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Meine Leidensgeschichte: Kupferkette/Gynefix monatelange Blutungen

31. Oktober 2018 um 22:36

Liebe Alle,

Da ich während meiner Probleme mit der Kupferkette immer wieder verzweifelt nach Leuten gesucht haben, die Ähnliches berichten, möchte ich jetzt mit euch mal meine Erfahrungen teilen, vielleicht fühlen sich andere dann auch weniger allein damit.

Ich hab eigentlich meine ganzen späten Teenagerjahre bis in meine frühen Zwanziger die Vallette Pille genommen, so ca 7 Jahre lang. Angefangen hab ich schon früh, nicht aus Verhütungsgründen, sondern weil meine Haut so schlecht war und meine Mama und ich damals einfach nicht mehr weiter wussten. Rückblickend war das Absetzen schon lange überfällig und die Veränderungen an Körper und Seele seitdem könnten nicht größer sein (im positiven Sinne) – das ist aber ein anderes Thema und um das alles zu erzählen bedürfe es weit aus mehr Zeit :^)

Im Februar letzten Jahres (2017) habe ich mich entschieden, die Pille abzusetzen und mit der letzen Pilleneinnahme die Kupferkette (auch unter Gynefix bekannt, also der Markenname, ist ein und dasselbe) einsetzen zu lassen. Das schien mir nach einiger Recherche am sinnvollsten, da es meiner Meinung nach eine der einzigen Verhütungsmitteln ist, die wirklich komplett ohne Hormone wirken, und da ich damals einen Freund hatte wollte ich auf eine sichere Verhütung ohne Nebengedanken nicht verzichten: Ohne Übergangsphase bin ich also von einem aufs andere übergegangen. 
Das Einsetzen war für mich ganz schrecklich; Ich behaupte eigentlich von mir, dass ich nicht wirklich schmerzempfindlich bin, aber das Einsetzen der Kette hat mich so umgehauen, dass ich danach ehrlich gesagt ganz kurz vorm in Ohnmacht fallen stand und sowas passiert mir wohlgemerkt wirklich NIE! Falls jemand nachdenkt so einen Mini Eingriff machen zu lassen: Bitte nehmt euch jemanden mit, seelische Unterstützung ist bei sowas wirklich wichtig, wie ich sehr zu meinem Leidwesen am eigenen Leib erfahren durfte, ich hatte nämlich niemanden mit und fand es ganz grauenhaft.

Das Leben mit der Kupferkette ging ca 4 Monate auch ganz glatt, es hat sich eigentlich nicht wirklich was an meiner Periode o.Ä. verändert, bis zum Juli 2017. Da habe ich nämlich auf einmal angefangen Zwischenblutungen zu bekommen, was mir davor noch relativ unbekannt war. Ich war auf Reisen und hab das dann erstmal auf Stress/Hormone geschoben, da ich ja auch die Pille relativ kurz vorher abgesetzt habe und schon mitbekommen hatte, wie bei vielen Frauen in meiner Umgebung hormonelle Ungleichgewichte nach dem Absetzen aufgetaucht sind. 
Dann wollte es aber mit den Zwischenblutungen gar nicht mehr wirklich aufhören und gegen September war ich dann vollends verwirrt und völlig planlos, wo in meiner Periode ich mich eigentlich gerade befinde. Da war es dann so, dass ich meistens ca. 5 Tage im Monat blutfrei war, also eigentlich genau umgekehrt wie bei einem gesunden Zyklus. Immer noch hab ich das so hingenommen, dass mein Körper sich nach dem Absetzen als Spätfolge erstmal ohne Hormone neu ordnen muss. 
Nur leider sollte es dann auch genau so weitergehen und das über ein Jahr lang... 

Die längste Zeit über habe ich die Zwischenblutungen also auf Hormonstörungen durch das Absetzen der Pille geschoben, bis es bei mir im Frühling dieses Jahres (ca. Mai 2018), also über ein Jahr nach Absetzen der Pille so langsam dämmerte, dass es eventuell auch einfach an der Kupferkette selbst liegen könnte. Zwischenzeitlich habe ich vier Monate lang in der Schweiz gelebt und das waren wirklich die gesündesten und ruhigsten Monate meines Lebens, ich hab mich viel bewegt, war viel in der Natur, habe keine Milchprodukte, keinen Zucker und kein Weizen und ganz ganz viel Gemüse etc. gegessen und hatte einen gleichbliebenden gesunden Tagesablauf. Ergebnis: In 2 dieser 4 Monate hatte ich "nur" 2 Wochen Blutungen und nicht 4 und konnte mithilfe eines Zykluskalenders feststellen, dass die Blutungen immer um meinen Eisprung herum aufgetreten sind, was ja bei einigen Frauen auch so passiert. Nur haben sie leider nur zwei mal in über 1 1/2 Jahren bis zur richtigen Periode dann nach ein paar Tagen auch wieder aufgehört, ansonsten ging es fröhlich weiter mit der Bluterei, nie besonders viel, aber immer so, dass es wirklich genervt hat und ich die Zahl an ruinierten Unterhosen auf 30 schätze, kein Witz.

Da ich relativ viel für die Kuperkette gezahlt hab und leider auch von den Ärzten immer nur sofort abgewinkt wurde von wegen "ja ja ja, die Blutungen liegen halt an der Pille!!" habe ich mit der Entscheidung sie zu ziehen ein bisschen gehadert, auch weil ich zwischenzeitlich von Hamburg nach Berlin gezogen bin und ich gerne beim gleichen Arzt auch ziehen lassen wollte und deswegen Terminfindung schwierig war, also kurzum: Ich hab die Zwischenblutungen länger hingenommen als es rückblickend nötig war. 
Vor etwas über einem Monat habe ich also die Kupferkette dann schlussendlich ziehen lassen und das war die einzig richtige und gute Entscheidung und ich bin unendlich froh darüber. Nicht nur hatte ich über 1 1/2 Jahre mehr oder weniger DURCHGEHEND Zwischenblutungen deswegen, meine Periode war auch so stark und so lang, dass ich an zwei Tagen stündlich den Tampon wechseln musste und auch starke Wasserineinlagerungen an mir festgestellt hab. Dazu muss ich auch noch sagen, dass ich wiederholt starke Hautprobleme bekommen habe, aber da ich immernoch nicht weiß und auch nicht wirklich herausfinden kann, woran das lag will ich da jetzt keine festen Aussagen treffen, ich weiß aber, dass durch das Kupfer im Körper die Zinkwerte massiv gesenkt werden und das zu Hautproblemen führt... Naja. 
Alles in allem war meine Erfahrung mit der Kupferkette also leider alles andere als positiv. Rückblickend ärgere ich mich auch wirklich über die Ärzte, die wirklich NIE in Erwägung gezogen haben, dass das Bluten an der Kette liegen könnte und sogar die Frechheit besaßen mir wieder die Pille andrehen zu wollen obwohl ich damit auch wirklich alles andere als gute Erfahrungen gemacht hab. 

Da ich im letzten Jahr nie regelmäßigen Sex hatte und zwei Mal umgezogen bin, also generell viel bei mir in Bewegung war, hat sich das in meinem Leben Gott sei Dank nie doll niedergeschlagen und ich hab nie wirklich doll gelitten unter den Zwischenblutunge, wie gesagt es war auch nicht krass viel aber halt (meistens bis auf 4-6 Tage im Monat) immer da. Eigentlich hat es hauptsächlich einfach nur genervt. 
Jetzt bin ich kupferkettenfrei und hatte gerade die entspannteste, kürzeste und schmerzfreiste Periode seit Jahren, habe KEINE Zwischenblutungen mehr, wirklich NULL und bin einfach nur happy, dass meine Hormone doch nicht so durcheinander sind wie sie scheinen. Nun möchte ich meinem Körper auch endlich mal die wohlverdiente Ruhe gönnen und erstmal mit nichts anderem als mit Kondomen verhüten und meine Eisenwerte mal wieder in den Griff bekommen. 
Ich kenn auch Mädels, die wirklich keinerlei Probleme mit der Kupferkette haben, für mich war es am Ende dann aber auch einfach kein schöner Gedanke mehr, so eine Kupferkette gwaltsam in mich reingesetzt bekommen zu haben und dass diese dann ihre Ionen freigibt und die einfach so in meinem Körper rumschwirren und da wer weiß was genaues machen.

Das war erstmal meine Story, ich hoffe das war nicht zu lang aber ich wollte das einmal so detailliert aufschreiben, vielleicht hilft es ja jemandem! 
L

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