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Sterilisation trotz jungen Alters und Kinderlosigkeit?

31. Januar 2010 um 13:36

DISCLAIMER: Dieser Beitrag spiegelt lediglich meine eigene Meinung wider und ich möchte niemandem auf den Schlips treten! Wenn jemand sich für eine eigene Familie entscheidet, ist das für mich vollkommen okay - Im Gegenzug bitte ich darum, dass meine Meinung/Entscheidung genauso respektiert wird
Sorry im Voraus für diesen Roman, aber es ist mir wichtig klarzustellen, dass ich hier nicht aus einer Laune heraus handle.

So, hi erstmal!

Schon seit Jahren treibt ein Gedanke sein Unwesen in meinem Kopf. Und in letzer Zeit habe ich angefangen, mich wirklich damit auseinanderzusetzen.
Ich denke ernsthaft darüber nach, mich sterilisieren zu lassen. Ich werde im März 25 Jahre alt.

Es gibt für mich persönlich einfach so viele Gründe, die dafür sprechen - Viele sind natürlich vollkommen irrational, wie die Tatsache, dass ich Kinder schon nicht ausstehen konnte, als ich selbst noch eines war

Aber es gibt auch rationale.
Ich bin psychisch alles andere als gesund, wie ein Großteil meiner Familie - was nicht nur erbtechnisch meine potenziellen Kinder gefährdet, sondern auch dadurch, dass ich zeitweise schlichtweg nicht in der Lage wäre, mich um diese zu kümmern.
Dazu kommen noch meine Lebensumstände - Ich ziehe mindestens einmal jährlich um und bezweifle, dass sich das in den nächsten 10-15 Jahren ändern wird. Und da ich plane, mich in einem künstlerischen Beruf selbstständig zu machen, werde ich, realistisch gesehen, niemals ein festes Einkommen haben, auf das ich mich verlassen kann.

Mal ganz objektiv betrachtet also eine Menge guter Gründe, mich aus dem Genpool rauszuhalten


Warum also keine anderen Verhütungsmethoden? Ich will keine Hormone mehr in meinen Körper pumpen, die dort (noch) nichts zu suchen haben. Ich habe seit meinem 14. Lebensjahr bis Dezember 2009 ununterbrochen hormonell verhütet (Kombipille, Implanon, Dreimonatsspritze). Erst seit ich gar keine Hormonpräparate mehr nehme fällt mir auf, wie sehr mich das alles psychisch beeinflusst und noch launischer und unberechenbarer gemacht hat. Die Kupferspirale wäre der einzig denkbare Kompromiss gewesen, scheidet für mich aber leider aus, da meine Regel bereits jetzt so schmerzhaft ist, dass ich mindestens einen Tag lang komplett außer Gefecht bin. Tja, und da sind die Methoden dann langsam erschöpft. Zurzeit müssen es Kondome tun, die mir aber auf Dauer einfach nicht sicher genug sind.

Also informiere ich mich seit einiger Zeit auf Beratungsseiten, lese Erfahrungsberichte, stöbere in Gynäkologieforen und werde immer wütender.
Was mich so wütend macht? Dass viele junge Frauen, die fragen, wo man in Deutschland Ärzte finden könne, die diese OP bei ihnen durchführen würden, überhaupt nicht ernst genommen werden. Klar, mit 40 mag man ganz anders denken als mit 25. Aber solche Entscheidungen trifft man doch nicht leichtfertig!

Naja, genug gemotzt. Sorry

Ich wäre jedenfalls für Hilfe dankbar - Irgendwo muss sich doch ein kompetenter Gyn verstecken, der sich dazu bereit erklären würde..? Hätte auch kein Problem damit, den Eingriff im europäischen Ausland durchführen zu lassen, solange alles seriös bleibt.

Danke.

M.

31. Januar 2010 um 14:00

Mutig...
von dir, dass du deine Meinung hier äußerst und auch eigentlich gar nicht schlimm, denn es ist ja jedem selbst überlassen ,ob man Kinder möchte oder nicht.
Meiner Meinung nach sollte es auch mehr Leute geben, die sich dessen bewusst sind, dass wahllos Kinder in die Welt zu setzen, ziemlich verantwortungslos ist.
Also ich respektiere deine Meinung voll und ganz!!

Darf ich mal fragen:

Hast du einen festen Partner?? Also wenn du verhüten willst, musst du ja regelmäßig GV haben, richtig??

Bist du denn wegen deiner psychischen Lage in Therapie?

Will dir ja nicht zu nahe treten, aber evtl gibt es ja auch einen Weg, aus dieser Misere herauszukommen und so einer Sterilisation zu entgehen.
Nicht, dass es nachher eine Fehlentscheidung ist. In 10 Jahren kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen!!
Aber das hast du sicher schon 1000 Mal gehört!!

Alles Gute,würd mich über ne Antwort freuen!

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31. Januar 2010 um 14:28

....
Erst einmal: ich verstehe Dich und Deine Gedanken sehr, sehr gut!

Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich aber behaupten, dass man keine Türe hinter sich schließen sollte, die man nachher nicht mehr öffnen kann.

Auch wenn Du das nicht hören möchtest und Dir jetzt absolut nicht vorstellen kannst. Ich weiß, wie sehr man es hasst, wenn jemand mit Argumenten kommt, die man gerade nicht brauchen kann. Aber Du bist noch so jung!

Als ich 25 war, war ich vom Kinderwunsch weit entfernt, habe nicht einmal drüber nachgedacht.
Hätte mir jemand gesagt, dass ich mit Ende 30 drei Kindern haben werde, hätte ich herzhaft gelacht.

Irgendwann dachte ich dann doch anders und das auch sehr schnell *g* , dazu brauchte es nur den richtigen Partner. Dass es den geben wird, konnte ich mir mit 25 auch noch nicht vorstellen

Nach dem zweiten Kind war ich dann ganz, ganz sicher, dass es ein drittes Kind NIEMALS geben wird.
Der Gedanke an die Sterilisation stand auch im Raum, schon alleine aus Angst vor einer weiteren Schwangerschaft. Nie wieder wollte ich den dicken Bauch, das Babygeschrei im ersten Jahr, die durchwachten Nächte ... alles nur DAS nicht.
Ich kann heute nicht genau sagen, was uns davon abgehalten hat, dass einer von uns beiden sich sterilisieren lässt - irgendwie war das nur ein bißchen Angst vor dem Eingriff

Über sieben Jahre später ertappte ich mich dabei, wieder fremden Babys nachzusehen udn plötzlich war der Kinderwunsch wieder da, den ich mir nie mehr hatte vorstellen können. Den wollte ich aber gar nicht und habe ihn ganz lange verdrängt. Irgendwann ging das nicht mehr - wie verrückt, wo ich mir so sicher war

Und heute bin ich unglaublich froh, dass wir uns nie endgültig für die Sterilisation entscheiden konnten. Unser Kleinster ist jetzt 1 Jahr alt und wir können es uns ohne ihn gar nicht mehr vorstellen.

Manchmal glaubt man, man kann sein Leben im voraus planen, vorhersehen, was man sich in 10/15/20 Jahren wünscht. Aber manchmal kommt dann doch ganz vieles ganz anders und man ist dankbar für die Möglichkeiten, die man sich offen gehalten hat.

Vielleicht wäre ja auch diese Gynefix eine Lösung für Dich? Die benutzen hier einige.





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31. Januar 2010 um 14:32

.... nerven ...
****diesen antworten nerven mich immer ! den wenn ich das nciht will dann will ich das nciht ! und warum soll ich hier unnötig kinder in die welt setzen wenn ich kein guten einkommen habe ! und nachher zig kinder von verschiedenen väter ! ****

Ich glaube nicht, dass Dich jemand mit solchen Reden nerven möchte Und ganz sicher möchte niemand, dass irgendwer unnötig und ungewollt Kinder in die Welt setzt.

Aber jeder weiß, wie er selber gedacht hat als er jünger war und wieviele von den Gedanken sich plötzlich und unerwartet geändert haben.
Und was meinst Du, wieviele Menschen irgendwann genauso geredet haben wie Du heute und dann irgendwann merkten, dass mit der Zeit sie selber und ihre Ansichten sich um 180 drehen konnten ohne dass sie jemals damit gerechnet haben, weil sie sich doch soooo sicher waren

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1. Februar 2010 um 7:26


Ich weiß, Bina ... das ist auch völlig ok so und die Gründe sind absolut berechtigt

Und trotz meiner Drei bin ich auch kein 24 Stunden-Mama-Typ

Aber Du bist 20 ... weißt Du, wie Du Dich in 10/15/20 Jahren verändert hast, wie Du dann denkst, was Du fühlst, welche Wünsche und Träume Du noch oder wieder hast?

Ich würde nie jemandem seine Meinung absprechen wollen ... nur immer zu bedenken geben, dass einem Dinge, die man unwiderruflich beendet irgendwann doch einholen können.

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2. Februar 2010 um 10:39

Man lernt doch nie aus!
Die Gynefix klingt sehr vielversprechend - Hatte bei meinen Recherchen zwar ein paar Mal davon gelesen, mich damit gar nicht weiter beschäftigt, da ich annahm, sie hätte die gleichen Nebenwirkungen wie die Kupferspirale. In meiner Nähe gibt es auch einige Ärzte, die die legen. Dann werd ich das wohl erstmal machen - Vielleicht bin ich ja in fünf Jahren alt genug, selbst über meinen Körper zu bestimmen und meine Gene aus dem Pool zu entfernen

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2. Februar 2010 um 11:05
In Antwort auf fulvia_12103699

Mutig...
von dir, dass du deine Meinung hier äußerst und auch eigentlich gar nicht schlimm, denn es ist ja jedem selbst überlassen ,ob man Kinder möchte oder nicht.
Meiner Meinung nach sollte es auch mehr Leute geben, die sich dessen bewusst sind, dass wahllos Kinder in die Welt zu setzen, ziemlich verantwortungslos ist.
Also ich respektiere deine Meinung voll und ganz!!

Darf ich mal fragen:

Hast du einen festen Partner?? Also wenn du verhüten willst, musst du ja regelmäßig GV haben, richtig??

Bist du denn wegen deiner psychischen Lage in Therapie?

Will dir ja nicht zu nahe treten, aber evtl gibt es ja auch einen Weg, aus dieser Misere herauszukommen und so einer Sterilisation zu entgehen.
Nicht, dass es nachher eine Fehlentscheidung ist. In 10 Jahren kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen!!
Aber das hast du sicher schon 1000 Mal gehört!!

Alles Gute,würd mich über ne Antwort freuen!

AW
Erst einmal: Ja, ich habe einen festen Partner und bin sehr glücklich mit ihm. Er denkt über Kinder glücklicherweise genauso wie ich.
In meinen Überlegungen spielt er allerdings keine Rolle. Wenn Leute behaupten, eine Sterilisation ginge beide Partner an, kann ich nur den Kopf schütteln - Was ich mit meinem Körper mache, geht niemanden, wirklich niemanden außer mir etwas an. Und wenn ich keine Kinder haben will, dann muss mein Partner damit leben oder sich jemand anderes suchen.


Und ja, ich war seit meinem achten Lebensjahr in zig Therapien, bei rund einem Dutzend Therapeuten, Psychologen und sonstigem, ambulant und stationär, musste diverse Medikamente schlucken, bis ich rumlief wie der letzte Zombie und kaum noch wusste wie ich hieß. Die jahrelange Bevormundung durch Ärzte sowie die ganze Tablettengeschichte sind wohl auch der Hauptgrund dafür, dass ich es nicht leiden kann, wenn jemand bei Entscheidungen die meinen Körper betreffen, ein Mitspracherecht fordert. Ende 2008 hatte ich die Schnauze dermaßen voll, dass ich mich selbst aus der Thera entließ, die Pillen in den Müll warf und mich damit abfand, bekloppt zu sein.

Was soll ich sagen, seitdem geht es mir so gut wie noch nie. Zwar habe ich immer noch Phasen, in denen es mir so dreckig geht, dass ich tagelang nicht das Bett verlasse, dafür genieße ich meine Manien umso mehr

Wie ich in einem Post weiter oben schon geschrieben habe, werde ich jetzt zusehen, mir die Gynefix legen zu lassen. Das Steri-Sparbuch (vor ca. 8 Jahren angelegt und damit eine der wenigen Konstanten in meinem Leben) bleibt dann halt noch weitere 5 Jahre unangetastet. Lecker Zinsen!

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