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Mit der Freundin über MMF sprechen? Erfahrungen?

24. Januar um 15:38

Hallo liebe Forumsgemeinde,hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass ich mich mal selbst hier registrieren und um Rat bitten würde. Das folgende betrifft die ganz persönliche Kommunikation in einer Beziehung hinsichtlich "heiklerer", weil möglicherweise tabuisierter Themen (Sorry für den Roman, der gleich folgt)

Zunächst mal ein paar Hintergrundinfos: Meine Freundin (23) studiert und arbeitet nebenbei und ich (27) bin mittlerweile berufstätig (Akademiker). Wir wohnen nicht in derselben Stadt (ca. 80 km Distanz) und sind "erst" seit bald zwei Jahren zusammen und ich muss zumindest für meine Seite sagen, dass ich noch nie so viel Liebe für jemanden empfunden habe. Sie ist für mich die Eine (auch wenn ich das ihr gegenüber bei ihren doch recht häufigen Hochzeitsanspielungen nie wirklich zu erkennen gebe). Wir haben innerhalb dieser kurzen Zeit eine extrem enge Bindung zueinander aufgebaut, sowas hatte ich bei meinen vorangegangenen Beziehungen noch nie.

Einziges (großes) Manko: unser Sexleben - und das seit Beginn unserer Beziehung. Es läuft einfach nicht so recht und ehrlich gesagt auch nicht wie ich es von mir selbst gewohnt bin. Hierzu muss man sagen, dass wir beide sehr viel arbeiten und über den beruflichen Stress hinaus kommen aktuell noch auf beiden Seiten familiär bedingte Probleme hinzu. Sex erachten wir zwar beide für die Beziehung als wichtig. Wir hatten aber schon festgestellt, dass sie dem Sex dann doch einen deutlich höheren Stellenwert beimisst als ich. Anders ausgedrückt, reicht mir faktisch einmal die Woche, bei ihr sinds eher 4 Mal aufwärts). In letzter Zeit sehen wir uns wirklich selten und auch dann läuft es im Bett nicht so, dass ich behaupten könnte, mein "A-Game" abgeliefert zu haben. Im Ergebnis bekomme ich doch nicht selten zu hören, dass sie "chronisch untervögelt" sei. Das sagt sie mir nicht, um mich unter Druck zu setzen oder mir Vorwürfe zu machen. Es ist denke ich einfach Ausdruck ihrer sexuellen Unzufriedenheit, die ich absolut nachvollziehen kann. Mir geht es da ja nicht anders, zumal man wissen sollte, dass es für mich beim Sex (wie bei nicht wenigen anderen Männern auch) das schönste Gefühl ist, wenn ich sehe, dass sie "sexuell erfüllt" ist. Ihr Glück und ihre Zufriedenheit sorgt bei mir für eine echt heftige "Endorphin-Ausschüttung". Und da wären wir wieder beim Ausgangsproblem.

Es ist nicht so, dass wir noch keine Änderung versucht hätten. Bisher hat aber noch nichts zu einer nachhaltigen Besserung geführt. Und zugegebenermaßen ging die Initiative immer von ihr aus, ich war da eigentlich immer sehr zurückhaltend, skeptisch und konservativ. Jetzt hab ich aber beschlossen, wirklich "aus mir herauszugehen" und selbst die Initiative zu ergreifen. Eine erste Sache hab ich mir bereits überlegt und vorbereitet (soll hier aber erst mal keine Rolle spielen).

Etwas anderes hab ich schon seit Monaten im Kopf, weil das Thema immer mal wieder bei mir aufkam und darum soll es hier jetzt geheb:Wie bei jeder anderen Person in einer Beziehung kam auch bei mir (und sicherlich auch bei ihr) die Frage auf, ob der jeweils andere Partner "treu" ist. Was wir unter Treue verstehen, hatten wir sehr früh abgesteckt. Im Ergebnis entspricht es der Norm, denke ich. Wobei sie einmal ansprach, dass sie - wenn ich fremdginge - nicht unbedingt die Beziehung beenden würde, sondern es "darauf ankäme", also unter anderem ob es ne einmalige Sache war, ob es nur um Sex ging oder mehr dahintersteckte, etc. Jedenfalls war das nie relevant und ich hab auch nicht den Hauch eines Zweifels an ihrer Treue, genauso wie sie weiß, dass ich ihr immer treu war und bleiben werde. Wir vertrauen uns blind. Trotzdem, wegen ihrer sexuellen Unzufriedenheit für die ich mindestens mitverantwortlich bin, kam bei mir die Frage auf, was denn wäre, wenn sie (hypothetisch) mit einem anderen Mann geschlafen hätte, weil es bei uns im Bett aktuell einfach nicht läuft. Das Thema hat mich echt lange beschäftigt und mittlerweile muss ich sagen, dass ich ihr das nicht nachtragen könnte und würde. Nicht, weil mich das nicht interessiert, sondern weil ich wegen unserer Beziehung zueinander mit Sicherheit wüsste, dass es dabei nur um den körperlichen Aspekt gegangen wäre. In emotionaler Hinsicht geben wir uns alles.

In letzter Zeit erwähnte sie jedenfalls, dass sie einen Sex-Traum mit einem anderen Mann gehabt hätte. Ich fand es gut, dass Sie mir das erzählt hat, und fand das auch nicht sonderlich schlimm. Es sind eben Träume und darauf hat man allenfalls bedingt Einfluss. Natürlich könnte man hier auch mehr reininterpretieren, etwa dass sie dahingehende bewusste oder unterbewusste Fantasien hat. Und ehrlich gesagt, neige ich nach dem Vergangenen sogar dazu, zu glauben, dass sie hier unausgelebte Fantasien hat. Aber auch das wäre für mich kein Problem, ich bin definitiv nicht besitzergreifend und auch nicht eifersüchtig, für Eifersucht gibt es in unserer Beziehung ehrlich gesagt überhaupt keinen Platz. Nun ist diese "Fantasie", die ich vielleicht auch einfach reindichte, aber mittlerweile - jedenfalls von meiner Seite aus nach sehr langer und reiflicher Überlegung eine echte Option, die ich in Betracht ziehe. Nicht jetzt, nicht nächste Woche, aber wenn sie perspektivisch auch mit einem anderem Mann schlafen wollte, mein Einverständnis bekommen würde. Aktuell ist es aber so, dass selbst wenn sie das in Erwägung ziehen würde, fälschlicherweise davon ausgeht, dass ich das umgehend ablehnen würde, ja sogar überhaupt der Gedanke ein "Tabu" wäre. Das ist es aber für mich nicht. Ich hab mich sehr lange damit auseinandergesetzt und für mich den Schluss gezogen, dass zumindest ein Dreier mit einem weiteren Mann für mich unter bestimmten Umständen (die hier nicht relevant sind) kein Problem darstellen würde. Hab zu diesem Thema auch etliche Beiträge gelesen, aber das hier hat auf keinen Fall etwas mit diesen "Cuckold"-Geschichten zu tun. Ich bin ein sehr selbstbewusster Typ, der auch im Bett dominant ist. Den echten Mehrwert, den ich in einem Dreier "MMF" sehe, besteht darin, dass ich meiner Liebe etwas gönne, indem ich "aus mir herausgehe". Mir selbst bereitet das weder zusätzliche Lust oder Unlust. Ich sehe es quasi lediglich als potentielle Bereicherung für unser Liebesleben und wenn sie dadurch ein neues Gefühl des sexuellen Glücks und der Zufriedenheit erlangt, wäre mir das mehr als wert. Es ist wie gesagt kein Muss, und selbst wenn man es einmal probiert, muss es ihr nicht notwendigerweise Spaß machen. Dann bleibt es eben bei dem einen Mal. Andersherum hege ich auch überhaupt keine Gedanken, dass man das als Freibrief nutzen könnte und ich sie nach einem Dreier mit einer weiteren Frau fragen würde. Dahingehend besteht meinerseits überhaupt kein Interesse.

Die entscheidende Frage, und deswegen wende ich mich an Euch, ist: Wie spreche ich so ein Thema angemessen an? Wie gesagt, sie glaubt wahrscheinlich nicht mal im Traum daran, dass ich für so etwas offen wäre, und zu hundert Prozent kann ich mir auch nicht sicher sein, dass da überhaupt etwas dran ist (was mich aber schon nach dem aktuellen Stand der Geschehnisse doch sehr wundern würde).

Habt Ihr Erfahrungen mit der Herangehensweise an das Thema gemacht? Kann mir jedenfalls vorstellen, dass "mit der Tür ins Haus fallen" kein guter Ansatz ist.

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