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Jaydess 3-jahres Spirale

22. Juli um 19:58

Hallo zusammen, da die weibliche Verhütung rund um Pille, Spirale, Hormonspritze etc. ein weit verbreitetes Thema ist, das viele Fragen aufbringt (zumindest bei mir), möchte ich mit diesem Beitrag meine Erfahrungen mit der Jaydess Hormonspirale teilen. Bevor ich erzähle, wie es mir mit diesem Verhütungsmittel ging, kurz die Gründe, wieso ich mich im Oktober 2016 für die Hormonspirale entschieden habe: als ich mit 16 Jahren das erste Mal beim Frauenarzt war, bekam ich, wie die meisten Mädels in diesem Alter, als erstes Verhütungsmittel die Pille (damals Velafee) verschrieben. Diese habe ich mir dann eingeschmissen, ohne groß darüber nachzudenken. "Ist ja auch normal heutzutage", dachte ich damals.  Nach 2 Jahren setzte ich einen Monat mit der Pille aus und merkte, dass es mir viel, viel, vieeeeeeel besser ging. Ohne vorher bemerkt zu haben, dass es mir schlecht ging. Klar, einige Dinge vielen mir schon auf, jedoch nicht bewusst bezogen auf die Pille. Ich war sehr oft grundlos traurig, hatte kaum bis nie Lust mit meinem damaligen Freund zu schlafen, war sehr müde und schlapp. Ein Monat ohne Pille - fit wie ein Turnschuh! Da ich zur damaligen Zeit keinen festen Freund mehr hatte und auch kein Typ für kurze Affären bin, entschied ich mich, erst mal kein hormonelles Verhütungsmittel zu mir zu nehmen und wenn ich wieder jemanden kennenlerne, muss sowieso erst mal ein Kondom benutzt werden (natürlich richtig). Als ich dann meinen Freund kennenlernte, musste natürlich eine Alternative zum (meiner Meinung nach doch anstrengenden und teilweise unsicheren) Kondom her. Pille? No way. Hormonspritze/Stäbchen? Nope. Genau die gleiche Hormonzufuhr.  Dann wies mich mein Frauenarzt auf die Hormonspirale Jaydess hin. Diese hat deutlich weniger Hormone als die Pille und zusätzlich ist es noch ein Fremdkörper in der Gebärmutter, der auch nochmal vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt. Auf meine Bedenken, dass ich noch nicht geboren habe, ging er nur damit ein, dass die Jaydess eine kleine Spirale ist, extra für junge Frauen. Ich entschied mich dafür. 3 Wochen später kam die Spirale bei mir zuhause an (Preis damals 330&euro und ich vereinbarte einen Termin zum Einsetzen. Nun zusammenfassend meine Erfahrungen: - Einsetzen: schrecklich! Es hat unglaublich wehgetan. 8 Stunden lag ich in meinem Bett und hatte (wie zwei Ärzte mir erklärten) wehenartige Schmerzen. Ich muss sagen, ich bin wirklich kein schmerzempfindlicher Mensch, aber das war wirklich heftig. - Anfangs ständig Zwischenblutungen (ca. 6 Monate), Unterleibschmerzen - nach ca. 6 Monaten kam meine Blutung dann relativ regelmäßig, alle 5 Wochen. Die Blutung war normal. - Doch dann: immer 1,5 Wochen vor meiner Periode unglaubliche Unterleibschmerzen. Jedoch dachte ich mir immer nach den Schmerzen "stell dich nicht so an. Ist ja nur alle 5 Wochen". Bis der Schmerz wieder kam. Ich habe das Ding in meinem Körper jedes Mal verflucht. Doch den Schmerz, dann immer wieder „vergessen“.
- Nach 1,5 Jahren wurde es mit den Schmerzen immer schlimmer. Nicht nur das, dazu kamen Schwindel, Übelkeit mit täglichem Erbrechen kurz vor der Periode. Schüttelfrost, unglaubliche Brustschmerzen (einen BH anzuziehen, war ein Kampf!), Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit.
- Nach 2 Jahren und 9 Monaten (3 Monate vor dem eigentlichen Termin zum Ziehen der Spirale) hielt ich die Schmerzen nicht mehr aus und lies die Spirale entfernen.
- Das Entfernen ist im Vergleich zum Setzen und den Schmerzen der letzten 2 Jahre und 9 Monate wirklich ein Klacks. Ein Kurzes Ziehen und das war`s.
 
Was mir während der Schmerzen geholfen hat:
-        Wärmflasche, Wärmekissen, Wärmepflaster
-        Schmerztabletten
-        Auch wenn es schwer fällt: versuchen sich nicht zu verkrampfen
-        Auch wenn das noch schwerer fällt: Bewegung. Spazieren gehen an der frischen Luft
-        Ausruhen – wirklich Ruhe
-        Den Schmerz zulassen und nicht versuchen zu verstecken. Wenn es dir nicht gut geht, dann geht es dir nicht gut. Fertig.
 
Nun fühle ich mich unglaublich befreit und bin froh, dass das Ding endlich draußen ist.
 
Natürlich gibt es auch Vorteile der Hormonspirale:
 
-        Man muss nicht täglich an die Verhütung denken
-        Man muss nicht alle paar Wochen/Monate ein neues Rezept holen und in die Apotheke gehen
-        Weniger Hormone als die Pille oder ähnliches
 
Das war`s für mich persönlich aber schon.
Und wo wir jetzt bei dem Wort „persönlich“ sind.
 
Jeder Mensch ist anders. Es gibt bestimmt auch Frauen, die gar keine Probleme mit der Spirale haben, sich wohlfühlen und sie weiterempfehlen würden.
Das hier ist nur mein individueller und persönlicher Erfahrungsbericht, der nicht mit dir, deiner Freundin oder deiner Kollegin verglichen werden kann.
Ich selbst würde mich nicht mehr für eine Spirale entscheiden. Viele sagen, es ist weniger schmerzhaft, wenn man bereits eine Schwangerschaft hinter sich hat. Nur ich denke, dass ich davor zu viel Angst habe. Es ist schon viel Geld, das man investiert. Und dann nach 3 Monaten merken, dass es nichts bringt möchte ich nicht.
 
Mein Frauenarzt hat mir jetzt eine Minipille (Desogestrel Aristo) verschrieben. Diese enthält keine Östrogene. Ich werde sie testen und meine Erfahrungen wieder mit euch teilen.
Vor 4 Jahren habe ich die Pille nicht vertragen. Jedoch kann auch das einfach daran liegen, dass diese eine Pille und ich einfach nicht zusammengepasst haben.
Da bei uns in 1,5 Jahren sowieso ein Kinderwunsch auf dem Programm steht, denke ich, werde ich diese Zeit mit der Pille überbrücken – und dann kommen bestimmt viele neue kleine Frauenprobleme dazu
 
Bis dahin hoffe ich, dass ich vielleicht einigen einen Rat geben konnte oder einige lesen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind, sich das nicht einbilden – auch wenn es wenige Ärzte glauben oder nur abwinken.
 
Schreibt mir auch gerne mal eure Erfahrungen zum Thema Hormonspiralen und jetzt vor allem Minipillen!
 
Liebe Grüße!

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