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Forum / Sex & Verhütung

Sexuelle Belästigung im Netz: Über "antiflirting2" & wie ihr euch wehrt

Letzte Nachricht: 30. Juni um 4:32
goFemininTeam
goFemininTeam
12.10.20 um 13:06

Sexuelle Belästigung im Netz: Über "antiflirting2" & wie ihr euch wehrt

Ein Instagram-Account macht sexuelle Belästigung sichtbar. Was hinter "antiflirting2" steckt und wie ihr euch gegen schlimme Anmachen und Beschimpfungen im Netz wehren könnt.

Wer ab und zu online in Chats und auf Dating-Portalen unterwegs ist, wird es kennen: Neben absolut netten und normalen Menschen finden sich eben immer auch diverse schwarze Schafe. Kennzeichen: Großes Selbstbewusstsein, null Respekt, übelste sexuelle Anmachen und Offerten.

Worum geht es auf "antiflirting2"?
"antiflirting" hieß der Account zunächst, der schnell Zuspruch im Netz fand. Betroffene können Screenshots von übergriffigen Chatnachrichten an die beiden Betreiberinnen schicken, die dann anonym auf Instagram veröffentlicht werden. Explizite Bilder und Details in den Nachrichten werden geschwärzt, Namen ebenfalls. 

Die Chatverläufe, die eingeschickt werden, stammen von Plattformen wie Tinder, WhatsApp oder Facebook Messenger. Und immer geht es darin um das Eine. Mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass es nicht einvernehmlich geschieht und auf eine extrem übergriffige Art und Weise. Und das ist eben kein Flirt mehr, sondern sexuelle Belästigung.

Sexuelle Belästigung im Netz: So wehrt ihr euch

Dick Pics und obszöne Anmachen öffentlich zu machen, ist eine Art sich zu wehren. Aber auch so muss sich niemand derartig beknacktes und dreistes Verhalten antun lassen. Letztlich geht es ja nicht nur darum, dass dir jemand explizite Angebote macht, sondern auch, dass er sich dir auf exhibitionistische Art und Weise zeigt, ohne dass du es willst oder dich bei Nichtreagieren oder Ablehnung gar derbe beschimpft. Deshalb werde nicht zum Opfer, sondern wehr dich!

#1 Wenn dir jemand Dinge schreibt ober schickt, die dir unangenehm sind, dann brich den Kontakt direkt ab. Du kannst die Person zudem blockieren. So kann sie dich nicht mehr kontaktieren.

#2 Wenn du das Gefühl hast, die Belästigung nimmt kriminelle Ausmaße, kannst du die betreffende Person auch bei der Plattform melden. Keine Sorge, die Person erfährt nicht, wer sie gemeldet hat. Du solltest dich jedoch erst mit der Plattform in Verbindung setzen und ihn erst danach blockieren, sonst kann der Betreiber oftmals nichts machen.

#3 Minderjährige, die ungewollt pornografische Bilder und Aufforderungen zu sexuellen Handlungen erhalten, sollten sich in jedem Fall nicht schämen, sondern direkt an ihre Eltern oder eine Vertrauensperson wenden. Bei Minderjährigen kann sogar eine Straftat vorliegen, beispielsweise wenn sie zu sexuellen Handlungen gedrängt oder mit Fotos erpresst werden.

Von wegen rechtsfrei: Das sagt der Gesetzgeber

IP Adressen von Computern lassen sich sehr wohl zurückverfolgen. Das gilt auch für sexuelle Belästigung im Netz.

#1 Der Gesetzgeber sagt ganz klar: Betreiben zwei Menschen einvernehmlich Sexting, also schicken sich zum Beispiel Nacktbilder via Chat oder Smartphone, dann ist das völlig in Ordnung. Anders jedoch, wenn eine Person diese Art Bilder gar nicht erhalten möchte. Empfindet sie die gesendeten Bilder als Belästigung, kann hier schon ein Verstoß gegen das Gesetz § 184 Abs. 1 Nr. 6 StGB zur "Verbreitung pornografischer Schriften" vorliegen. Und schon ist das Dick Pic ein Fall für den Anwalt und die ach so lustige Anmache eine Straftat.

#2 Das gleiche gilt auch für all die perversen Nachrichten und sexuellen Angebote. Auch hier kann man sich schnell in einer gesetzlichen Grauzone befinden. Und zwar, wenn es um sexuelle Beleidigung nach § 185 StGB geht.

#3 Noch krasser wird es, wenn es um Cyber-Grooming geht. Denn das bedeutet, dass gezielt angeschrieben werden, um sie sexuell zu kontaktieren. Der Gesetzgeber hat hier noch keinen eigenen Strafbestand für benannt, aber Cyber-Grooming fällt in dem Fall unter § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB, also den sexuellen Missbrauchs von Kindern. Wer also noch minderjährige ist, sollte sich in jedem Fall jemandem anvertrauen und gegen die sexuelle Belästigung vorgehen. Das können in erster Linie die Eltern sein. Hilfe und finden Kinder und Jugendliche aber auch hier: .

Quelle: https://www.gofeminin.de/mein-leben/sexuelle-belastigung-im-internet-s4013303.html

Solltet ihr Anmerkungen oder Anregungen haben oder euch hilfewendend an das gofeminin.de Team wenden wollen, richtet euer Anliegen bitte an [email protected].

Mitglieder, die sich gezielt nicht an die Richtlinien halten, werden von uns ohne Vorwarnung entfernt. Die Richtlinien und weitere Infos zum Forum findet ihr hier: https://www.gofeminin.de/beliebt-im-netz/verhaltenskodex-fur-die-gofeminin-de-community-s2018490.html

Euer gofeminin.de Team.

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J
johnsmith
18.02.21 um 21:44

Hello!

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K
karla34.2
27.05.21 um 21:26

Also ich finde den Begriff antiflirting völlig unpassend in dem Zusammenhang mit sexueller Belästigung.
er suggeriert Flirting eine komplett schlechte Bedeutung, obwohl es ja etwas total positives ist. Flirting gehört zum Leben dazu und darf nicht schlecht geredet werden, wie ich meine.

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Z
zora-kadabra
17.06.21 um 14:56

ich finde auf nen frechen spruch mit einem noch frecheren spruch zu kontern ist die eigentliche art sich zu wehren. gibt ja noch block button für die wortkargen mäuschen.
ich konnte jedenfalls freche sprüche in lustige konversationen umwandeln mit etwas fantasie und schlagfertigkeit und da waren lustige und kreative nicht-standard typen dabei. gibt natürlich auch so unkreative beleidiger, die natürlich nur den blockbutton verdient haben.

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michaela_berlin
michaela_berlin
17.09.21 um 11:00

Ich finde auch, dass man oft komische Nachrichten bekommt.

Aber häufig auch sehr schöne. Und dafür nehme ich die "komischen" gerne in kauf. 
Denn eine doofe Nachricht ist schnell gelöscht und eine nette versüsst mir den ganzen Tag.

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S
sens_86
20.09.22 um 19:49

Dieses ganze Thema ist so zum "brechen".
Mit jeder Dame mit der ich das Thema "kennenlernen online" bequatsche, berichtet mir das gleiche. 
Da kommen Sprüche, Bilder, Forderrungen usw. von wildfremden Kerlen...die sind abartig. Es verwundert mich nicht das online das kennenlernen immer oberflächlicher und schwerer wird. 
Ich habe auch bereits Anfragen bekommen von Mädels die Lust auf etwas kurzweiliges hatten. Aber das war Lichtjahre von den Sätzen entfernt was die Herren schreiben. Es ist nicht verboten wenn man etwas lockeres Sucht...Aber macht das doch mit Anstand und Respekt.

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F
femkom2
30.06.23 um 4:32
In Antwort auf goFemininTeam

Sexuelle Belästigung im Netz: Über "antiflirting2" & wie ihr euch wehrt

Ein Instagram-Account macht sexuelle Belästigung sichtbar. Was hinter "antiflirting2" steckt und wie ihr euch gegen schlimme Anmachen und Beschimpfungen im Netz wehren könnt.

Wer ab und zu online in Chats und auf Dating-Portalen unterwegs ist, wird es kennen: Neben absolut netten und normalen Menschen finden sich eben immer auch diverse schwarze Schafe. Kennzeichen: Großes Selbstbewusstsein, null Respekt, übelste sexuelle Anmachen und Offerten.

Worum geht es auf "antiflirting2"?
"antiflirting" hieß der Account zunächst, der schnell Zuspruch im Netz fand. Betroffene können Screenshots von übergriffigen Chatnachrichten an die beiden Betreiberinnen schicken, die dann anonym auf Instagram veröffentlicht werden. Explizite Bilder und Details in den Nachrichten werden geschwärzt, Namen ebenfalls. 

Die Chatverläufe, die eingeschickt werden, stammen von Plattformen wie Tinder, WhatsApp oder Facebook Messenger. Und immer geht es darin um das Eine. Mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass es nicht einvernehmlich geschieht und auf eine extrem übergriffige Art und Weise. Und das ist eben kein Flirt mehr, sondern sexuelle Belästigung.

Sexuelle Belästigung im Netz: So wehrt ihr euch

Dick Pics und obszöne Anmachen öffentlich zu machen, ist eine Art sich zu wehren. Aber auch so muss sich niemand derartig beknacktes und dreistes Verhalten antun lassen. Letztlich geht es ja nicht nur darum, dass dir jemand explizite Angebote macht, sondern auch, dass er sich dir auf exhibitionistische Art und Weise zeigt, ohne dass du es willst oder dich bei Nichtreagieren oder Ablehnung gar derbe beschimpft. Deshalb werde nicht zum Opfer, sondern wehr dich!

#1 Wenn dir jemand Dinge schreibt ober schickt, die dir unangenehm sind, dann brich den Kontakt direkt ab. Du kannst die Person zudem blockieren. So kann sie dich nicht mehr kontaktieren.

#2 Wenn du das Gefühl hast, die Belästigung nimmt kriminelle Ausmaße, kannst du die betreffende Person auch bei der Plattform melden. Keine Sorge, die Person erfährt nicht, wer sie gemeldet hat. Du solltest dich jedoch erst mit der Plattform in Verbindung setzen und ihn erst danach blockieren, sonst kann der Betreiber oftmals nichts machen.

#3 Minderjährige, die ungewollt pornografische Bilder und Aufforderungen zu sexuellen Handlungen erhalten, sollten sich in jedem Fall nicht schämen, sondern direkt an ihre Eltern oder eine Vertrauensperson wenden. Bei Minderjährigen kann sogar eine Straftat vorliegen, beispielsweise wenn sie zu sexuellen Handlungen gedrängt oder mit Fotos erpresst werden.

Von wegen rechtsfrei: Das sagt der Gesetzgeber

IP Adressen von Computern lassen sich sehr wohl zurückverfolgen. Das gilt auch für sexuelle Belästigung im Netz.

#1 Der Gesetzgeber sagt ganz klar: Betreiben zwei Menschen einvernehmlich Sexting, also schicken sich zum Beispiel Nacktbilder via Chat oder Smartphone, dann ist das völlig in Ordnung. Anders jedoch, wenn eine Person diese Art Bilder gar nicht erhalten möchte. Empfindet sie die gesendeten Bilder als Belästigung, kann hier schon ein Verstoß gegen das Gesetz § 184 Abs. 1 Nr. 6 StGB zur "Verbreitung pornografischer Schriften" vorliegen. Und schon ist das Dick Pic ein Fall für den Anwalt und die ach so lustige Anmache eine Straftat.

#2 Das gleiche gilt auch für all die perversen Nachrichten und sexuellen Angebote. Auch hier kann man sich schnell in einer gesetzlichen Grauzone befinden. Und zwar, wenn es um sexuelle Beleidigung nach § 185 StGB geht.

#3 Noch krasser wird es, wenn es um Cyber-Grooming geht. Denn das bedeutet, dass Kinder gezielt angeschrieben werden, um sie sexuell zu kontaktieren. Der Gesetzgeber hat hier noch keinen eigenen Strafbestand für benannt, aber Cyber-Grooming fällt in dem Fall unter § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB, also den sexuellen Missbrauchs von Kindern. Wer also noch minderjährige ist, sollte sich in jedem Fall jemandem anvertrauen und gegen die sexuelle Belästigung vorgehen. Das können in erster Linie die Eltern sein. Hilfe und Infos finden Kinder und Jugendliche aber auch hier: Polizei für dich: Cyber-Grooming.

Quelle: https://www.gofeminin.de/mein-leben/sexuelle-belastigung-im-internet-s4013303.html

Solltet ihr Anmerkungen oder Anregungen haben oder euch hilfewendend an das gofeminin.de Team wenden wollen, richtet euer Anliegen bitte an [email protected].

Mitglieder, die sich gezielt nicht an die Richtlinien halten, werden von uns ohne Vorwarnung entfernt. Die Richtlinien und weitere Infos zum Forum findet ihr hier: https://www.gofeminin.de/beliebt-im-netz/verhaltenskodex-fur-die-gofeminin-de-community-s2018490.html

Euer gofeminin.de Team.

Bitte nicht schon wieder falsch verstehen, aber ich dachte (hab' kein "Konto"!), "Tinder" (und auch andere, in  ähnliche "Richtung" zielende Seiten) seien eben KEINE schlichten "Dating-" oder "Beziehungsanbahnungsseiten", sondern schlicht zur Verabredung von FICKdates in der (Netz-)Welt!
Von daher halte ich eine dortige "Veröffentlichung" eines "dick-pic" eher für "unproblematisch" - schließlich will doch auch "sie" regelmäßig NICHT "die Katze im Sack kaufen", sondern wissen, worauf sie sich ein-, im Verlauf der Umsetzung der Verabredung im die "Tat", das von vornherein von BEIDEN GEWOLLTE SEXdate, "rein"läßt!?

O D E R???

Ich bitte da ggf um ernsthafte, "belehrende Hinweise"!
Vielen Dank.

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