Home / Forum / Sex & Verhütung / Sicherheit, Pearl-Index, Statistiken allgemein, bzw. LEA im Speziellen

Sicherheit, Pearl-Index, Statistiken allgemein, bzw. LEA im Speziellen

18. Juli 2005 um 16:33

Tach zusammen!

Da bei mir ja die Gynefix erstmal leider nicht in Frage kommt, suche ich aktuell nach einer anderen kurz- bzw. mittelfristigen hormonfreien Verhütung.
Dabei bin ich auf das LEA gestoßen und das ist ja erstmal ganz interessant.

Die Sicherheit wird mit 97,8% und einem somit entsprechendem Pearl-Index von 2,2 angegeben (in Kombination mir spermizidem Gel); das klingt ja erstmal ganz gut und ist in etwa vergleichbar mit Kondomen.

Aber was sagt diese Zahl nun eigentlich genau aus?
Wenn man es mal ganz simpel nimmt, dann heisst das wohl, dass von 1000 Frauen 22 trotzdem schwanger geworden sind woraus sich dann diese "Sicherheit" von 97,8% ergibt.

Aber ist es dann wirklich zu 97,8% sicher? Ich mein, dieser Wert würde ja nur gelten, wenn diese 1000 Frauen auch definitiv fruchtbar sind und mit ebenso definitv fruchtbaren Männern an ihren fruchtbaren Tagen Verkehr hatten.

Wenn es jetzt aber mehr oder weniger wahllose 1000 Frauen waren kann es z.B. gut sein, dass 50 von ihnen gar nicht fruchtbar sind, villeicht weitere 100 Sex mit einem Partner haben, der nicht gerade die besten Schwimmer hat und vielleicht noch mal ein guter Teil der Testfrauen nicht jedes Mal zur fruchtbaren Zeit überhaupt Verkehr hatte.

Dann würden die 22 Schwangerschaften doch zu einem ganz anderen Ergebnis führen.
(ich hoffe, man kann mir noch folgen)

Wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass nur bei 600 Frauen überhaupt die Gegebenheiten so waren, dass es jederzeit zu einer Schwangerschaft hätte kommen können (also beiderseitige uneingeschränkte Fruchtbarkeit und jedes mal Sex an den fruchtbaren Tagen (was auch nicht immer zwingend zu einer Schwangerschaft führt) )
ergibt das immernoch eine Sicherheit von 96,3%. Nein, genaugenommen würde sie sogar noch schlechter, da, wenn die, die so oder so nicht schwanger geworden wären, potentiell hätten schwanger werden können, wäre ja vielleicht noch die ein oder andere Schwangerschaft dazu gekommen, was den Wert ja auch wiederum absenkt.

Also diese Rechnungen gelten ja nur, wenn die 978 (also die, die von den 1000 nicht schwanger wurden) bzw. die 578 aus meiner theoretischen Gruppe ohne das Verhütungsmittel definitiv im Testzeitraum schwanger geworden wären, .. aber das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

Lange Rede, kurzer Sinn: wie verlässlich/vertrauenswürdig sind also solche Zahlen, bzw. im speziellen Fall "Lea": kann ich mit den angegeben 97,8% Sicherheit davon ausgehen, dass es bis auf ein Restrisiko sicher ist?

LG
Endymia

19. Juli 2005 um 11:58

Na da bin ich..
.. aber froh, nicht die Einzige zu sein, die sich sowas fragt.

Hatte schon Sorge, es fällt in die Kategorie "dumme Fragen".

Und danke für die Information, werde wohl aber trotzdem drauf zurückgreifen müssen, da mir sonst im Moment nicht wirklich eine Alternative bleibt. Vielleicht werde ich zusätzlich noch versuchen, um die "gefährlichen" Tage einen Bogen zu machen und dazu dann noch beten.. ;(

LG
Endymia

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

20. Juli 2005 um 20:52

Zum PI
Es würde mich wundern, wenn ein Hersteller für sein Verhütungsmittel gleichzeitig eine Sicherheit von 97,8% und einen PI von 2,2 angäbe.

Der PI bezieht sich auf 100 Frauenjahre. Rein theoretisch würdest Du, wenn Du 100 Jahre lang fruchtbar wärst, in dieser Zeit regelmäßig Sex hättest und mit einer Methode verhüten würdest, die einen Pearl Index von 2,2 hat, in dieser Zeit 2,2 Kinder bekommen. Angenommen, Du benutzt dieses Verhütungsmittel von 20 bis 40, würdest Du in diesen 20 Jahren 0,44 Kinder bekommen.

Die prozentuale Sicherheitsangabe lässt meines Wissens die zeitliche Dimension außer acht und darf daher nicht mit dem PI verwechselt werden.

Dass es nicht eher unwahrscheinlich ist, ein knappes halbes Kind zur Welt zu bringen und dass dies statistische Werte sind, ist klar. Aber es kann hilfreich sein, eine Übersicht zu erhalten, wie sicher die Verhütungsmittel relativ zu einander sind. Du weißt bei einem PI von 2,2 nicht, ob Du innerhalb der 10, 15 oder 20 Jahre ein Kind bekommen wirst oder nicht (statistisch gesehen, würdest Du weit über dem Schnitt liegen, wenn Du ein ganzes bekämst) - aber Du weißt, dass dies Verhütungsmittel sicherer ist als eins mit einem PI von 5 und unsicherer als eins mit einem PI von 1.

Letztendlich musst Du Dir bewusst sein, dass (außer nach einer Sterilisation o.ä.) die Möglichkeit einer Schwangerschaft durch Sex immer gegeben ist. Du musst abwägen, wieviel Unsicherheit bei der Verhütung Du verantworten kannst. Das Restrisiko ist immer da. Keine Sicherheitsangabe und kein PI können Dir vorhersagen, ob und wann Du trotz Verhütung schwanger wirst. Aber das Wissen, wie sicher die verschiedenen Methoden im Vergleich zueinander sind, kann bei der Auswahl sehr hilfreich sein. Die genauen Zahlen sind letztendlich uninteressant, da sie wie gesagt nichts über Deinen individuellen Fall aussagen.

LG sheena

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

25. Juli 2005 um 10:18
In Antwort auf traci_12669065

Zum PI
Es würde mich wundern, wenn ein Hersteller für sein Verhütungsmittel gleichzeitig eine Sicherheit von 97,8% und einen PI von 2,2 angäbe.

Der PI bezieht sich auf 100 Frauenjahre. Rein theoretisch würdest Du, wenn Du 100 Jahre lang fruchtbar wärst, in dieser Zeit regelmäßig Sex hättest und mit einer Methode verhüten würdest, die einen Pearl Index von 2,2 hat, in dieser Zeit 2,2 Kinder bekommen. Angenommen, Du benutzt dieses Verhütungsmittel von 20 bis 40, würdest Du in diesen 20 Jahren 0,44 Kinder bekommen.

Die prozentuale Sicherheitsangabe lässt meines Wissens die zeitliche Dimension außer acht und darf daher nicht mit dem PI verwechselt werden.

Dass es nicht eher unwahrscheinlich ist, ein knappes halbes Kind zur Welt zu bringen und dass dies statistische Werte sind, ist klar. Aber es kann hilfreich sein, eine Übersicht zu erhalten, wie sicher die Verhütungsmittel relativ zu einander sind. Du weißt bei einem PI von 2,2 nicht, ob Du innerhalb der 10, 15 oder 20 Jahre ein Kind bekommen wirst oder nicht (statistisch gesehen, würdest Du weit über dem Schnitt liegen, wenn Du ein ganzes bekämst) - aber Du weißt, dass dies Verhütungsmittel sicherer ist als eins mit einem PI von 5 und unsicherer als eins mit einem PI von 1.

Letztendlich musst Du Dir bewusst sein, dass (außer nach einer Sterilisation o.ä.) die Möglichkeit einer Schwangerschaft durch Sex immer gegeben ist. Du musst abwägen, wieviel Unsicherheit bei der Verhütung Du verantworten kannst. Das Restrisiko ist immer da. Keine Sicherheitsangabe und kein PI können Dir vorhersagen, ob und wann Du trotz Verhütung schwanger wirst. Aber das Wissen, wie sicher die verschiedenen Methoden im Vergleich zueinander sind, kann bei der Auswahl sehr hilfreich sein. Die genauen Zahlen sind letztendlich uninteressant, da sie wie gesagt nichts über Deinen individuellen Fall aussagen.

LG sheena

Hm...
also ich bin mir ziemlich sicher dass der PI folgendes aussagt:
wenn der PI 3 ist, so werden von 100 Frauen, die mit demselben Produkt 1 Jahr lang verhüten, 3 trotzdem schwanger...
der PI ist also die Versagerquote...
= ( Zahl der Schwangerschaften / Zahl der Frauen ) * 100 = Pearl Index
zB: (3/100)*100= PI 3

aber vielleicht ist das sowieso dasselbe.

liebe grüße

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

8. August 2005 um 17:10

Also.. "der PI"
.. ich hab mich jetzt nochmal genauer informiert und die Erklärung von sheenamoon klingt zwar spannend, ist aber nicht richtig.

Der PI besagt wirklich (wie unten beschrieben), wieviel von hundert Frauen innerhalb eines Jahres mit der Verhütungsmethode real schwanger geworden sind.

Das besondere am PI ist aber, dass dort sowohl der Methodenfehler als auch der Anwendungsfehler einfliesst.

Der Methodenfehler ist der Fehler, wo man wirklich davon sprechen kann, dass das Verhütungsmittel als Verhütungsmittel versagt hat - der Anwendungsfehler ist auf nicht korrekten Umgang mit der Verhütungsmethode zurückzuführen.

Nehmen wir z.B. mal das Kondom.
Eigentlich müsste bei richtiger Anwendung der PI quasi bei null liegen. Denn alle Kondome werden einzeln geprüft (sind somit dicht) und wenn es richtig angewendet wird, heisst: richtig gelagert, nicht z.B. mit Fingernägeln perforiert, die richtige Größe ausgewählt, rechtzeitig übergezogen, rechtzeitig wieder umsichtig abgenommen, muss ja ein Kondom 100prozentig sicher sein, denn ein Spermium kann sich ja schlecht durchs Gummi beamen.
Trotzdem ist der PI beim Kondom relativ hoch, was sich dann nur auf den Anwendungsfehler zurückführen lässt, wenn z.B. oben genannte Maßnahmen nicht berücksichtig werden.

Der einzige Methodenfehler kann ja nur aufkommen, wenn es wirklich einen Produktionsfehler gab, der übersehen wurde und dann auch noch ausgerechnet damit jemand Verkehr hatte, der gerade fruchtbar ist - und das ist wohl ein Szenario, was nicht so oft vorkommen sollte(aber natürlich nicht unmöglich ist).
Zudem ist die Gefahr eines *Anwendungsfehlers* bei den verschiedenen Verhütungsmethoden sehr unterschiedlich: bei Pille, Lea, Kondom, etc. relativ hoch, bei Spirale, Implanon und co. relativ niedrig.

Also sagt der PI viel weniger über die eigentliche Sicherheit des Verhütungsmittel aus, sondern mehr über die Anwendungssicherheit. Und das ist für mich ja erstmal nur zweitrangig interessant. Interessant ist das wohl eher für Hersteller, Beratungsinstitutionen und Ärzte.

Besser wäre es, wenn dem gegenüber die eigentliche Sicherheit des Verhütungsmittels gestellt würde, so könnte ein PI von 8 z.B. aussagen: "sehr sicher, aber schwierig in der korrekten Anwendung" (hoher Anwendungsfehler) oder "von vorneherein nicht sehr sicher" (hoher Methodenfehler), was ja bei gleichem PI eine völlig unterschiedliche Sicherheit für mich als Individuum bedeutet.

Insofern kann man die verschiedenen PIs auch nicht wirklich gut miteinander vergleichen und sie können nur ein vager Anhaltspunkt sein.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch mal erwähnen, dass ich glaube, dass die meisten Trotz-Pille-Kinder und Trotz-Kondom-Kinder auf Anwendungsfehler zurückzuführen sind bzw. einfach gar nicht verhütet wurde (nur wer will das denn dann bitteschön zugeben?).

LG
Endymia

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen