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Geschichten von Frauen für Frauen

10. Juni 2010 um 14:47

Besondere Beziehungen von Frau zu Frau, Freundschaften, Erlebnisse vielleicht Liebesgeschichten... ich mach mal den Anfang, mit einer Liebesgeschichte. Möchte aber nicht allein bleiben.
Kattze1

Sie ist so sanft. Erst bewundere ich sie, dann möchte ich sie immer wieder sehen, könnte ihr endlos zuhören, zuschauen. Ich verliebe mich in sie, werde eifersüchtig auf jeden, dem sie den sanften Blick ihrer Augen schenkt.

Überirdisch kommt sie mir vor, wie weder klinikbedingte Hektik noch patientenangstausgelöste Panik den ruhigliebevollen Ausdruck ihres Gesichts verzerren können. Sie strahlt einfach die anscheinend unerschütterliche Zuversicht ihres Herzens aus, gelegentlich von einem Lächeln begleitet. Gegen die Sanftheit ihrer Augen bleibt alles Böse absurd.

Mein Herz überschlägt sich, als mir zum ersten mal in ein persönliches Gespräch mit ihr gelingt. Gottseidank sie liebt Musik. Wir verabreden uns, zum Chopin-Abend im Alten Bahnhof ein Geheimtip für Musikfreunde. Wir treffen uns jetzt öfter, mal zum Spaziergang, mal zum Tee im Allegro...

...und in meiner Werkstatthinterhofdachterrasse nwohnung, so nahe bei der City und doch entrückt, fern von all dem Zeug das ich nicht mag. Sie bewundert die Hibiskusblüten, schnuppert am Oleander.

Zug um Zug tauschen wir unsere Geschichte aus. Es sind jeweils Frauengeschichten. Familienkram, Männerfrust, Sehnsuchtsbekenntnisse.

Vorsichtig lernen unsere Hände sich kennen, dürfen Fingerkuppen über Arme streichen, Handflächen Haar berühren. Wir sitzen nebeneinander, unsere Knie und Oberschenkel kommen manchmal in Kontakt. Und ich ziehe ihren Duft tief durch die Nase ein, unbemerkt bin ich ihr dabei so nahe, erregt ein wenig, aber auch beruhigt, immer sicherer, daß ich sie liebe.

Vertrauter von Mal zu Mal unserer gemeinsamen Zeiten dürfen sich unsere schüchternen Körper ein wenig mehr aneinanderspüren, schenken wir einander weiche Küsse, gleiten Hände genießend über textilbedeckte Flächen.

Wie besorgt sind wir doch mit unserer Furcht vor Zurückweisung, daß zerstört werden könnte was so zart gewoben wurde.

Bis nach einem langen Sommerabend sie bei mir zu übernachten beschließt und wir endlich im Bett aneinaderkriechen, einander umschlingen wie um uns in der anderen zu verbergen, unsere Haut drücken und reiben lassen damit sie sich der anderen versichern darf, unseren Lippen jede Entdeckung erlauben und unsere Zungen an der Süße der Geliebten satt werden.

Sie ist nicht mehr sanft, meine Geliebte. Ausgelassen, leidenschaftlich, heiß, begehrend, fordernd, ausgehungert, so sehr, daß ich ihren Mund fürchte und liebe zugleich, ihn stillen muß bevor er mich einverleibt.


10. Juni 2010 um 20:28


Ich habe selbst so einen Text noch nicht geschrieben, möchte dir aber sagen: Das ist soooooooo schön. Von mir aus könnten die letzten beiden Absätze sogar fehlen, das davor würde mir persönlich schon reichen! Wunderschön!!!

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11. Juni 2010 um 13:41
In Antwort auf hoping4


Ich habe selbst so einen Text noch nicht geschrieben, möchte dir aber sagen: Das ist soooooooo schön. Von mir aus könnten die letzten beiden Absätze sogar fehlen, das davor würde mir persönlich schon reichen! Wunderschön!!!

Danke...
...danke für die Blumen, hoping4

Ich möchte aber nicht gern allein bleiben mit meinem Versuch, das Besondere von Beziehungen unter Frauen darzustellen. Zwischen flüchtigem Kennenlernen, vertrauter Freundschaft und tiefer Liebe liegt ein fein abgestuftes Spektrum gegenseitiger weiblicher Wahrnehmung und Erfahrung.

Was zwischen den verschiedenen Geschlechtern gern Leidenschaft genannt wird, läßt für die zarten Zwischentöne des Du und ich wenig Raum.

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12. Juni 2010 um 14:02
In Antwort auf kattze1

Danke...
...danke für die Blumen, hoping4

Ich möchte aber nicht gern allein bleiben mit meinem Versuch, das Besondere von Beziehungen unter Frauen darzustellen. Zwischen flüchtigem Kennenlernen, vertrauter Freundschaft und tiefer Liebe liegt ein fein abgestuftes Spektrum gegenseitiger weiblicher Wahrnehmung und Erfahrung.

Was zwischen den verschiedenen Geschlechtern gern Leidenschaft genannt wird, läßt für die zarten Zwischentöne des Du und ich wenig Raum.

Tee mit Mari
Nebeneinander, Mari und ich, auf meinem Zweiersofa. Meinen Arm um ihre Schultern gelegt, die Rundungen unserer Hüften in Berührung. So nahe sitzen wir. Das Fenster weit geöffnet, lädt es den hellgrün duftenden Frühlingshauch ein, uns kaum fühlbar zu streicheln. Der Tee in unseren Tassen - als ob die Frühjahrgöttin ihn für uns ausgesucht hätte. Dem feinbitteren Aroma nachspürend geht es mir durch den Sinn: Jeder einzelne winzige Lebenskeim ist so verletzlich, aber wie gewaltig entfaltet sich die Natur - Mutter-Natur?

Mari und ich schweigen. Nicht die leiseste Hintergrundmusik würde unsere Stimmung jetzt annehmen. Maris Atem, nur das langsame auf und ab ihrer Schultern und ihrer Brust verraten ihn. Unsere Körper spüren in einander, wie wenn eine zartduftende ätherische Substanz von ihr zu mir und von mir zu ihr einander austauschten.

Gibt es so etwas wie eine Aura? Dann sind wie jetzt von einer einzigen umschlossen.

Mari wendet ihr Gesicht zu mir, schenkt mir lächelnd den glücklichen Blick ihrer hellblauen Augen. Ich neige mich ihr entgegen, bis unsere Lippen sich finden und vergleichsweise kühl gegeneinander liegen, wo doch unsere Gesichter glühen. Und jetzt - ihr warmer Atem, wie er mir entgegenströmt!

Ich zögere, bleibe dabei, daß ich mir ihre feuchte Zungenspitze nur vorstelle, traue mich nicht, sie mit meiner zu suchen. Wir lösen stattdessen unsere Lippen wieder, aber Mari legt ihren Kopf auf meine Schulter, und ihr kurzes schwarzes Haar kuschelt sich an meine Wange.

Auf ihre Knie und Oberschenkel blickend bemerke ich, wie hoch Maris Rock gerutscht ist. Wie gleichgültig, wir sind doch vertraute Freundinnen. Und doch lauert der Gedanke in mir, ich könnte meine Hand zwischen ihren Schenkeln wärmen, weit genug entfernt von kompromittierender Intimität verbleibend.

Das Bild einer vordringenden Männerhand drängt sich auf, die Erinnerung an eskalierende Zärtlichkeit, von der wir beide genug haben.

Ich reibe meine Wange vorsichtig an Maris Haar.

Eine Wette gegen Mephisto hätte ich verloren, in diesen Augenblicken goldenen Glücks.

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15. Juni 2010 um 18:17
In Antwort auf kattze1

Tee mit Mari
Nebeneinander, Mari und ich, auf meinem Zweiersofa. Meinen Arm um ihre Schultern gelegt, die Rundungen unserer Hüften in Berührung. So nahe sitzen wir. Das Fenster weit geöffnet, lädt es den hellgrün duftenden Frühlingshauch ein, uns kaum fühlbar zu streicheln. Der Tee in unseren Tassen - als ob die Frühjahrgöttin ihn für uns ausgesucht hätte. Dem feinbitteren Aroma nachspürend geht es mir durch den Sinn: Jeder einzelne winzige Lebenskeim ist so verletzlich, aber wie gewaltig entfaltet sich die Natur - Mutter-Natur?

Mari und ich schweigen. Nicht die leiseste Hintergrundmusik würde unsere Stimmung jetzt annehmen. Maris Atem, nur das langsame auf und ab ihrer Schultern und ihrer Brust verraten ihn. Unsere Körper spüren in einander, wie wenn eine zartduftende ätherische Substanz von ihr zu mir und von mir zu ihr einander austauschten.

Gibt es so etwas wie eine Aura? Dann sind wie jetzt von einer einzigen umschlossen.

Mari wendet ihr Gesicht zu mir, schenkt mir lächelnd den glücklichen Blick ihrer hellblauen Augen. Ich neige mich ihr entgegen, bis unsere Lippen sich finden und vergleichsweise kühl gegeneinander liegen, wo doch unsere Gesichter glühen. Und jetzt - ihr warmer Atem, wie er mir entgegenströmt!

Ich zögere, bleibe dabei, daß ich mir ihre feuchte Zungenspitze nur vorstelle, traue mich nicht, sie mit meiner zu suchen. Wir lösen stattdessen unsere Lippen wieder, aber Mari legt ihren Kopf auf meine Schulter, und ihr kurzes schwarzes Haar kuschelt sich an meine Wange.

Auf ihre Knie und Oberschenkel blickend bemerke ich, wie hoch Maris Rock gerutscht ist. Wie gleichgültig, wir sind doch vertraute Freundinnen. Und doch lauert der Gedanke in mir, ich könnte meine Hand zwischen ihren Schenkeln wärmen, weit genug entfernt von kompromittierender Intimität verbleibend.

Das Bild einer vordringenden Männerhand drängt sich auf, die Erinnerung an eskalierende Zärtlichkeit, von der wir beide genug haben.

Ich reibe meine Wange vorsichtig an Maris Haar.

Eine Wette gegen Mephisto hätte ich verloren, in diesen Augenblicken goldenen Glücks.

Steffi
In Steffi war ich so verliebt, wie eine Frau überhaupt verliebt sein kann.

Erblickte ich sie von fern, fühlte ich mich verwandelt wie ein Opfer der Medusa. In schmerzhafte Eifersucht auf jeden Menschen geriet ich, mit dem sie sprach, der sich im Hörsaal neben sie setzte, dem sie ihr wunderbares betörendes unvergleichlich erwärmendes Lächeln schenkte.

Meist saß ich im Hörsaal hinter ihr. Trafen wir uns in der Mensa, bekam ich keinen Ton heraus.

Kam ich ihr so nahe, daß ich ihren Duft wahrnehmen konnte, ihre Körperwärme, die Feinstruktur ihrer Haut, die Details ihrer Augenelemente, ihr Haar in der Einzelheit jedes feinen Teils, das sich um ihren hübschen Kopf legte - lag ich nachts wach vor Sehnsucht.

Die meisten mochten sie gern. Aber kein Mensch, dieser festen Überzeugung blieb ich, wußte die Gunst ihrer Nähe zu würdigen.

Steffi stand nicht auf Jungs, das war bekannt. Trotzdem war mir sehr unwohl, wenn Kommilitonen sich ihr näherten. Wäre sie vielleicht doch verloren, wenn einer von diesen lauten oberflächlichen Geschöpfen sich ihr Interesse sicherte?

Meine Pläne, wie ich an sie herankommen könnte, raubten mir immer mehr Energie und Zeit. Dabei produzierte mein blockiertes Hirn nur wirklichkeitsferne Träumereien.

So hätte es weitergehen können bis ans Ende der Welt. Doch meine Intelligenz durchbrach mein liebeskrankes Herz. Begnadet mit Sinn für Mathematik stand ich mit dem enfant terrible Statistik auf gutem Fuß. Steffi nicht, die Ehrgeizige...

Wolfgang, Freund meines Vater, praxiserprobter Statistikgenius, gab mir als netter Studentin gern Nachhilfe. Was er nicht verstand war mein Anliegen - ich sei doch total fit in diesem Fach...

Meine Stunde kam. Welch ein gewaltiges astrologisches Ereignis muß sie wohl angekündigt habe! Es geschah nach einem Seminar, als Steffi sich konsterniert an den sonst überfliegenden Mario wandte: Da steige ich nicht mehr durch.

Es gab jetzt keine Ausrede, ich durfte jetzt nicht kneifen, sonst war alles für immer und ewig vertan. Trainiert hatte ich für diese Chance, fachlich, und auch autogen (Die nächste statistische Chance führt mir Steffi in Balance). Ich versuchte zu lächeln, mein Herzklopfen ließt meine Stimme zittern, als ich dazwischen ging: Ich erklärs dir, Steffi.

Schweigen. Eine Unverschämtheit, die anderen so außen vor zu lassen. Ich blickte Steffi an, sie mich. Steffi, die ich über alles liebte und verehrte, mochte nicht teilen, wenn es um Erfolg ging. Sie nahm mich zum ersten Mal, glaube ich wirklich wahr. Sie kalkulierte, ob ich ihr nützen könnte.

Ein Foto aus dieser Zeit, bis heute eine Art "heilige Reliquie" für mich. Ich hole es nur hervor, wenn ich keine Störung an mich herankommen lasse, wenn ich den Gedanken zulassen kann, daß diese Liebe einmalig, einzigartig, der Höhepunkt meines Liebeslebens war.

Steffis kurzes Haar hennafarben, ihre braunen Augen strahlend siegesgewiß unter breiten dichtschwarzen Brauen, die sie gelegentlich zupfte. Ihre sensiblen Nasenflügel waren die wirklichen Indikatoren ihrer Stimmungslage. Ihre Lippen, üppig geschwungen... und verlockend weich.

Minutenlang werde ich jetzt verharren, unsere Küsse erinnernd, fühlend, und es geht nicht ohne daß Tränen aufsteigen.

Im Moment dieser ersten wirklichen gegenseitigen Wahrnehmung lag als Keimling diese unbeschreibliche Intensität unserer Beziehung, nein, unserer Liebe der nächsten Jahre. Für die ersten Minuten existierten die herumstehenden Kommilitonen nicht mehr, bis die sich achselzuckend verdrückten.

Wir tranken einen Tee zusammen, ich glänzte kurz auf in Inferentieller Statistik. Steffi begriff - alles. Verabredung für den Abend im "Mondo". Der Nachmittag kroch quälend dahin.

Steffi und ich im Mondo. Sie redet von Zürich, ich vom Ruhrgebiet. Wir tauschen Heimat aus, mit Worten, Blicken, mit zarten Begegnungen der Finger. Hände berühren Schultern, Hände legen sich ineinander, wollen sich nicht mehr trennen.

Dann, fast abrupt nimmt Steffi ihre Hände zurück und legt sie in den Schoß, schaut ihnen nach und spricht ohne aufzublicken: Katharina... ich habe mich verknallt.

War ich noch auf dieser Erde? Wußte ich überhaupt was es hieß, wenn zwei Frauen sich lieben? Steffi schaute nicht auf. Gab sie mir Zeit?

Ich liebe dich schon so lange Steffi.

Ungläubig hebt sie ihren Blick. Wirklich?
Tränen rollen aus meinen Augen. Ich nicke nur.

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19. Juni 2010 um 18:27

Kleiderwahl
Im Schneidersitz auf meiner Matratze niedergelassen schaue ich ihr zu, wie sie vor dem Kleiderschrank stehend Stück um Stück mit leichter Hand berührt, bis die Intuition gleich der einer Wünschelrutengängerin sie plötzlich zugreifen läßt und Alina das Kleid für morgen herausnimmt. Kurzer prüfender Blick aus der Nähe alles o.k.

Wie locker doch ihr aufrechter Körper in jeder Haltung bleibt, mädchenhaft schlaksig etwas, aber niemals müde-nachlässig, keine Spur von verspannter Schultermuskulatur, nichts von schwerer Stämmigkeit in den Oberschenkeln. Zwischen Erdanziehung und Scheitel bewegt sie ihre Gestalt scheinbar schwerelos.

Nie trägt sie ein Kleidungsstück, das wie angegossen ihre Haut bedrängt, selbst das Höschen im Moment ihr einziges Textil signalisiert noch die Ahnung von komfortabler Hautdiskretion.

Sie errät meine Gedanken und schenkt in einer getanzten Drehung meinem Herzen ihr wunderschönes Lächeln.

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Umfrange für Frauen
Von: einar_12888515
neu
19. Juni 2010 um 0:07
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