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Ich fühle mich nicht mehr begehrt

7. Mai 2013 um 23:14 Letzte Antwort: 8. Mai 2013 um 22:13

Hallo,

Ich bin seit knapp 2 Jahren in einer Beziehung mit meinem Freund. Wir hatten schon immer eine turbulente Beziehung, da wir beide uns sehr ähnlich sind: Sehr emotional und nicht gerade unkompliziert. Doch seit ca. 3 Monaten fühle ich mich nicht mehr begehrt in unserer Beziehung. Anfangs waren es andere Schwierigkeiten, die wir miteinander hatten: Wir sind beide Sturköpfe und streiten sehr häufig. Doch seit einiger Zeit fühle ich mich als Frau nicht mehr begehrt. Das erste Jahr hatten wir extrem guten Sex, manchmal mehrmals am Tag, wir waren verrückt aufeinander!
Er war beruflich und privat immer sehr viel unterwegs. Ich habe das mehr oder weniger hingenommen, habe mir aber eigentlich immer gewünscht und auch immer wieder betont, er wäre nicht so oft weg. Jetzt hat sich alles ein bisschen gedreht: Wir wohnen seit ein paar Monaten zusammen und er versucht, mehr hier als dort zu sein. Wir haben eine wunderschöne Wohnung und richten uns gerade unser gemeinsames Zuhause ein. Auch Kinder können wir uns sehr gut vorstellen. Aber gleichzeitig habe ich gemerkt, dass der Sex immer schlechter und viel weniger wird. Ich bin eigentlich eine sehr selbstbewusste, schöne Frau, aber mich hat der wenige und immer-gleiche Sex so verunsichert, dass ich mittlerweile total verkopft an die Sache rangehe. Ich traue mich nicht mehr anzufangen, weil ich Angst vor Zurückweisung habe (Dabei ist es erst 1x vorgekommen, dass er nicht wollte, als ich wollte). Ich fühle mich selbst sehr wohl in meinem Körper, aber vor ihm schäme ich mich. Es waren ein paar Dinge, die er gesagt hat, die mich verletzt haben: Er wollte z.B., dass ich Strapse trage. Das ist ja eigentlich nicht schlimm, aber der Sex mit Strapsen war so viel besser, als der mittlerweile Normalo-Sex, dass ich Angst hatte, er mag mich mit bequemer Unterwäsche eben nicht mehr so. Er hat auch irgendwann mal gesagt, er findet es irgendwie eklig, wenn Frauen ihre Tage haben auch das hat mich gekränkt (Ich mag es selbst nicht, Sex während der Tage zu haben, aber ich bin froh, eine ganze Frau zu sein). Vielleicht bin ich übersensibel? Ich habe vor einigen Tagen alles angesprochen und ihm gesagt, dass ich mich nicht mehr wohl fühle. Er war zwar letztendlich verständnisvoll, aber irgendwie habe ich das Gefühl, wir sind jetzt beide viel zu verkopft. Er macht mir immer noch Komplimente, kauft mir oft Blumen, haut mir auf den Hintern und pfeift mir hinterher (das alles hat er auch davor schon immer gemacht), aber Sex haben wir nicht oder nur sporadisch (ca. 1x die Woche). Wir arbeiten beide sehr viel, aber das war ja auch früher so. Und seitdem ich es angesprochen habe, erwarte ich auch irgendwie, dass er es mir jetzt erst recht zeigt und damit anfängt und wir uns wieder Mühe geben beim Sex aber an einem Abend hatte er dann Besuch von Freunden und heute ist er auch abends weggegangen um dann mit Freunden weiterzuziehen, statt sich einen Abend mit mir zu machen. Ich fühle mich inzwischen so unsicher und er merkt das ganz genau (ich sage es ihm ja auch ehrlich), ich hab mir auch schon einen Vibrator gekauft, um ihn eifersüchtig zu machen (ich weiß, ziemlich bescheuert) und um von ihm sexuell etwas unabhängiger zu werden. Aber ich habe das Gefühl mit all meiner Unsicherheit mache ich mich für ihn noch uninteressanter. Aber ich weiß nicht, wie ich wieder zu meinem Selbstwertgefühl kommen soll. Ich hatte immer viele Männerfreundschaften, Affären und auch gute Beziehungen. Mittlerweile hab ich nur noch ihn. Ich mache so gut wie nie was mit Männern, die mich toll finden. Ich weiß gar nicht mehr, ob es die noch gibt. Ich geh auch nicht mehr so oft feiern. Bestimmt würde das gut tun, weil ich weiß, er hat dann wieder mehr Interesse an mir (fragt wo ich bin, was ich mache, wann ich heim komme, wer wer ist, vermisst mich, ...) Es ist schrecklich, so mit Hintergedanken zu handeln, aber es ist das Einzige was immer funktioniert hat. In letzter Zeit überlege ich schon, fremdzugehen oder zu knutschen (Ich träume auch öfter davon). Ich brauche, glaube ich, einfach Bestätigung was mich als Frau angeht. Aber es würde noch mehr kaputt machen, würde ich ihm fremdgehen (außerdem will ich auch nicht mit irgendjemandem was haben); drum will ich das auch nicht machen.

Hat jemand einen Tip oder kann mir jemand sagen, was er davon hält?

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8. Mai 2013 um 1:14


Bist du Bi-?

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8. Mai 2013 um 2:32
In Antwort auf


Bist du Bi-?

Hmm
nicht das ich wüsste

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8. Mai 2013 um 2:34

Trotzdem
kannst mir auch kurz schreiben, was du denkst. vielleicht hilfts ja was.

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8. Mai 2013 um 22:13

Danke
Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir zu antworten. Es tut ganz gut, dass Du den Wind ein wenig aus den Segeln genommen hast. Es fühlt sich jetzt ein bisschen weniger dramatisch an.

Ich habe heute viel drüber nachgedacht und auch mit Freunden geredet. Eine Freundin kann mich sehr gut verstehen. Mein Ex (und bester Freund) versteht mich und ihn. Er meint, Männer hätten oft eine andere Art zu kommunizieren und er weiß auch, dass ich mir meist zu viele Gedanken mache. Er glaubt, dass mein Freund vielleicht hilflos ist, wie er es richtig machen soll.

Ich für meinen Teil erahne schon, was der einfachste Weg ist, es wieder ins Lot zu bringen: Ich mach mehr alleine, genieße auch die Zeit mit Freunden, geh raus und flirte, wie Du schon gesagt hast. Versuche sexuell über meinen Schatten zu springen, werde wieder selbstbewusster.

Aber etwas bleibt trotzdem übrig, auch wenns wieder besser werden kann: Das Gefühl, von ihm nicht 100% angenommen zu werden, wie ich bin.
Meine Mama hat früher oft zu mir gesagt, dass seine Schwächen zu zeigen die wahre Stärke ist. In der Zeit des Großwerdens und in meinen ersten Beziehungen meinte sie, es ist wunderbar, dass ich meine Schwächen zeigen kann. Ich bin froh, dass ich es mit auf den Weg bekommen habe und fühle auch, dass es richtig ist: Denn ich mag meine vielen unterschiedlichen Seiten an mir. Ich mag auch, dass ich mutig bin, meine wahren Gefühle vor ihm preiszugeben, obwohl ich genau weiß, dass ich in seiner "Begehrenswertskala" jedesmal wieder absteige und mich wieder mühsam hochkämpfen muss. Aber ich mache es, aus Überzeugung (und weil ich nicht anders kann): Weil ich ein ehrlicher Mensch sein will und es nicht überspielen mag.

Ich wünsche mir aber oft als Resultat eben nicht den einfachsten Weg, der, der immer funktioniert (siehe oben), sondern den Weg, wenn man jemanden tief liebt: Stolz auf mich zu sein, auch wenn ich unsicher bin. So stolz, wie er es ist, wenn ich selbstsicher bin. Vielleicht liebt er mich nicht aus tiefstem Herzen oder ich bin die Einzige, die so denkt

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