Forum / Sex & Verhütung

Seitensprung - ja oder nein?

Letzte Nachricht: 15. August 2006 um 16:08
12.08.06 um 21:48

hallo leute

hab ein problem, mit dem ich einfach nicht allein fertig werden:

ich bin ein einer fast 7 jahre lang dauernden beziehung und eigentlich sehr glücklich. wir haben einen schönen alltag, lieben uns. alles klappt bestens. ausser, dass ich nicht mehr so viel lust auf meinen freund habe. ich finde das grundsätzlich normal. wir haben darüber geredet und es auch mit ein paar neuen sachen versucht. das ist zwar, schön, meine lust auf ihn ist deshalb aber nicht wirklich grösser.

jetzt würde ich gernen einen seitensprung haben. es geht einzig um sex. ich liebe den anderen mann nicht. mir fehlt einfach die abwechslung beim sex. für mich ist es auch nicht ganz einfach, dass mein jetziger freund mein erster ist. ich hab irgendwie das gefühl, etwas zu verpassen.

hat jemand von euch erfahrung damit? vielleicht mit einer offenen beziehung? ich will meine beziehung nicht aufs spiel setzen, aber langfristig ist es für mich auch keine lösung, einfach wegen der treue mein sexualleben verkümmern zu lassen.

wie schlimm ist der seitensprung tatsächlich für eine beziehung? ich fürchte, ich könnte nicht für immer und ewig meinen mund halten und meinen seitensprung verheimlichen...

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12.08.06 um 22:29

Hm
ich könnte das nicht - meinem freund fremdgehn und trotzdem weiterleben als wäre nichts gewesen...

es ist grundsätzlich deine entscheidung irgendwie kommt sowas immer ans licht und ein gewisses risiko ist hald dabei wenn man geziehlt oder ungeziehlt fremd geht.

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13.08.06 um 13:36

Rede vorher mit deinem Freund darüber
hinterher ist es zu spät...
Vielleicht reizt es ihn ja auch, vielleicht toleriert er einen Hausfreund, wenn nicht, dann lasse es auch....

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13.08.06 um 21:27

Ja, wenn...
in meinen Augen ist eine der wichtigsten Existenzgrundlagen einer Beziehung die Offenheit und Ehrlichkeit. Wenn man nun einen Seitensprung begeht und der Partner darüber nicht informiert ist, dann steht das Vertrauen zwischen den beteiligten Personen auf dem Spiel. Das könnte vermutlich sogar dann nicht komplett wiederhergestellt werden, wenn der Partner mit dem Seitensprung an sich zurechtkäme.
Andererseits hat meiner Meinung nach jeder auch das Recht, über sich selbst zu bestimmen. Dazu gehört auch die Entfaltung der eigenen Sexualität. Allerdings sollte man dabei abwägen, welche Prioritäten man hat. Es ist nämlich möglich, daß der Partner mit einer Entscheidung, die Sexualität mit einer dritten Person auszuleben, nicht leben kann und entsprechend die Beziehung mit der Voraussetzung nicht fortführen möchte.
In Deinem Fall ist zunächst die Kommunikation ein wichtiger Faktor. Du müßtest ja nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen, sondern könntest Stufenweise ihm Deine Verlangen und Wünsche mitteilen. Wie ich ja am Anfang schrieb, ist nicht nur Ehrlichkeit, sondern auch Offenheit in einer Beziehung meiner Meinung nach sehr wichtig. Und die Offenheit besteht auch daraus, die Sachen mitzuteilen, die einen auf der Gefühlsebene bewegen, und zwar nicht nur das angenehme, sondern auch das, was einem Mühe kostet, offen auszusprechen.
Das was jetzt Dein Gefühl bewegt, z.B. etwas zu verpassen, ist genau das, was viele mit Dir so erleben. Bei vielen führt dieses Gefühl zur "seriellen Monogamie". Denn auch wenn man sich noch gut mit dem Partner versteht, entsteht mit der Zeit ein großer Drang, etwas in sich selbst weiterzuentwickeln, was mit dem jetzigen Partner nicht möglich ist.
Teilt man sich jetzt nicht dem Partner mit, sondern lebt wie bisher weiter, so entsteht ein Drang, der immer größer wird und irgendwann sogar "platzen" könnte. Wenn man jetzt aber mit dem Partner kommuniziert und ihn in die eigene Gefühlslage einbindet, so wird dem Partner vermittelt, daß man ihn schätzt und Vertrauen hat. Was aber noch wichtiger ist, ist, daß der Partner in die eigene Entwicklung eingebunden wird. Zeigt sich der Partner jetzt verständnisvoll und hilfsbereit, dann ist die beste Voraussetzung für eine gemeinsame Lösung gefunden. Zeigt er sich abweisend bezüglich Deiner Gefühle, so zeigt sich daß er Dir in einer bestimmten Gefühlslage keine große Hilfe sein kann und die Entscheidung liegt bei Dir, ob Du Dich im Sinne der Beziehung zurücknimmst und die eine Seite unterdrückst, oder ob Du dich für die sexuelle Weiterentwicklung entscheidest und für eine gewisse Zeit auf die vorzüge einer Beziehung verzichten magst.
Die Vorzüge der offenen Kommunikation liegen somit klar auf der Hand:
- Das Vertrauen bleibt erhalten
- Es werden nicht die Gefühle des Partner verletzt sondern nur die eigenen Wünsche vermittelt
- Eine Freundschaft zum jetzigen Partner bleibt somit möglich, auch im Falle einer Trennung. Beim Vertrauensverlust schätz ich die Wahrscheinlichkeit dazu deutlich geringer ein.
- Du lernst Dich selbst deutlich besser kennen, weißt danach besser einzuschätzen, wo Deine Prioritäten im Leben liegen, wenn Du eigene Entscheidungen triffst im Gegensatz zum Fall wenn Dein Partner Dich verlassen würde wg. des Vertrauensbruchs.
- Eine Situation in der Du einsam dasitzen würdest vor einem Scherbenhaufen der zerstörten Beziehung ist deutlich unwahrscheinlicher.

Ich hoffe Dir hiermit einigermassen weitergeholfen zu haben, wäre aber auch noch gerne bereit auf weitere Nachfragen zu antworten.

Grüße,
Gulliver

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13.08.06 um 21:54
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Ja, wenn...
in meinen Augen ist eine der wichtigsten Existenzgrundlagen einer Beziehung die Offenheit und Ehrlichkeit. Wenn man nun einen Seitensprung begeht und der Partner darüber nicht informiert ist, dann steht das Vertrauen zwischen den beteiligten Personen auf dem Spiel. Das könnte vermutlich sogar dann nicht komplett wiederhergestellt werden, wenn der Partner mit dem Seitensprung an sich zurechtkäme.
Andererseits hat meiner Meinung nach jeder auch das Recht, über sich selbst zu bestimmen. Dazu gehört auch die Entfaltung der eigenen Sexualität. Allerdings sollte man dabei abwägen, welche Prioritäten man hat. Es ist nämlich möglich, daß der Partner mit einer Entscheidung, die Sexualität mit einer dritten Person auszuleben, nicht leben kann und entsprechend die Beziehung mit der Voraussetzung nicht fortführen möchte.
In Deinem Fall ist zunächst die Kommunikation ein wichtiger Faktor. Du müßtest ja nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen, sondern könntest Stufenweise ihm Deine Verlangen und Wünsche mitteilen. Wie ich ja am Anfang schrieb, ist nicht nur Ehrlichkeit, sondern auch Offenheit in einer Beziehung meiner Meinung nach sehr wichtig. Und die Offenheit besteht auch daraus, die Sachen mitzuteilen, die einen auf der Gefühlsebene bewegen, und zwar nicht nur das angenehme, sondern auch das, was einem Mühe kostet, offen auszusprechen.
Das was jetzt Dein Gefühl bewegt, z.B. etwas zu verpassen, ist genau das, was viele mit Dir so erleben. Bei vielen führt dieses Gefühl zur "seriellen Monogamie". Denn auch wenn man sich noch gut mit dem Partner versteht, entsteht mit der Zeit ein großer Drang, etwas in sich selbst weiterzuentwickeln, was mit dem jetzigen Partner nicht möglich ist.
Teilt man sich jetzt nicht dem Partner mit, sondern lebt wie bisher weiter, so entsteht ein Drang, der immer größer wird und irgendwann sogar "platzen" könnte. Wenn man jetzt aber mit dem Partner kommuniziert und ihn in die eigene Gefühlslage einbindet, so wird dem Partner vermittelt, daß man ihn schätzt und Vertrauen hat. Was aber noch wichtiger ist, ist, daß der Partner in die eigene Entwicklung eingebunden wird. Zeigt sich der Partner jetzt verständnisvoll und hilfsbereit, dann ist die beste Voraussetzung für eine gemeinsame Lösung gefunden. Zeigt er sich abweisend bezüglich Deiner Gefühle, so zeigt sich daß er Dir in einer bestimmten Gefühlslage keine große Hilfe sein kann und die Entscheidung liegt bei Dir, ob Du Dich im Sinne der Beziehung zurücknimmst und die eine Seite unterdrückst, oder ob Du dich für die sexuelle Weiterentwicklung entscheidest und für eine gewisse Zeit auf die vorzüge einer Beziehung verzichten magst.
Die Vorzüge der offenen Kommunikation liegen somit klar auf der Hand:
- Das Vertrauen bleibt erhalten
- Es werden nicht die Gefühle des Partner verletzt sondern nur die eigenen Wünsche vermittelt
- Eine Freundschaft zum jetzigen Partner bleibt somit möglich, auch im Falle einer Trennung. Beim Vertrauensverlust schätz ich die Wahrscheinlichkeit dazu deutlich geringer ein.
- Du lernst Dich selbst deutlich besser kennen, weißt danach besser einzuschätzen, wo Deine Prioritäten im Leben liegen, wenn Du eigene Entscheidungen triffst im Gegensatz zum Fall wenn Dein Partner Dich verlassen würde wg. des Vertrauensbruchs.
- Eine Situation in der Du einsam dasitzen würdest vor einem Scherbenhaufen der zerstörten Beziehung ist deutlich unwahrscheinlicher.

Ich hoffe Dir hiermit einigermassen weitergeholfen zu haben, wäre aber auch noch gerne bereit auf weitere Nachfragen zu antworten.

Grüße,
Gulliver

Guter rat, gulliver!
ich finde deinen rat wirklich sehr gut. ich bin für mich so ziemlich zu den selben schlüssen gekommen.

de facto ist es so, dass ich mit meinem freund schon übers fremdgehen gesprochen habe und wir beide unabhängig voneinander finden, dass es für uns ein trennungsgrund wäre, wenn jemand fremdgeht. keiner wäre begeistert, aber wenn es anders halt nich geht? ein leben in abstinenz oder unerfülltheit kanns ja wohl auch nicht sein. so weit sind wir uns einig. schlussendlich haben wir uns beide so gern, dass wir es untragbar fänden, wenn sich der eine für den andern/ die andere total verbiegen muss.

wir sind mehr an dem punkt angelangt, an dem wir nicht wissen, ob unsere beziehung "offen" überhaupt überleben könnte. was ist beispielsweise, wenn ich den one-night-stand, den ich im moment gerne hätte, tatsächlich habe? mit was müssen wir rechnen? ist es, krass gesagt, einfach eine scheiss idee und gift für jede beziehung? oder wäre es eine dummheit, die sachen einfach zu begragen und dafür fällt mich die geschichte irgendwann hinterrücks an?

wie du siehst: mit der kommunikation fängt die sache ja erst an. es ist schlussendlich die ungewisstheit, die mich verunsichert. klar kann mir hier niemand irgendwelche garantien geben. aber vielleicht auf etwas vorbereiten?

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14.08.06 um 18:55
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Guter rat, gulliver!
ich finde deinen rat wirklich sehr gut. ich bin für mich so ziemlich zu den selben schlüssen gekommen.

de facto ist es so, dass ich mit meinem freund schon übers fremdgehen gesprochen habe und wir beide unabhängig voneinander finden, dass es für uns ein trennungsgrund wäre, wenn jemand fremdgeht. keiner wäre begeistert, aber wenn es anders halt nich geht? ein leben in abstinenz oder unerfülltheit kanns ja wohl auch nicht sein. so weit sind wir uns einig. schlussendlich haben wir uns beide so gern, dass wir es untragbar fänden, wenn sich der eine für den andern/ die andere total verbiegen muss.

wir sind mehr an dem punkt angelangt, an dem wir nicht wissen, ob unsere beziehung "offen" überhaupt überleben könnte. was ist beispielsweise, wenn ich den one-night-stand, den ich im moment gerne hätte, tatsächlich habe? mit was müssen wir rechnen? ist es, krass gesagt, einfach eine scheiss idee und gift für jede beziehung? oder wäre es eine dummheit, die sachen einfach zu begragen und dafür fällt mich die geschichte irgendwann hinterrücks an?

wie du siehst: mit der kommunikation fängt die sache ja erst an. es ist schlussendlich die ungewisstheit, die mich verunsichert. klar kann mir hier niemand irgendwelche garantien geben. aber vielleicht auf etwas vorbereiten?

Hallo
Ich denke, du stellst dir die falsche Frage. Ihr seid sieben Jahre zusammen und stellt fest, dass ihr euch im Alltag gut versteht, aber die Leidenschaft zumindest bei dir im Moment verpufft ist. Wenn ihr weiter zusammenleben wollt, dann müsst ihr euren Sex verändern. Auf Dauer ist nämlich eine Beziehung, bei der man sich seine sexuelle Befriedigung außerhalb holt, nicht tragfähig, würde ich zumindest mal behaupten. Ihr seid ja schon selbst zu diesem Schluss gekommen. Außerdem, wer sagt dir, dass der Sex bei diesem erträumten ONS so super sein wird oder nicht in einer neuen Beziehung das Problem nach einiger Zeit auch auftaucht. Wenn ihr euch also gut versteht, dann solltet ihr euch mit eurem Sex auseinandersetzen.
Du schreibst zwar, dass ihr beim Sex ein paar neue Sachen versucht habt. Mit ein paar äußerlichen Änderungen, kann man aber sicher keine neue Leidenschaft und wirkliche Intimität zum Partner erreichen. Wenn ihr so offen übers Fremdgehen reden könnt, dann versucht doch mal zu besprechen, was euch/ dich beim Sex so stört, dass keine Leidenschaft mehr aufkommt. Du möchtest dich weiter entwickeln und es ist doch nicht gesagt, dass das mit deinem Freund nicht geht.
Ich lebe auch seit 30 Jahren in einer monogamen Beziehung und kenne dein Gefühl, vielleicht etwas zu verpassen, aber ich kann dir versichern, dass auch Weiterentwicklung in einer Beziehung möglich und sogar notwendig ist.

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14.08.06 um 20:01
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Guter rat, gulliver!
ich finde deinen rat wirklich sehr gut. ich bin für mich so ziemlich zu den selben schlüssen gekommen.

de facto ist es so, dass ich mit meinem freund schon übers fremdgehen gesprochen habe und wir beide unabhängig voneinander finden, dass es für uns ein trennungsgrund wäre, wenn jemand fremdgeht. keiner wäre begeistert, aber wenn es anders halt nich geht? ein leben in abstinenz oder unerfülltheit kanns ja wohl auch nicht sein. so weit sind wir uns einig. schlussendlich haben wir uns beide so gern, dass wir es untragbar fänden, wenn sich der eine für den andern/ die andere total verbiegen muss.

wir sind mehr an dem punkt angelangt, an dem wir nicht wissen, ob unsere beziehung "offen" überhaupt überleben könnte. was ist beispielsweise, wenn ich den one-night-stand, den ich im moment gerne hätte, tatsächlich habe? mit was müssen wir rechnen? ist es, krass gesagt, einfach eine scheiss idee und gift für jede beziehung? oder wäre es eine dummheit, die sachen einfach zu begragen und dafür fällt mich die geschichte irgendwann hinterrücks an?

wie du siehst: mit der kommunikation fängt die sache ja erst an. es ist schlussendlich die ungewisstheit, die mich verunsichert. klar kann mir hier niemand irgendwelche garantien geben. aber vielleicht auf etwas vorbereiten?

Noch ein paar Antworten
Zuerst mal eine kurze Nachfrage: Du schreibst, das fremdgehen wäre für euch beide grundsätzlich ein Trennungsgrund. Meinst Du hiermit das Fremdgehen in dem Sinne, daß der Partner davon nichts weiß, also im Prinzip Betrug? Oder auch das Fremdgehen, welches (auch vorher) offen mitgeteilt wird?
Offensichtlich geht eure Liebe zueinander soweit, daß ihr auch dann noch das beste für den Partner wollt, sogar wenn die persönlichen Entwicklungen in eine Richtung gehen würden, die die Paarbeziehung lösen würden. Ich denke, wenn ihr von diesem Grundgedanken aus eure Kommunikation vertieft, ihr die beste Grundlage habt, Respektvoll und in Liebe miteinander umzugehen, egal wie der Status eurer Beziehung jemals aussehen wird.

Sicherlich weiß niemand genau, wie man reagiert, wenn der Partner bestimmte Erlebnisse außerhalb der eigenen Beziehung hat. Das heißt ja dann auch, daß Dein Partner vermutlich gar nicht wissen kann, wie er damit umgehen würde, wenn Du Deinen One-Night-Stand hättest. Entsprechend kann er Dir da natürlich auch keine Zusagen machen. Der One-Night-Stand könnte natürlich Gift für eure Beziehung sein, wenn sein Gefühl damit hinterher nicht zurechtkäme und es entsprechende Spannungen deswegen zwischen euch gäbe. Außerdem, wenn Du gewisse Freiheiten auslebst, wäre es ungerecht, wenn er das nicht dürfte. Entsprechend müßtest auch Du Dich die Frage stellen, wie Du damit zurechtkämst, wenn Dein Partner ähnliche Erlebnisse hätte. Aber wenn man in der Beziehung offen mit dem Thema umgeht, kann man sich hinterher keine Vorwürfe machen, wenn es sich zu einer Belastung der Beziehung entwickelt.

Auf der anderen Seite kann eine solche Erfahrung sich natürlich auch zu einem Gewinn für eure Beziehung entwickeln, denn vielleicht wird auf diese Weise ein gewisser sexueller Druck von eurer Beziehung genommen, wodurch ihr euch persönlich noch näher kommt. Vielleicht gibt es auch sexuelle Erkenntnisse, die ihr in eure Partnerschaft einfließen lassen könnt und so euer Sexualleben bereichert.

Bezüglich der Kommunikation hast Du meiner Meinung nach wirklich vollkommen recht: Damit fängt die Sache erst an. Und genau deswegen, weil Du eigentlich erst am Anfang bist und Dir die Beziehung auch wichtig ist, würde ich Dir raten, immer nur ganz kleine Schritte zu machen. Dann gibst Du einerseits Deinem Partner die Möglichkeit mit Dir mitzuwachsen, er fühlt sich somit in Deine Entwicklung eingebunden. Und andererseits gibt es Dir die Möglichkeit immer nur kleine Entscheidungen zu treffen, die sich etwas besser abschätzen lassen. Und wenn dann die Zeit reif ist für eine Entscheidung bezüglich eines One-Night-Stands kannst Du vielleicht auch schon abschätzen, ob die Beziehung auf diese offene Art und Weise eine Zukunft hat. Oder Du kannst einschätzen, wo Deine Prioritäten liegen: bei der Partnerschaft oder den möglichen neuen sexuellen Erfahrungen. Du könntest Dich sozusagen so selbst auf die Konsequenzen vorbereiten.

Liebe Grüße,
Gulliver

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14.08.06 um 20:31
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Hallo
Ich denke, du stellst dir die falsche Frage. Ihr seid sieben Jahre zusammen und stellt fest, dass ihr euch im Alltag gut versteht, aber die Leidenschaft zumindest bei dir im Moment verpufft ist. Wenn ihr weiter zusammenleben wollt, dann müsst ihr euren Sex verändern. Auf Dauer ist nämlich eine Beziehung, bei der man sich seine sexuelle Befriedigung außerhalb holt, nicht tragfähig, würde ich zumindest mal behaupten. Ihr seid ja schon selbst zu diesem Schluss gekommen. Außerdem, wer sagt dir, dass der Sex bei diesem erträumten ONS so super sein wird oder nicht in einer neuen Beziehung das Problem nach einiger Zeit auch auftaucht. Wenn ihr euch also gut versteht, dann solltet ihr euch mit eurem Sex auseinandersetzen.
Du schreibst zwar, dass ihr beim Sex ein paar neue Sachen versucht habt. Mit ein paar äußerlichen Änderungen, kann man aber sicher keine neue Leidenschaft und wirkliche Intimität zum Partner erreichen. Wenn ihr so offen übers Fremdgehen reden könnt, dann versucht doch mal zu besprechen, was euch/ dich beim Sex so stört, dass keine Leidenschaft mehr aufkommt. Du möchtest dich weiter entwickeln und es ist doch nicht gesagt, dass das mit deinem Freund nicht geht.
Ich lebe auch seit 30 Jahren in einer monogamen Beziehung und kenne dein Gefühl, vielleicht etwas zu verpassen, aber ich kann dir versichern, dass auch Weiterentwicklung in einer Beziehung möglich und sogar notwendig ist.

Weiterentwicklung einer Beziehung
Ich stimme voll mit Dir überein, daß die Weiterentwicklung in einer Beziehung notwendig ist. Aber die Weiterentwicklung funktioniert auf mehreren Fronten. In diesem Zusammenhang sind die Weiterentwicklung der Beziehung an sich und die Weiterentwicklung der beteiligten Personen zu erwähnen. Die Beziehung profitiert von den Erfahrungen der beteiligten Personen, wird definiert durch die Verhaltensweisen dieser Personen und vereint im Optimalfall die positiven Seiten der entsprechenden Personen. Die Weiterentwicklung der eigenen Person wird zum einen vom eigenen Partner und dessen Erfahrungen beeinflußt, aber der eigene Beitrag ist genau so wichtig, also spielen hier auch die eigenen Erfahrungen eine wichtige Rolle. Wenn man nun aber selbst eine Seite wirklich unterdrückt (also nicht nur leicht vernachlässigt oder ähnlich), was auch bezüglich der Sexualität sein kann, so bedrückt das nicht nur die eigene Person sondern folglich auch die Partnerschaft.

Man ist immer selbst für die eigenen Entscheidungen verantwortlich. Und die Entscheidungen haben natürlich Konsequenzen, die man dann auch tragen muß. Wenn man die Seite der Sexualität unterdrückt, weil man sie nur einer Person als Ausschließlichkeit verspricht, dann wird sich sehr wahrscheinlich der Wunsch, diese Seite auszuleben, stets verstärken, bis sie "rausknallt". Oder die Seite läßt sich stetig unterdrücken und man verliert ein gewisses Maß an Lebenslust.
Wenn man aber andererseits sich für die Weiterentwicklung der Sexualität entscheidet und weiß, daß damit die Beziehung auf dem Spiel steht, so kann dies natürlich ebenso zu einer Unzufriedenheit führen. Da man aber meiner Meinung nach, immer nur für die eigenen Entscheidungen verantworlich ist, und auch frei ist, die Entscheidungen zu treffen, ist man in diesem Fall nicht direkt für die Trennung der Beziehung verantwortlich, sondern nur für die enttäuschte Erwartungen die der Partner erlebt. Allerdings ist dies auch einzuschränken: Ein Partner dürfte eigentlich nur Enttäuscht sein bezüglich der Punkte, wo er berechtigte Erwartungen hatte. Und diese Erwartungen beschränken sich dann auf Versprechen, denn nur was man dem Partner versprochen hat, darf er auch erwarten. Wenn man dem Partner von Anfang der Beziehung an nie sexuelle Ausschließlichkeit verspricht, er sich dennoch auf eine Partnerschaft einläßt, so handelt man meiner Meinung nach nicht unmoralisch, wenn man noch andere sexuelle Erfahrungen macht. Wenn der Partner jetzt jedoch die Beziehung nicht mehr fortführen möchte und die Trennung einleitet, so ist er letztendlich für die Trennung an sich verantwortlich. Aber diese Möglichkeit sollte man dennoch in die eigenen Entscheidungen einbinden.

Tangazo, aus Deinem Text wird klar, daß Du Dir nicht vorstellen kannst, daß eine nicht-Monogame Beziehung auch zukunft haben könnte. Allerdings denke ich, daß die monogame Lebensweise eigentlich gesellschaftlich einfach mal so vorgegeben wird und viele Menschen so leben, oder versuchen so zu leben, weil eine andere Lebensweise auf gesellschaftliche Probleme stoßen würde. Aber nach meiner Einschätzung gibt es durchaus einige Leute, die sich an sich auch eine nicht-monogame Lebensweise vorstellen können, aber sich auch nicht trauen darüber zu reden. Vielleicht sollte die Monogamie gesellschaftlich nicht einfach so vorausgesetzt werden, sondern Bestandteil der Gespräche werden, die man mit möglichen Partnern führt, um herauszufinden, ob man zusammen passen würde. Ich denke, daß, ob man nun eine monogame Beziehung führt oder auch nicht, Erfüllung kann man immer finden. Hierzu kommt es aber maßgeblich auf die innere Einstellung an.

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14.08.06 um 20:34

...
bei einen seitensprung wäre die beziehung für mich gestorben!!! jedenfalls wenn du schon an andere männer denkst kannst du doch nicht von liebe sprechen,also beende es bevor du ihm noch mehr verletzt! lg maus

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14.08.06 um 20:40
In Antwort auf

Noch ein paar Antworten
Zuerst mal eine kurze Nachfrage: Du schreibst, das fremdgehen wäre für euch beide grundsätzlich ein Trennungsgrund. Meinst Du hiermit das Fremdgehen in dem Sinne, daß der Partner davon nichts weiß, also im Prinzip Betrug? Oder auch das Fremdgehen, welches (auch vorher) offen mitgeteilt wird?
Offensichtlich geht eure Liebe zueinander soweit, daß ihr auch dann noch das beste für den Partner wollt, sogar wenn die persönlichen Entwicklungen in eine Richtung gehen würden, die die Paarbeziehung lösen würden. Ich denke, wenn ihr von diesem Grundgedanken aus eure Kommunikation vertieft, ihr die beste Grundlage habt, Respektvoll und in Liebe miteinander umzugehen, egal wie der Status eurer Beziehung jemals aussehen wird.

Sicherlich weiß niemand genau, wie man reagiert, wenn der Partner bestimmte Erlebnisse außerhalb der eigenen Beziehung hat. Das heißt ja dann auch, daß Dein Partner vermutlich gar nicht wissen kann, wie er damit umgehen würde, wenn Du Deinen One-Night-Stand hättest. Entsprechend kann er Dir da natürlich auch keine Zusagen machen. Der One-Night-Stand könnte natürlich Gift für eure Beziehung sein, wenn sein Gefühl damit hinterher nicht zurechtkäme und es entsprechende Spannungen deswegen zwischen euch gäbe. Außerdem, wenn Du gewisse Freiheiten auslebst, wäre es ungerecht, wenn er das nicht dürfte. Entsprechend müßtest auch Du Dich die Frage stellen, wie Du damit zurechtkämst, wenn Dein Partner ähnliche Erlebnisse hätte. Aber wenn man in der Beziehung offen mit dem Thema umgeht, kann man sich hinterher keine Vorwürfe machen, wenn es sich zu einer Belastung der Beziehung entwickelt.

Auf der anderen Seite kann eine solche Erfahrung sich natürlich auch zu einem Gewinn für eure Beziehung entwickeln, denn vielleicht wird auf diese Weise ein gewisser sexueller Druck von eurer Beziehung genommen, wodurch ihr euch persönlich noch näher kommt. Vielleicht gibt es auch sexuelle Erkenntnisse, die ihr in eure Partnerschaft einfließen lassen könnt und so euer Sexualleben bereichert.

Bezüglich der Kommunikation hast Du meiner Meinung nach wirklich vollkommen recht: Damit fängt die Sache erst an. Und genau deswegen, weil Du eigentlich erst am Anfang bist und Dir die Beziehung auch wichtig ist, würde ich Dir raten, immer nur ganz kleine Schritte zu machen. Dann gibst Du einerseits Deinem Partner die Möglichkeit mit Dir mitzuwachsen, er fühlt sich somit in Deine Entwicklung eingebunden. Und andererseits gibt es Dir die Möglichkeit immer nur kleine Entscheidungen zu treffen, die sich etwas besser abschätzen lassen. Und wenn dann die Zeit reif ist für eine Entscheidung bezüglich eines One-Night-Stands kannst Du vielleicht auch schon abschätzen, ob die Beziehung auf diese offene Art und Weise eine Zukunft hat. Oder Du kannst einschätzen, wo Deine Prioritäten liegen: bei der Partnerschaft oder den möglichen neuen sexuellen Erfahrungen. Du könntest Dich sozusagen so selbst auf die Konsequenzen vorbereiten.

Liebe Grüße,
Gulliver

Sehr...
...pädagogisch geschrieben
Ich würde sagen, was würde denn Dein Partner sagen, wenn ihr mal zusammen in einen Swingerclub gehen würdet. Könntet IHR (also Du und auch Dein Partner) Euch das Vorstellen. Dort könntest Du mit mehreren verschiedenen Leuten Sex haben, aber Dein Partner auch. Würde DAS Eure Beziehung, Eure Liebe füreinander aushalten ??? Red doch mal mit Deinem Partner darüber.
Ich selbst war noch nicht in einem Swingerclub, weiß also auch nicht wie und was dort abgeht (nur vom Hörensagen), aber ich würde das für Euch (insbesondere für Dich) als Alternative sehen, die Lust aufeinander wieder zu beleben.
Davon ab glaub ich aber, soviel anders (in Bezug auf was verpasst haben) wird der Sex nicht sein.

grüße
resuser

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14.08.06 um 21:27
In Antwort auf

Sehr...
...pädagogisch geschrieben
Ich würde sagen, was würde denn Dein Partner sagen, wenn ihr mal zusammen in einen Swingerclub gehen würdet. Könntet IHR (also Du und auch Dein Partner) Euch das Vorstellen. Dort könntest Du mit mehreren verschiedenen Leuten Sex haben, aber Dein Partner auch. Würde DAS Eure Beziehung, Eure Liebe füreinander aushalten ??? Red doch mal mit Deinem Partner darüber.
Ich selbst war noch nicht in einem Swingerclub, weiß also auch nicht wie und was dort abgeht (nur vom Hörensagen), aber ich würde das für Euch (insbesondere für Dich) als Alternative sehen, die Lust aufeinander wieder zu beleben.
Davon ab glaub ich aber, soviel anders (in Bezug auf was verpasst haben) wird der Sex nicht sein.

grüße
resuser

...
Hallo Resuser,

ich bin auch männlich, hab aber über dieses Thema auch schon offen und viel mit meiner Partnerin diskutiert. Wir sind seit über 9 Jahren zusammen und sehr glücklich. Ein Swingerclub kämer aber für uns beide nicht wirklich in Frage. Grundsätzlich würden wir zwar nicht nein sagen und uns das durchaus mal anschauen dort. Aber es geht uns beiden nicht in erster Linie um Sex sondern um die Gefühle.
Diese Veränderung hat sich bei uns vor einigen Jahren ergeben, als sich meine Partnerin in einen anderen Mann verliebt hatte. Die Zeit die darauf folgte, insbesondere als sie mich darüber informiert hatte, hat uns sehr geprägt. Denn statt sie zurückzuweisen und zu versuchen, ihren Kontakt mit ihm abzubrechen, habe ich sie unterstützt. Selbstverständlich war die Anfangszeit sehr hart, die Grundsätze unserer Beziehung mußten neu überdacht und ausdiskutiert werden. Die üblichen Fragen, ob man 2 Menschen gleichzeitig lieben kann, oder ob die Liebe zum bisherigen Partner damit geringer geworden wäre standen natürlich im Vordergrund. Aber mit viel und vor allem offen reden hat sich eine neue Basis entwickelt. Ich würde sagen, daß wir heute deutlich tiefer miteinander verwurzelt sind als vorher. Dadurch hab ich natürlich auch mich sehr gut kennengelernt, und weiß heute, was für mich die Basis jeder Beziehung ist: Vertrauen, Offenheit und Freundschaft. Und grundsätzlich ist diese Basis dehnbar, auch auf mehrere Personen, also nicht begrenzt auf zwei.

Grüße,
Gulliver

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15.08.06 um 0:59

Also ich war auch 5 jahre lang mit meinen
damaligen freund zusammen (seit ich 17 war) und er war auch der erste mit dem ich sex hatte. hab auch immer gedacht vielleicht verpasse ich was, konnte mir aber wiederum auch nicht vorstellen fremd zu gehn. kann dich also echt gut verstehn. denke aber du könntest es deinem freund nicht verheimlichen weil man bestimmt ein sehr schlechtes gewissen dann hat. also überleg es dir sehr gut ob du damit die beziehung evtl aufs spiel setzt oder schlag ihm doch einen 3er vor dann wäre er dabei und du hättest mal einen anderen mann

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15.08.06 um 6:36
In Antwort auf

Weiterentwicklung einer Beziehung
Ich stimme voll mit Dir überein, daß die Weiterentwicklung in einer Beziehung notwendig ist. Aber die Weiterentwicklung funktioniert auf mehreren Fronten. In diesem Zusammenhang sind die Weiterentwicklung der Beziehung an sich und die Weiterentwicklung der beteiligten Personen zu erwähnen. Die Beziehung profitiert von den Erfahrungen der beteiligten Personen, wird definiert durch die Verhaltensweisen dieser Personen und vereint im Optimalfall die positiven Seiten der entsprechenden Personen. Die Weiterentwicklung der eigenen Person wird zum einen vom eigenen Partner und dessen Erfahrungen beeinflußt, aber der eigene Beitrag ist genau so wichtig, also spielen hier auch die eigenen Erfahrungen eine wichtige Rolle. Wenn man nun aber selbst eine Seite wirklich unterdrückt (also nicht nur leicht vernachlässigt oder ähnlich), was auch bezüglich der Sexualität sein kann, so bedrückt das nicht nur die eigene Person sondern folglich auch die Partnerschaft.

Man ist immer selbst für die eigenen Entscheidungen verantwortlich. Und die Entscheidungen haben natürlich Konsequenzen, die man dann auch tragen muß. Wenn man die Seite der Sexualität unterdrückt, weil man sie nur einer Person als Ausschließlichkeit verspricht, dann wird sich sehr wahrscheinlich der Wunsch, diese Seite auszuleben, stets verstärken, bis sie "rausknallt". Oder die Seite läßt sich stetig unterdrücken und man verliert ein gewisses Maß an Lebenslust.
Wenn man aber andererseits sich für die Weiterentwicklung der Sexualität entscheidet und weiß, daß damit die Beziehung auf dem Spiel steht, so kann dies natürlich ebenso zu einer Unzufriedenheit führen. Da man aber meiner Meinung nach, immer nur für die eigenen Entscheidungen verantworlich ist, und auch frei ist, die Entscheidungen zu treffen, ist man in diesem Fall nicht direkt für die Trennung der Beziehung verantwortlich, sondern nur für die enttäuschte Erwartungen die der Partner erlebt. Allerdings ist dies auch einzuschränken: Ein Partner dürfte eigentlich nur Enttäuscht sein bezüglich der Punkte, wo er berechtigte Erwartungen hatte. Und diese Erwartungen beschränken sich dann auf Versprechen, denn nur was man dem Partner versprochen hat, darf er auch erwarten. Wenn man dem Partner von Anfang der Beziehung an nie sexuelle Ausschließlichkeit verspricht, er sich dennoch auf eine Partnerschaft einläßt, so handelt man meiner Meinung nach nicht unmoralisch, wenn man noch andere sexuelle Erfahrungen macht. Wenn der Partner jetzt jedoch die Beziehung nicht mehr fortführen möchte und die Trennung einleitet, so ist er letztendlich für die Trennung an sich verantwortlich. Aber diese Möglichkeit sollte man dennoch in die eigenen Entscheidungen einbinden.

Tangazo, aus Deinem Text wird klar, daß Du Dir nicht vorstellen kannst, daß eine nicht-Monogame Beziehung auch zukunft haben könnte. Allerdings denke ich, daß die monogame Lebensweise eigentlich gesellschaftlich einfach mal so vorgegeben wird und viele Menschen so leben, oder versuchen so zu leben, weil eine andere Lebensweise auf gesellschaftliche Probleme stoßen würde. Aber nach meiner Einschätzung gibt es durchaus einige Leute, die sich an sich auch eine nicht-monogame Lebensweise vorstellen können, aber sich auch nicht trauen darüber zu reden. Vielleicht sollte die Monogamie gesellschaftlich nicht einfach so vorausgesetzt werden, sondern Bestandteil der Gespräche werden, die man mit möglichen Partnern führt, um herauszufinden, ob man zusammen passen würde. Ich denke, daß, ob man nun eine monogame Beziehung führt oder auch nicht, Erfüllung kann man immer finden. Hierzu kommt es aber maßgeblich auf die innere Einstellung an.

Doch in einer Beziehung
Man merkt, dass dich das Thema sehr beschäftigt. Aus deinen Beiträgen wird aber nicht klar, ob ihr, seitdem sich deine Freundin in einen anderen Mann verliebt hat, in einer Dreierbeziehung lebt oder dies nur zeitweise so war und sie sich dann für dich entschieden hat.
Ich denke, dass nur sehr wenige Menschen die Weiterentwicklung ihres Partners so wie du unterstützen können. Mein Mann gehört auch dazu, wie ich in den letzten Monaten erfahren durfte.
Du gehst aber bei deinen ganzen Überlegungen davon aus, dass man seine Sexualität nur durch Erfahrungen außerhalb weiterentwickeln kann (zumindest einer der Partner) und die Monogamie schlechthin zur Unterdrückung der Sexualität führt, wenn du schreibst: Wenn man die Seite der Sexualität unterdrückt, weil man sich nur einer Person als Ausschließlichkeit verspricht, dann wird sich sehr wahrscheinlich der Wunsch, diese Seite auszuleben, stets verstärken, bis sie "rausknallt". Es stimmt schon, dass man in einer langen Beziehung gerade beim Sex Seiten von sich unterdrückt, aber sicher nicht seine gesamte Sexualität. Und es muss eben nicht sein, dass es dann nur bei einem neuen Partner möglich ist, auch seine anderen Seiten zu entdecken und zu zeigen. Es gehört sicher viel Mut dazu, sich plötzlich zu zeigen, wie man wirklich ist. Aber wenn man merkt, dass es für die eigene persönliche Weiterentwicklung absolut notwendig ist, dann traut man sich. Man prescht regelrecht voran. Die meisten wählen wohl lieber den einfacheren Weg und suchen sich einen neuen Partner, mit dem sie aber nach einigen Jahren die gleiche Festgefahrenheit erleben. Also geht die serielle Monogamie in die nächste Runde. Übrigens sieht man an den vielen Trennungen und Scheidungen, dass unsere Gesellschaft dies akzeptiert hat.

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15.08.06 um 9:44
In Antwort auf

Doch in einer Beziehung
Man merkt, dass dich das Thema sehr beschäftigt. Aus deinen Beiträgen wird aber nicht klar, ob ihr, seitdem sich deine Freundin in einen anderen Mann verliebt hat, in einer Dreierbeziehung lebt oder dies nur zeitweise so war und sie sich dann für dich entschieden hat.
Ich denke, dass nur sehr wenige Menschen die Weiterentwicklung ihres Partners so wie du unterstützen können. Mein Mann gehört auch dazu, wie ich in den letzten Monaten erfahren durfte.
Du gehst aber bei deinen ganzen Überlegungen davon aus, dass man seine Sexualität nur durch Erfahrungen außerhalb weiterentwickeln kann (zumindest einer der Partner) und die Monogamie schlechthin zur Unterdrückung der Sexualität führt, wenn du schreibst: Wenn man die Seite der Sexualität unterdrückt, weil man sich nur einer Person als Ausschließlichkeit verspricht, dann wird sich sehr wahrscheinlich der Wunsch, diese Seite auszuleben, stets verstärken, bis sie "rausknallt". Es stimmt schon, dass man in einer langen Beziehung gerade beim Sex Seiten von sich unterdrückt, aber sicher nicht seine gesamte Sexualität. Und es muss eben nicht sein, dass es dann nur bei einem neuen Partner möglich ist, auch seine anderen Seiten zu entdecken und zu zeigen. Es gehört sicher viel Mut dazu, sich plötzlich zu zeigen, wie man wirklich ist. Aber wenn man merkt, dass es für die eigene persönliche Weiterentwicklung absolut notwendig ist, dann traut man sich. Man prescht regelrecht voran. Die meisten wählen wohl lieber den einfacheren Weg und suchen sich einen neuen Partner, mit dem sie aber nach einigen Jahren die gleiche Festgefahrenheit erleben. Also geht die serielle Monogamie in die nächste Runde. Übrigens sieht man an den vielen Trennungen und Scheidungen, dass unsere Gesellschaft dies akzeptiert hat.

So sieht's bei mir jetzt aus
ich muss sagen, ich bin überrascht, wie viele gute postes hier zu dem thema kommen. hier auch gleich ein dickes dankeschön an alle, die geschrieben haben! ihr helft mir wirklich weiter, meine gedanken zu ordnen und das ganz überlegt anzugehen.

hier also der neuste stand bei mir, für alle die es interessiert:

mir hat geholfen zu sehen, dass es andere gibt, die das gleiche problem haben (klingt nach klischee, ist aber so).

was ich recht schwierig finde, ist ein tipp, den ich von verschiedenen seiten bekommen habe: nämlich einfach mein sexleben in meiner beziehung zu verbessern, damits halt wieder schön ist. dieser rat ist zwar lieb gemeint, aber: was wir nicht schon alles probiert und beredet haben... das war meistens schön (gab auch guten sex daraus), manchmal auch frustrierend. ich bin halt wirklich an einem punkt angelangt, wo ich nicht mal mehr weiss, was für wünsche ich denn noch äussern sollte.

meine entscheidung, wie es weitergehen soll:

im moment verkneife ich mir das fremdgehen. es sind einfach noch zu viele fragen offen. ich werde nicht drum herum kommen, die sache mit meinem freund zu besprechen. vielleicht werde ich ja von seiner reaktion überrascht?

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15.08.06 um 11:40
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Doch in einer Beziehung
Man merkt, dass dich das Thema sehr beschäftigt. Aus deinen Beiträgen wird aber nicht klar, ob ihr, seitdem sich deine Freundin in einen anderen Mann verliebt hat, in einer Dreierbeziehung lebt oder dies nur zeitweise so war und sie sich dann für dich entschieden hat.
Ich denke, dass nur sehr wenige Menschen die Weiterentwicklung ihres Partners so wie du unterstützen können. Mein Mann gehört auch dazu, wie ich in den letzten Monaten erfahren durfte.
Du gehst aber bei deinen ganzen Überlegungen davon aus, dass man seine Sexualität nur durch Erfahrungen außerhalb weiterentwickeln kann (zumindest einer der Partner) und die Monogamie schlechthin zur Unterdrückung der Sexualität führt, wenn du schreibst: Wenn man die Seite der Sexualität unterdrückt, weil man sich nur einer Person als Ausschließlichkeit verspricht, dann wird sich sehr wahrscheinlich der Wunsch, diese Seite auszuleben, stets verstärken, bis sie "rausknallt". Es stimmt schon, dass man in einer langen Beziehung gerade beim Sex Seiten von sich unterdrückt, aber sicher nicht seine gesamte Sexualität. Und es muss eben nicht sein, dass es dann nur bei einem neuen Partner möglich ist, auch seine anderen Seiten zu entdecken und zu zeigen. Es gehört sicher viel Mut dazu, sich plötzlich zu zeigen, wie man wirklich ist. Aber wenn man merkt, dass es für die eigene persönliche Weiterentwicklung absolut notwendig ist, dann traut man sich. Man prescht regelrecht voran. Die meisten wählen wohl lieber den einfacheren Weg und suchen sich einen neuen Partner, mit dem sie aber nach einigen Jahren die gleiche Festgefahrenheit erleben. Also geht die serielle Monogamie in die nächste Runde. Übrigens sieht man an den vielen Trennungen und Scheidungen, dass unsere Gesellschaft dies akzeptiert hat.

Monogamie als Standard
Wir befinden uns nicht in einer Dreierbeziehung, auch deswegen, weil andere Umstände bestimmte Entwicklungen behindern. Andererseits steht für uns fest, daß wir den Partner nie an weiteren Erfahrungen hindern wollen.
Aber Du hast recht, daß meine Äußerungen anders aufgefaßt werden können, als ich sie angedacht hatte. Selbstverständlich ist es so, daß man seine Sexualität auch in einer monogamen Beziehung erweitern kann. Und dies kann durchaus so vielseitig sein, daß es einem ausreicht. Allerdings gibt es auch Beziehungen oder Menschen allgemein, denen die Erfahrungen innerhalb der monogamen Beziehung nicht ausreichen. Und wenn sie sich dann entscheiden, auch außerhalb Erfahrungen sammeln zu wollen, darf man sie in meinen Augen nicht daran hindern. Wobei es für mich selbstverständlich ist, hier auch nichts hinter dem Rücken meines Partners zu machen, sondern immer offen dazu zu stehen.
Was ich insgesamt damit sagen möchte, ist daß die Monogamie nicht automatisch zur Unterdrückung der Sexualität führt, sondern daß Monogamie in unserer Gesellschaft oft sosehr vorausgesetzt wird, daß Menschen, die eigentlich nicht Monogam sind, sich dem Druck aber fügen bestimmte Seiten an sich unterdrücken. Und dazu kann auch die sexuelle Entwicklung gehören.

Und für mich persönlich reicht die serielle Monogamie nicht, da ich Hoffnungen habe an einer dauerhaften Beziehung, die viel mehr überstehen kann als z.B. sexuelle Abenteuer.

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15.08.06 um 11:47
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So sieht's bei mir jetzt aus
ich muss sagen, ich bin überrascht, wie viele gute postes hier zu dem thema kommen. hier auch gleich ein dickes dankeschön an alle, die geschrieben haben! ihr helft mir wirklich weiter, meine gedanken zu ordnen und das ganz überlegt anzugehen.

hier also der neuste stand bei mir, für alle die es interessiert:

mir hat geholfen zu sehen, dass es andere gibt, die das gleiche problem haben (klingt nach klischee, ist aber so).

was ich recht schwierig finde, ist ein tipp, den ich von verschiedenen seiten bekommen habe: nämlich einfach mein sexleben in meiner beziehung zu verbessern, damits halt wieder schön ist. dieser rat ist zwar lieb gemeint, aber: was wir nicht schon alles probiert und beredet haben... das war meistens schön (gab auch guten sex daraus), manchmal auch frustrierend. ich bin halt wirklich an einem punkt angelangt, wo ich nicht mal mehr weiss, was für wünsche ich denn noch äussern sollte.

meine entscheidung, wie es weitergehen soll:

im moment verkneife ich mir das fremdgehen. es sind einfach noch zu viele fragen offen. ich werde nicht drum herum kommen, die sache mit meinem freund zu besprechen. vielleicht werde ich ja von seiner reaktion überrascht?

Deine Entscheidung
ich habe sehr große Achtung vor deiner Entscheidung. Die offene, kommunikative Entscheidung ist zwar eine, die sehr viel Mut bedarf und somit sicher nicht als einfacher Weg zu bezeichnen ist, aber man wird dafür vermutlich dafür belohnt: Man lernt sich selbst besser kennen, aber auch den eigenen Partner. Denn falls der Partner wirklich zu einem paßt, wird sich dies nur so offenbaren können. Und auch wenn der Partner auf dauer nicht zu einem paßt, wird sich das so zeigen. Allerdings wird man dann immer in Respekt und vielleicht sogar in Freundschaft weiter miteinander umgehen können.
Und ja, vielleicht wird seine Reaktion dich überraschen, hoffentlich im positiven Sinn.
Vielleicht solltest Du Deinen Verzicht auf das Fremdgehen aber nicht unbeding als "verkneifen" sehen, sondern als Investition in deine Entwicklung. Es wird sicher die Zeit kommen, wo Du die Freiheit ausleben wirst, da dieses Element offensichtlich stark in deiner Natur vertreten ist. Aber momentan sind halt ein paar Rahmenbedingungen zu klären, damit dein Gewissen auch wirklich gut damit zurechtkommen wird.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe es gibt eine positive Entwicklung.

Grüße, Gulliver

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15.08.06 um 15:58
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So sieht's bei mir jetzt aus
ich muss sagen, ich bin überrascht, wie viele gute postes hier zu dem thema kommen. hier auch gleich ein dickes dankeschön an alle, die geschrieben haben! ihr helft mir wirklich weiter, meine gedanken zu ordnen und das ganz überlegt anzugehen.

hier also der neuste stand bei mir, für alle die es interessiert:

mir hat geholfen zu sehen, dass es andere gibt, die das gleiche problem haben (klingt nach klischee, ist aber so).

was ich recht schwierig finde, ist ein tipp, den ich von verschiedenen seiten bekommen habe: nämlich einfach mein sexleben in meiner beziehung zu verbessern, damits halt wieder schön ist. dieser rat ist zwar lieb gemeint, aber: was wir nicht schon alles probiert und beredet haben... das war meistens schön (gab auch guten sex daraus), manchmal auch frustrierend. ich bin halt wirklich an einem punkt angelangt, wo ich nicht mal mehr weiss, was für wünsche ich denn noch äussern sollte.

meine entscheidung, wie es weitergehen soll:

im moment verkneife ich mir das fremdgehen. es sind einfach noch zu viele fragen offen. ich werde nicht drum herum kommen, die sache mit meinem freund zu besprechen. vielleicht werde ich ja von seiner reaktion überrascht?

Schön, dass du uns
eine Rückmeldung gibst. Du siehst, du bist nicht die einzige, die sich mit diesen Fragen beschäftigt.
Mir war klar, dass der Tipp sein Sexleben zu ändern viel zu allgemein ist. Es ist da wirklich schwierig ins Detail zu gehen, denn was man ändern könnte ist ja in jeder Beziehung anders. Ich habe das Gefühl, du überlegst, was du denn noch ausprobieren könntest, damit deine Lust wirklich wieder kommt. Beschreib doch einfach mal etwas genauer, in welche Richtung deine Überlegungen gehen, wenn dir das nicht zu intim ist...
Ich denke, eine gute Anregung kann es sein, auch beim Sex zu reden und nicht nur vorher oder nachher. Es ist sehr schwer, sich wirklich nahe zu kommen. Man kann sich gegenseitig zum Orgasmus bringen und sich trotzdem einsam fühlen.
Ich habe lange gesucht, eine Erklärung für all diese Veränderungen bei mir und Antworten auf meine Fragen zu finden. Dann habe ich über den amerikanischen Sexualtherapeuten David Schnarch (haha) gelesen und mir sein Buch Die Psychologie sexueller Leidenschaft besorgt. Das Buch ist echt fantastisch. Allerdings ist es eher für ältere Paare geschrieben. Er vertritt nämlich die These, dass wir unsere Erotik erst mit über 40 entdecken und ausleben. Und dann sind es häufig die Frauen, die sich weiter entwickeln und den Sex in der Beziehung verändern. Hier im Forum gibt es ja einige, die das bestätigen können. Er beschreibt darin übrigens ganz direkt, wie Paare ihren Sex verändert haben (könnte in den USA eigentlich als Pornografie durchgehen).
Ich schätze mal, du bist höchstens Mitte/ Ende 20. Aber vielleicht ist es trotzdem interessant für dich.

Liebe Grüße Tangazo

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15.08.06 um 16:08
In Antwort auf

...
bei einen seitensprung wäre die beziehung für mich gestorben!!! jedenfalls wenn du schon an andere männer denkst kannst du doch nicht von liebe sprechen,also beende es bevor du ihm noch mehr verletzt! lg maus

Schwarz
und weiß. Mehr gibt es bei dir nicht.

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