für eine Woche oder mehr ihre ruhe hat und sich das fürs erste nicht mehr antun muss (= Zimmer ist aufgeräumt und man erfreut sich an der Ordnung). Gefühl des Benutzt werdens in diesem Kontext (= beim Äufräumen hat man sich auf irgend eine Weise verletzt). Wobei letzteres sicherlich jetzt eher schlecht zum Bürobeispiel passt. Nur ist Sex anders als ein zimmer aufzuräumen und so zu tun, als würde das einem emotional komplett kalt lassen, wenn man mit einer Person schläft, obwohl man innerlich überhaupt keinerlei Lust dazu verspürt, wäre ja schon sehr naiv. Also das hinterlässt auf der emotionalen Ebene seine Spuren und die werden mit dem Kontext Sex automatisch verknüpft, da die erlebten Emotionen in diesem Kontext konkret statt gefunden haben. Wenn dabei das Gefühl Ekel entsteht, dann kann das hinterher auch zum "sich benutzt fühlen" führen. Das ist in etwas so, als würde man sich eine Wunde zufügen und man dann im Anschluss die Schmerzen erträgt.

Und vielleicht bin ich jetzt auch einfach zu anspruchsvoll oder verwöhnt, aber mich würde so ein Verhalten von meinen Partner beim Sex extrem stören. Wenn ich dabei das Gefühl vermittelt bekommen würde, dass er eigentlich Null bock dazu hat und die ganze Zeit innerlich auf die Uhr schielt, weil er gedanklich sich die ganze Zeit die Frage stellt, wie lange ich wohl noch zu meinem Höhepunkt brauche, also das wäre für mich der Lustkiller schlecht hin. Da würde ich dann auch von mir aus die Selbstbefriedigung vorziehen.

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2. August 2013 um 14:08

...
"was mich allerdings stört an deinem beitrag ist, das du stur an deiner these in bezug auf SHGB festhälst, ohne zu wissen, ob dies wirklich der grund ist. des weiteren diagnostizierst du hier, aber die abstellmaßnahmen lieferst du nicht. aber ich gebe dir absolut recht, der testosteronhaushalt ist entscheidend."

Also als aller erstes, ich habe nicht stur an diese These festgehalten, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass es sich um eine der häufigsten Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel handelt. Nur ist es leider auch so, dass eben die Wenigsten wissen, dass es an der SHGB-Konzentration liegt, die durch dieses Produkt massiv erhöht ist.

Ich schrieb dem TE ja auch, dass es gut wäre, wenn seine Freundin das mal kontrollieren lässt, denn die Ursachen können auch komplett andere sein. Außerdem hätte sie evtl. (da weiß ich aber nicht wie es rechtlich ist), etwas gegen den Hersteller in der Hand, für den Fall das die Konzentration auf lange Sicht sich nicht mehr erholt. Schließlich käme das einer Körperverletzung durchaus nahe, zumal damit auch ein entsprechender Leidensweg verbunden ist.


Und zu den möglichen Gegenmaßnahmen die du aufgeführt hast, beziehen die sich auf Probanden, die eine normale SHGB-Konzentration aufwiesen oder auch auf welche bei denen diese ebenfalls bis zu 700% erhöht waren?

Ich frage deshalb, weil mich persönlich interessieren würde, ob dann die Maßnahmen immer noch ausreichend funktionieren, damit noch genügend freies Testosteron im Blut vorhanden bleibt, damit Frau weiter ihre Lust ausleben kann.

Denn mein letzter Stand zu dem Thema (und der ist jetzt leider nicht der Neuste) war der, dass die betroffenen Frauen abwarten müssen, bis die Konzentration wieder sich gesenkt hat.

Sonst hätte ich diesbezüglich übrigens durchaus Tipps mit geben können, was man dagegen tun könnte. Zumal mittlerweile auch wissenschaftlich gezeigt werden konnte, dass sich die SHGB-Konznetration nie wieder normalisiert und ein Leben lang erhöht bleibt. Da wäre es natürlich für die betroffenen Frauen schon gut zu wissen, was man den machen kann, damit man wieder zur ursprünglichen Lust, die auf natürlichen Wege nicht mehr möglich ist, doch wieder finden kann. Wobei diese den Unterschied auch erstmal kennen müssten. Das ist aber wieder ein anderes Thema.

Wobei ich den Aspekt generell schlimm finde, dass man wegen seines Verhütungsmittel ein Leben lang irgendwelche Präparate einnehmen muss, damit man einigermaßen wieder eine Libido aufweist. Wobei das jetzt nichts mit dem konkreten Fall zu tun hat.

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6. August 2013 um 12:48

...
"den dann hättest du nämlich verknüpft, das insulin sowie hoher proteinverzehr den SHGB Gehalt senkt im Blut."

Die Frage ist doch aber, wie viel es denn nun gesenkt wird und ob das bei einer solchen massiven Erhöhung eben einen entsprechenden signifikanten Effekt bei den betroffenen Frauen erzielt.

Schließlich handelt es sich hier um eine der häufigsten Nebenwirkung von hormoneller Verhütung. Daher ist die Frage doch durchaus berechtigt, warum die betroffenen Frauen nicht auf diese Weise therapiert werden, wenn das denn so problemlos funktioniert.

"und was soll das mit 700% höher?"

Ist die erhöhte prozentuale SHGB-Konzentration bei den betroffenen Frauen.

"ja dann muss man halt länger und härter daran arbeiten ihn zu eleminieren..."

Interessant wäre wie lange das denn dauert und ob es wirklich möglich ist, die Ausgangssituation wieder herzustellen. Denn bisher hieß es für die betroffenen Frauen immer, dass die SHGB-Konzentration ein Leben lang erhöht bleiben wird. Zwar senkt sich diese wieder, aber pendelt sich eben relativ hoch ein. Daher stellt sich doch wirklich die Frage, wenn man das so leicht reduzieren kann, warum wird das nicht gemacht? Wobei eben auch interessant wäre zu wissen, ob es gemacht wurde und wie weit, sich die Konzentration entsprechend gesenkt hat. Aber dafür muss man dann leider Daten von betroffenen Frauen verwenden und kann sich nicht auf Stichproben stützen, die eh im normalen Bereich sich befinden oder nur eine leichte erhöhte Konzentration aufweisen.





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6. August 2013 um 17:11

...
Ich habe den Inhalt deiner Postings sehr wohl gelesen und auch nicht überlesen, nur ging es mir dabei um etwas komplett anderes.

Das es grundsätzlich funktioniert, dürfte klar sein. Aber es bleibt eben durchaus die Frage im Raum stehen, ob irgendwelche Drittvariablen, die Wirkung solcher Maßnahmen unterbinden oder erschweren. Das kann man nur mit entsprechenden Stichproben unter kontrollierten Bedingungen herausfinden und genau aus diesem Grund wären entsprechende Studien dazu interessant.

Da du aber keine kennst, hat sich das erledigt und ich werde eben selbst danach suchen müssen. Wenn du hingegen eine gekannt hättest, dann wäre das für mich schon mal eine Zeitersparnis gewesen.

"immerhin besser als rumzujammern, auf ein wunder zu warten, von arzt zu arzt pilgern, oder die ehe über den jordan zu schiessen...."

Da der Arzt für die meisten Frauen die erste Anlaufstelle ist und die wenigsten Frauen wissen, dass die SHGB-Konzentration durch das Verhütungsmittel Pille massiv erhöht wird (denn dazu steht nichts in der Packungsbeilage), kann nur dieser die betroffenen Frauen zum einen über die Erhöhung informieren und zum anderen beraten, wie sie dagegen am besten vorgehen.

Daher ist die Frage, warum Ärzte die betroffenen Frauen nicht darauf hinweisen, dass sie im Grunde mit einfachen Mitteln ihren partnerschaftlichen Leidensweg schneller unterbinden, durchaus eine berechtigte Frage. Denn man sollte doch eigentlich annehmen, dass dies die erste Konsequenz, wäre, wenn man feststellt, dass es genau an der erhöhten Konzentration liegt.

Und dann folgt eben gejammere, auf ein Wunder warten oder gar Trennung. Wobei dazwischen sich meist noch eine Therapie einreiht.


lg

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20. Juli 2015 um 23:39

Wenn ihr nicht mehr miteinander reden könnt
ohne dass deine Freundin sich gleich angegriffen fühlt, dass wäre es vielleicht mal ganz hilfreich, wenn jemand im Gespräch vermitteln würde. Nun gut, dass ist schwer, wenn sie das Thema im Allgemeinen meidet...
Ansonsten versetze dich doch mal in ihre Lage, stelle dir vor, es wäre anders herum, du hättest keine Lust mehr und wüsstest aber, dass sie sehr wohl Lust auf Sex hat. Und während du nicht die geringste Lust hast, dich anfassen zu lassen, weißt du genau, dass sie manchmal an nichts anderes denken kann. Das alleine kann schon ganz schön Druck aufbauen. Da braucht man gar nicht drüber zu reden oder versuchen, Sex mit dem Partner zu haben. Der Druck ist auch so da. Und dann ist da noch das Gefühl, dass da was mit einem nicht stimmt. Man möchte Sex haben wollen aber die Lust stellt sich einfach nicht ein. Das ist ganz schön verfahren.
Nimmt deine Freundin denn noch die Pille? Wenn ja, würde ich sie so schnell wie möglich absetzen und was anderes auszuprobieren. Ob nun Spritze oder Pille, die Hormone sind die gleichen.
Wenn sie sich nicht traut, mit ihrem Frauenarzt zu reden, dann schlag ihr doch mal vor, zu einem Sexualtherapeuten zu gehen. erstens hat der einen geschulteren Blick für das Thema und zweitens muss sie den "nie wieder sehen", wenn es ihr zu peinlich sein sollte, mit diesem Menschen über ihre Unlust gesprochen zu haben Da gibt es einige Fachleute, man muss nur mal googeln.
So, wo das gesagt ist möchte ich euch noch raten, andere Wege für gemeinsame Intimität zu finden als Sex.

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