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Missbrauchserlebnisse "nachspielen"?

24. Juli 2014 um 9:28

Ich habe festgestellt, dass manche Spielarten, die mich sexuell erregen, Ähnlichkeit haben mit lange zurück liegenden Missbrauchserlebnissen.

Und ich frage mich halt, ob das normal ist. Müsste ich solche Situationen nicht konsequent vermeiden wollen? Versuche ich etwas "aufzuarbeiten"? Etwas negatives positiv umzudeuten?

Und wenn ja, kann das funktionieren? Ist das ein sinnvoller / ein gesunder Umgang mit der eigenen Vergangenheit?

23. August 2014 um 21:21

Falscher Ort...
...für eine gute Frage. Ich würde dir raten, dich damit an einen Arzt/Psychologen zu wenden.

Was mir dazu einfällt:
Generell in der Psychologie, z. B. beim PTSS bei Soldaten oder Unfallopfern sagt man ja, dass man sich mit dem Erlebten konfrontieren muss, um es zu verarbeiten. Ohne fachliche Garantie würde ich vermuten, dass dein Unterbewusstsein dadurch versucht, das Erlebte zu verarbeiten um "to move on". Ich selbst fange bald eine Therapie an, um über etwas hinwegzukommen, was mich daran hindert, intime Nähe zuzulassen, geschweige denn, zu ertragen. Das schränkt mich so stark ein, dass für mich allein eine harmlose Routinekontrolle beim Gynäkologin unmöglich bzw. nur mit sehr starken Schmerzen zu ertragen ist.

Du schreibst etwas negatives ins positive zu kehren. Da fällt mir noch eine Technik zu autogenem Training ein, die ich schon selbst mehrfach (mit Erfolg) bei Anliegen angewendet habe. Ich habe diese von Frank Wilde gelernt, ein Mentaltrainer, der das schon ewig macht, den kannst du googeln, falls du Zweifel hast.
Jedenfalls gehts so: du setzt dich entspannt auf einen Stuhl und sorgst dafür, dass du nicht gestört wirst, bis die Übung abgelaufen ist. Dann schließt du die Augen und atmest dreimal tief durch die Nase ein und den Mund aus, um dich zu entspannen. Nun gehts los: man soll sich die schlechte Situation in einem mannshohen, schwarz umrandeten Spiegel vorstellen vor dem du stehst, zusammen mit den negativen Assoziationen, Gefühlen und allem, was zu dieser bestimmten Situation gehört. Diesen Spiegel zerschlägst du dann nach einiger Betrachtung mit der Faust in tausend Teile. Damit soll die schlechte Erfahrung im Hirn gelöscht sein und nun programmiert man eine positive Situation, die die schlechte übernehmen soll. Jetzt stellst du dir in einem mannshohen Spiegel mit weißem Rahmen die Situation vor, wie du sie gerne hättest. Diese neue Situation sollst du mit allen deinen Sinnen ausfüllen: Tasten, Riechen, Schmecken, Sehen, Hören, Fühlen. Sagen wir, du willst auf Partys selbstbewusster auftreten, dann hörst du dein entspanntes Lachen mit anderen, schmeckst den Prosecco wenn ihr anstoßt, fühlst deine lockeren Muskeln und das wohlige Gefühl, mit anderen zusammen zu sein, und so weiter. Und du sollst dir deutlich die Freude über die neue Situation vorstellen und das wars. Die Augen machst aber erst auf, bis du geistig bis 5 gezählt hast, das signalisiert dem Körper, dass er wieder auf Tagesbetrieb schalten kann. Es sei denn du machst die Übung im Bett, dann kannst du direkt einschlafen.

Wichtig!!!: du zerschlägst nur einmal den schwarzen Spiegel mit der schlechten Situation, und an 5 darauf folgenden Tagen stellst du dir den weißen Spiegel mit der guten Situation vor. Und dann nicht mehr. Und immer nur eine Situation bearbeiten, nicht mehrere gleichzeitig.
Das ist kein Hokuspokus und kein Voodoo, du sagst deinem Unterbewusstsein nur, was es mit diesem bestimmten Päckchen in deinem Ich machen soll.

Ich werde erst ein paar Sitzungen machen, und dann diese Technik anwenden.
Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute und hoffe, dass du die Situation für dich zufriedenstellend meistern kannst.

Liebe Grüße
chs

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26. August 2014 um 21:14
In Antwort auf chs25

Falscher Ort...
...für eine gute Frage. Ich würde dir raten, dich damit an einen Arzt/Psychologen zu wenden.

Was mir dazu einfällt:
Generell in der Psychologie, z. B. beim PTSS bei Soldaten oder Unfallopfern sagt man ja, dass man sich mit dem Erlebten konfrontieren muss, um es zu verarbeiten. Ohne fachliche Garantie würde ich vermuten, dass dein Unterbewusstsein dadurch versucht, das Erlebte zu verarbeiten um "to move on". Ich selbst fange bald eine Therapie an, um über etwas hinwegzukommen, was mich daran hindert, intime Nähe zuzulassen, geschweige denn, zu ertragen. Das schränkt mich so stark ein, dass für mich allein eine harmlose Routinekontrolle beim Gynäkologin unmöglich bzw. nur mit sehr starken Schmerzen zu ertragen ist.

Du schreibst etwas negatives ins positive zu kehren. Da fällt mir noch eine Technik zu autogenem Training ein, die ich schon selbst mehrfach (mit Erfolg) bei Anliegen angewendet habe. Ich habe diese von Frank Wilde gelernt, ein Mentaltrainer, der das schon ewig macht, den kannst du googeln, falls du Zweifel hast.
Jedenfalls gehts so: du setzt dich entspannt auf einen Stuhl und sorgst dafür, dass du nicht gestört wirst, bis die Übung abgelaufen ist. Dann schließt du die Augen und atmest dreimal tief durch die Nase ein und den Mund aus, um dich zu entspannen. Nun gehts los: man soll sich die schlechte Situation in einem mannshohen, schwarz umrandeten Spiegel vorstellen vor dem du stehst, zusammen mit den negativen Assoziationen, Gefühlen und allem, was zu dieser bestimmten Situation gehört. Diesen Spiegel zerschlägst du dann nach einiger Betrachtung mit der Faust in tausend Teile. Damit soll die schlechte Erfahrung im Hirn gelöscht sein und nun programmiert man eine positive Situation, die die schlechte übernehmen soll. Jetzt stellst du dir in einem mannshohen Spiegel mit weißem Rahmen die Situation vor, wie du sie gerne hättest. Diese neue Situation sollst du mit allen deinen Sinnen ausfüllen: Tasten, Riechen, Schmecken, Sehen, Hören, Fühlen. Sagen wir, du willst auf Partys selbstbewusster auftreten, dann hörst du dein entspanntes Lachen mit anderen, schmeckst den Prosecco wenn ihr anstoßt, fühlst deine lockeren Muskeln und das wohlige Gefühl, mit anderen zusammen zu sein, und so weiter. Und du sollst dir deutlich die Freude über die neue Situation vorstellen und das wars. Die Augen machst aber erst auf, bis du geistig bis 5 gezählt hast, das signalisiert dem Körper, dass er wieder auf Tagesbetrieb schalten kann. Es sei denn du machst die Übung im Bett, dann kannst du direkt einschlafen.

Wichtig!!!: du zerschlägst nur einmal den schwarzen Spiegel mit der schlechten Situation, und an 5 darauf folgenden Tagen stellst du dir den weißen Spiegel mit der guten Situation vor. Und dann nicht mehr. Und immer nur eine Situation bearbeiten, nicht mehrere gleichzeitig.
Das ist kein Hokuspokus und kein Voodoo, du sagst deinem Unterbewusstsein nur, was es mit diesem bestimmten Päckchen in deinem Ich machen soll.

Ich werde erst ein paar Sitzungen machen, und dann diese Technik anwenden.
Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute und hoffe, dass du die Situation für dich zufriedenstellend meistern kannst.

Liebe Grüße
chs

Das mit dem
Konfrontieren um es zu verarbeiten ist bei Traumata grober Unfug. Diese Methode bevorzugen in der Regel nur Tiefenpsychologen oder Feld- Wald- Wiesenverhaltenstherapeuten, die schlicht und ergreifend keine Ahnung von Traumatherapie haben. Was nämich passiert, wenn man das macht ist folgendes: Die Psyche versucht sich dagegen zu immunisieren, und verdrängt das ganze erst recht, ohne es zu verarbeiten. Man verschlimmert das Problem dadurch nur.
Aber es ist ein typisches Symptom, Heilung dadurch erlangen zu wollen, dass man sich die traumatisierende Situation noch einmal in einer "Spielumgebung" nachstellt. Letztendlich veschlimmert das aber das Problem nur, weil eine Aufarbeitung in der Regel erst erfolgen kann, wenn man sich von den damit verbundenen negativen Gefühlen schützen kann, ohne sein Gefühlsleben dadurch einzuschränken.
Auch das mit dem Spiegel zerschlagen ist kontraproduktiv, weil es einfach nur eine dem NLP (=neurolinguistischem Programmieren) entlehnte Methode ist, die aber ohne Aufarbeitung der dem Negativen zugrunde liegenden Mechanismen ist.
Das einzige was wirklich hilt, ist eine Traumatherapie bei einem speziell ausgebildeten Traumatherapeuten, am besten einem, der mit modernen Methoden, wie z.B. EMDR arbeitet. Aber auch Hypnotherapie ist, wenn Sie von einem entsprechend ausgebildeten Traumatherapeuten durchgeführt wird, zu empfehlen.

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1. Oktober 2014 um 17:58

Ich will es mal ohne tiefenpsychologie probieren
Das sie Ähnlichkeiten zu missbrauchs Situationen haben muss nicht aus deiner Vergangenheit herühren.
Es kann auch einfach sein das du Tendenzen zu einer ... / in hast (ich meine nur ein stück weit). und das du das mal erlebt hast ist einzufall.
eben so gut kann es sein das du das tust was auch kinder machen sie werden geschlagen und schlagen andere weil sie einfach nicht verstehen können und nur durch die Umsetzung lernen. was auch immer von beiden es ist ich glaube nicht das du dich dagegen konsequent wehren solltest du solltest vllt nur deine fühler ausstrecken und wenn du merkst es macht dir sorgen hilfe holen denn es kann gut sein das es sich ungesund entwickelt aber bis hierher scheint es nur eine reizvolle phantasie zu sein die sich vllt sogar lohnt auszuleben

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen

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