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Pille trotz Thrombosegefahr

6. Juni 2010 um 1:07 Letzte Antwort: 9. Juni 2016 um 10:36

Hallo ihr Lieben,

Ich weiß, dass es schon einige Beiträge zu diesem Thema gab und doch musste ich eine neue Diskussion eröffnen, da ich immernoch keine wirklichen Antworten gefunden habe.

Ich bin 21 Jahre alt, ich hatte im alter von 15 Jahren einen leichten Schlaganfall, ob dieser durch eine wirkliche Thrombose entstand, ist unklar, einzig und alleine die Tatsache, dass ich eine Verengung in einer Hauptaterie der rechten Gehirnhälfte habe, wurde mit Sicherheit festgestellt. Ich habe keine bleibenden Schäden davon getragen, muss aber täglich eine Tablette zur Blutverdünnung (ASS100) als vorbeugende Maßnahme einnehmen. Durch diese Tablette steigt wohl mein Thomboserisiko, weshalb ich bis zum heutigen Tage auch keine Pille verschrieben bekommen habe. Verhütung ohne Pille war für mich bis jetzt noch nie ein wirkliches Problem, natürlich ist es nie so sicher, wie es mit der Pille vielleicht wäre, aber damit konnte ich gut umgehen. Was mein größtes Problem ist, ist dass ich jeden Monat mit Beginn der Regel 2 Tage lang unter unbeschreiblichen Schmerzen leide und das seit fast von Anfang an. Gegen diese Schmerzen nehme ich Umrem forte (400mg Ibuprofen) und gleichzeitig jeweils immer eine Tablette Buscupan plus. Zeitweise habe ich sogar schon Ibuprofen 600 einnehmen müssen. Da es natürlich nicht gesund ist, so etwas auf Dauer zu nehmen habe ich mich wieder auf 400mg beschränkt, muss als Gegenleistung jedoch jedesmal auf's neue mit den Schmerzen kämpfen. Durch die Verbindung mit meinen blutverdünnenden Mittel, verlieren auch die Schmerztabletten schnell ihre ursprüngliche Wirkung und sie auf Jahre zu nehmen, kann zu Magenblutungen führen. Desweiteren habe ich meine Regelblutungen fast immer unterschiedlich, sprich ich kann mich niemals auf die Regelmäßigkeit verlassen. Das letzte mal hatte ich sie am 24. April, heute zum nächsten Mal. Gerade sitze ich mit meiner Wärmflasche an meinem Laptop und gleich werde ich wieder ins Bett fallen, mit Hilfe der Schmerztabletten einschlafen und hoffentlich nicht wieder, wie so oft, nachts aufwachen und vor Schmerzen wankend und weinend durch mein Zimmer laufen. Oft hatte ich solche Schmerzen, dass mir davon regelrecht schwarz vor Augen wurde und ich auch schon ein paar Mal davon zusammengeklappt bin. Dazu habe ich oft, vorallem unmittelbar vor meiner Regel unreine Haut. Ich habe wirklich bis jetzt damit gelebt und es immer akzpeptiert, es hält sich gerade so in Grenzen. Doch muss ich ehrlich gestehen, mit 21 Jahren habe ich allmählich wirklich die Nase sowas von gestrichen voll von all diesen Nebeneffekten.

Wie gesagt, wird mir natürlich jedesmal von der Pille und anderen Hormonpräparaten abgeraten, so habe ich das letzte mal lediglich ein pflanzliches Mittel (Agnus castus) von meiner Frauenärztin verschrieben bekommen. Auch nach ein paar Monaten der Einnahme, hat es mir rein gar nichts gegen meine Schmerzen geholfen. Magnesiumtabletten habe ich auch schon versucht und weiß ich nicht was alles. Mit Tee braucht mir bitte niemand kommen, gegen diese Schmerzen hilft der beste Tee der Welt leider Gottes nichts.

Ich kann nicht sagen, zu was ich mittlerweile alles in der Lage wäre, nur um diese Schmerzen endlich nicht mehr ertragen zu müssen. Ich kann nicht sagen, wieviel Lebensqualität mir das Ganze raubt und wie sehr ich es einfach Leid bin. Ich weiß, dass ich sicherlich nicht der einzige Mensch bin, der unter so etwas leidet, aber ich möchte es schlichtweg nicht mehr tun.

Nun meine Frage, hat jemand Erfahrung trotz erhöhter Thrombosegefahr, vielleicht auch näher an meinem Fall mit der Pille und kann mir vielleicht vorweg Tipps geben? Ich befinde mich zur Zeit noch in meinem Auslandsjahr, werde anfang Juli aber sofort mein FÄ aufsuchen. Damit die mich nicht wieder abwimmeln kann, möchte ich direkt etwas besser vorbereitet dort erscheinen.

Dankeschön im Voraus für alle Beiträge!

Liebe Grüße aus London

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6. Juni 2010 um 9:48


Hallöchen erstmal

Ich kann dich gut verstehen, und ich glaub dir, dass das unheimlich viel Kraft und Lebensenergie raubt.

Nur is es so, die Pille(also Mikropille) kann immer zu Thrombosen führen und auch zu Schlaganfall, auch bei Frauen, die vorher nicht damit in Berührung kamen. Insofern wird dir das kein Arzt verschreiben und das ist auch gut so, es steht ausdrücklich im Beipack, dass man sowas nicht einnehmen darf bei vorangegangenem Schlaganfall.

Ich darf auch keine Östrogene nehmen, weil ich sonst mein Schlaganfallrisiko auch erhöhen würde(leide unter Migräne mit Aura). Ich nehm die Pille aus verhütungstechnischen Gründen und da eben ne "normale" mit Östrogenen ausscheidet, wurde mir die Cerazette verschrieben. Eine Minipille, die den Eisprung auch in den meisten Fällen unterdrückt und durchgehend eingenommen wird.
Positiver Nebeneffekt, die Blutungen werden sehr schwach und bleiben zum Teil sogar ganz aus(ich hatte keine mehr, seit ich sie nehme). Negativer Effekt, es können Zwischenblutungen bzw Schmierblutungen auftreten. Hab die Pille schon mal mit 16 genommen, da hatte ich fast drei Monate leichte Schmierblutungen, was schon genervt hat, aber danach kam gar nix mehr solang ich sie genommen hab, insofern war's das wert
Wird eben auch eingesetzt bei Patientinnen, die starke und schmerzhafte Blutungen haben.
Ich hab eben mal im Beipackzettel geguckt, von Schlaganfall stand da nix, aber dass Vorsicht geboten ist wegen Thrombosen, bzw wenn eine vorliegt, darf man sie nicht einnehmen.
Meine FÄ hat aber gesagt, dass das Thromboserisiko unter Cerazette nich so hoch is, wie unter Östrogenpillen.
Vll wäre das ja was für dich? Lass dich einfach mal von nem guten Arzt beraten(ich weiß, ist schwer bis man den findet ), ob du die nehmen darfst und ob das was für dich wäre.
Zumindest könntest du dein Blutungsproblem damit in den Griff kriegen.
Zum Thema schlechte Haut hilft die aber nicht wirklich =/ is eben keine "Schönheitspille"
Hab am Anfang eher bissl schlechtere Haut gekriegt, aber jetzt keine Akne oder so. Mittlerweile hat sichs eingependelt.
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.
Kopf hoch!

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6. Juni 2010 um 12:55

Ja klar,
drum sag ich ja: gut abklären

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6. Juni 2010 um 14:52

Dankeschön,
erst einmal für die vielen schnellen Antworten. Dass ich in meiner momentanen Lage auf Hormoneinnahmen verzichten sollte, weiß ich ja. Dennoch soll es ja Pillenarten geben, die man trotz erhöhter Thrombosegefahr nehmen darf. @gynnie2: Kannst du mir vielleicht etwas mehr über die Microlut / 28mini berichten? Habe von ihnen noch nicht wirklich viel gehört. Zu den Schmerzmitteln, ich weiß, dass sie nicht so gefährlich sind, habe jedoch von meinem Hausarzt keine 600er Ibuprofen mehr verschrieben bekommen, weil er es nicht für nötig / angebracht hält und denkt, es sei auf die Jahre hin zu gefährlich. Er hat mich dann mit den Worten "da muss ja etwas nicht in Ordnung sein." zur FÄ überwiesen. Die konnte natürlich nichts unnormales feststellen hat mir aber auch nur Urem forte (400mg) verschrieben. Vielleicht habe ich mehr Glück beim nächsten Mal, obwohl ich ehrlich sagen muss, ich würde trotzdem lieber nicht so hochdosierte Tabletten schlucken, immerhin nehme ich 3-4 mal Ibuprofen + Buscopan plus an den zwei ersten Tagen. Werde mich aber auch mal schlau machen, über die Alternative die du geschrieben hattest, Danke dafür.

Zu Agnus castus: Ich weiß, dass es auch helfen soll, den Zyklus zu regulieren, aber auch das blieb aus. Ich habe einen Kalender geführt und der sieht mehr nach Achterbahn als nach regelmäßigem Zyklus aus. Nie weiß ich, wann ich die Schmerzen wieder bekomme und meistens ist es in noch unglücklicheren Situationen, als dass es nicht schon zu Hause wäre.

@andalglarien: Ich habe schon von ein paar der Sachen gehört die du aufgezählt hast, meine FÄ sagte dazu allerdings nichts. Werde sie auf jeden Fall darauf ansprechen!

Ich wollte vielleicht noch dazu sagen, dass eine Thrombose damals nie wirklich nachgewiesen werden konnte und die Tabletten nun als rein vorbeugende Maßnahme angesehen werden. Ich rauche nicht, ich trinke keinen Alkohol, ich bin weder übergewichtig noch ernähre ich mich ungesund. Also eigentlich alles, was eine Thrombose verhindern oder das Risiko zumindestens verringern sollte.

Falls ich nun doch auf eine Pille zurückgreifen "sollte" und vielleicht könnte, gibt es nicht auch Dinge die man nehmen, tun kann um das Risiko zusätzlich zu vergeringern?

Liebe Grüße

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6. Juni 2010 um 22:44

Hey!
ich weiß ehrlich gesagt nicht, was genau marcumar ist und ob es den selben zweck erfüllt wie meine ASS100, die senken ja quasi das thromboserisiko weil sie das blut, genau wie aspririn verdünne, nur niedriger dosiert sind.

das mit den ibuprofen 600 habe ich mir auch so ähnlich gedacht, wobei mir natürlich reichlich egal wäre, wieviel ich dafür zahlen müsste. jedoch meinte er dann wohl auch 600er und auch 800er ibuprofen werden rheuma patienten verschrieben und die bräuchte ich nun wohl wirklich nicht. das mit der 1 1/2 urem forte tablette wäre eine idee, nur leider sind die extrem schwer zu teilen, da es überzogene runde tabletten sind.

gerinngungsdiagnostik wurde bei mir nicht betrieben. wie gedacht, ich hatte auch keine lungenemoblie sondern einen schlaganfall. einen leichten! wieso der wirklich zustande kam konnte mir nie gesagt werden, nur eben die sache mit der angeborenen verengung in einer der 6 hauptaterien im kopf, das wurde festgestellt. nachdem ich aus dem krankenhaus entlassen wurde, wurden mir dann die ASS100 verschrieben. dabei bin ich heute noch.

vielleicht hast du recht mit der gerinnungsdiagnostik. können solche faktoren nicht einfach schon nach einer blutabnahme ermittelt werden?

liebe grüße

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7. Juni 2010 um 19:25

Kein Problem
Macht überhaupt nichts, ich hatte mich nur gewundert ob so etwas auch für mich in Frage käme um zu sehen, wie sehr ich wirklich zur Thrombose neige. Eigentlich kann ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen, hatte auch nie Probleme mit irgendetwas, bis auf das eine Mal. Wenn ich wirklich mal ein Krankenhaus aufsuchen musste, dann nur dafür, um in der Unfall Chirurgie mal wieder eine meiner Verletzungen durch's Handball spielen behandeln zu lassen

Durch was steigert die Pille eigentlich das Thromboserisiko? Also was verändert sie im Körper, dass das Risiko bei manchen Frauen so stark ansteigen kann?

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9. Juni 2016 um 10:36


Hallo!
Ich nehme auch die Cerazette und jetzt hatte ich eine Thrombose und musste mich spritzen. Ich bekam sie durch meine Arbeit weil ich oft 12-13 Stunden stehen muss. ich hab die Pille auch weiter genommen, weil ich das nicht wusste das hat mir meine Frauenärztin gesagt als ich bei der Krebsvorsorge war. Mein Venenarzt hat gesagt das er das noch nicht gehört hat das man da keine Pille mehr nehmen darf. Im Beipackzettel steht das man sie dann nicht mehr nehmen darf. Ich bin auf der suche nach einer Pille die man trotz Thrombosegefahr nehmen darf.

Lg Karin

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