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Die Suche nach Extremen?

17. Oktober 2002 um 20:46

Ich hab ein kleines Problem, dass so glaube ich hier her passt. Ich war 7 Jahre lang mit ein und dem selben Mann zusammen. Wir gingen quasi seit der Schule miteinander. Unser Sexualleben war nett, und vor allem sehr regelmäßig: 2 mal die Woche je 25 Minuten Missionarsstellung. Als ich vor 2 Jahren den Schlußstrich zu, war ich im Endeffekt eine sexuelle Anfängerin. Doch dass kümmerte mich damals wenig, ich war froh um meine Freiheit. Vor etwa einem Jahr lernte ich auf einer Vernissage eines Freundes einen Mann kennen, der mich sofort interessierte: gutaussehend, charmant, eloquent, witzig. Ein Traummann. Wir plauderten ein paar Minuten und dann lernte ich seine Freundin kennen: noch schöner, netter und eloquenter. Mit kamen fast die Tränen. Trotz alledem verstanden wir uns sehr gut und lachten viel. Am nächsten Tag wachte ich auf und hatte die beiden eigentlich schon vergessen.
Ein paar Wochen später läutete das Telefon, sie war dran, meinte sie hätte meine Nummer von unserem gemeinsamen Malerfreund und fragte mich mehr oder minder unverblümt, ob ich denn nicht gerne mit ihnen eine Nacht verbringen wolle.
Ich sagte nicht sofort ja, doch nach kurzer Zeit kam ich zu dem Schluß, das das womöglich genau das ist, was mir die 7 Jahre gefehlt hatte.

Wir verabredeten uns, die Nacht war großartig und seitdem schlafen wir einmal die Woche miteinander. Die Beiden bemerkten meine Unbedarftheit sehr bald, und da sie selbst alles andere als prüde waren, wurde ich quasi in die höheren Weihen des Sex eingeführt. Die Nächte waren und sind unglaublich befriedigen für mich. Schon bald fiel mir auf, das die Beiden selbst eher zurücksteckten, nur um mich glücklich zu machen. Es war, als hätten sie einen Kurs zusammengestellt, bei dem ich meine durchaus vorhandenen Grenzen jedesmal ein Stückchen weiter zu stecken hätte.
Oft überfiel mich aber auch die Angst und Unsicherheit. Anna auf den Mund zu küssen war ja noch eine leichte Übung, als ich sie das erste Mal lecken sollte, fühlte ich eher Abscheu. Doch ich tat es, so gut ich konnte, und es befriedigte mich, weil es verboten, außergewöhnlich und verrucht war. Genauso mein erster Analverkehr: Obwohl wir alle Ratschläge befolgt hatten, es gut vorbereitet war und die beiden genug Erfahrung auf diesem Gebiet haben, war es führ mich eher unangenehm und fast schmerzhaft. Doch ich lies es über mich ergehen. Und alleine der Gedanke, in den Arsch gevögelt zu werden, wiederum etwas verbotenes und außergewöhnliches zu tun, schenkte mir einen unbeschreiblichen Höhepunkt.
So ging es weiter, die Spielchen wurden wilder und extremer. Doch ich bereue nichts.

Nun kommt das Problem. Vor ein paar Wochen hatte ich mit einem netten Mann einen One-Night-Stand, und wir hatten einfach nur normalen Sex, so wie ich es früher hatte. Es war nett, aber auch nicht mehr. Ich kam auf meine Kosten, aber auch nicht auf mehr. Danach fühlte ich mich einfach nur leer, so als wäre gar nicht passiert. Diese absolute Befriedigung, wie ich sie an unseren Dienstagen erlebe, stellte sich nicht ein.
Nun habe ich Angst, das das Ganze zur Sucht wird, eben diese Suche nach dem Neuen, dem Extremen, dem Kick. Ich habe Angst, irgendwann mit diversen Geräten versehen an der Decke hängend zu enden, und normalen Sex nicht mehr als befriedigend zu empfinden. Zumal unsere derzeitigen Spiele in die Richtung gehen, Schmerzen ins Liebesspiel einzubauen, was ich genieße.
Ich habe Angst. Ich will diese Abende nicht verlieren. Doch will ich mein Sexualleben unter Kontrolle halten.
Wer kennt das oder weiß Rat?

18. Oktober 2002 um 0:50

Servus marie...
"Vor ein paar Wochen hatte ich mit einem netten Mann einen One-Night-Stand, und wir hatten einfach nur normalen Sex, so wie ich es früher hatte. Es war nett, aber auch nicht mehr"

welche erwartungen hast du von sex mit einem fremden menschen? ich denk zwischen dir und dem pärchen besteht mittlerweilen ein "nahverhältnis"... es ist eine liebevolle und zärtliche beziehung... wenn auch nicht eine alltägliche du kannst doch dieses vertraute zusammensein nicht mit einem schnöden ons vergleichen... das ist, als würde man einen billigen plastikring mit einem güldernen brilliantring vergleichen

" Ich habe Angst, irgendwann mit diversen Geräten versehen an der Decke hängend zu enden, und normalen Sex nicht mehr als befriedigend zu empfinden."

mhm... was ist schon normal? ich denk was normal ist, sollte jeder für sich selbst definieren... und für mich sind bdsm spiele normal und blümchensex ist für mich unbefriedigend...

"Zumal unsere derzeitigen Spiele in die Richtung gehen, Schmerzen ins Liebesspiel einzubauen, was ich genieße."

dann genieß weiter! wen geht es etwas an, wie du deine befriedigung findest? maximal dich und diejenigen, mit denen du dein sexualleben teilst... und man kann sich ja zum glück die menschen, mit denen man sex haben möchte aussuchen... und der passende partner findet sich auch... auch wenn man auf bdsm steht... so selten ist diese neigung nicht...

"Doch will ich mein Sexualleben unter Kontrolle halten."

gerade im sexualbereich sollte man kontrolle verlieren... sich nicht unter kontrolle haben wollen... dann machts gleich doppelt soviel spaß

mein rat... leb nach deinen wünschen, bedürfnissen und vorstellungen... wenn du dich akzeptierst, dann tun es die andren auch

liebe grüße, pain4me

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19. Oktober 2002 um 1:20

Danke vorerst.
an euch drei. komme gerade von einem sehr anstrengenden arbeitstag um 1:18 und hatte gerade noch kraft, eure beiträge zu überfliegen.
es hat mich sehr gefreut, daß ihr euch zeit genommen habt zu lesen und zu denken und zu tippen. ich hab die kraft heute nicht mehr. deshalb auch keine großbuchstaben mehr! hoffe, mich morgen melden zu können. küsse. marie

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22. Oktober 2002 um 10:36

Hi martha.
endlich hab ich ein paar minuten zeit euch hier zu antworten.
was du über den ons sagst stimmt natürlich, doch hat auch der ons seinen reiz, eben den anderen gar nicht oder nur wenig zu kennen und vielleicht aus dem gedanken heraus, ihn nie mehr wieder zu sehen, besonders zügellos zu sein. egal.

die frage die sich mir eher stellt, ist jene, was passiert, wenn ich mich verliebe, wenn der mann fürs leben auftaucht. sicher ist es wahrscheinlich kein problem, einen mann für die etwas verboteneren formen des sex zu begeistern. doch was ist, wenn er sich bemüht, und alles ist schön, doch nicht sooo schön.

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22. Oktober 2002 um 10:49

Hallo imandra.
natürlich antworte ich nochmal, wenn auch vielleicht kürzer.
irgendwie hab ich nachgedacht und bin drauf gekommen, dass es sowieso keinen sinn macht, darüber nachzudenken. irgendwann wird der mann fürs leben kommen, und obwohl ich davor angst habe, dass es nicht so schön wie jetzt sein könnte (siehe unten), lässt sich nicht daran rütteln. womöglich macht es aber auch spaß, einen für meine jetzigen begriffe unerfahrenen partner, den man liebt, sozusagen einzuweisen in die verruchten formen der lust.

nochwas: irgendwie ist es bei mir so, dass ich diese gedanken, also was wird und wie und was soll ich machen, meisten nach unseren treffen habe. der absoluten befriedigung folgt dann ein leere, und dann beginnt man zu denken. irgendwie ist es so wie wenn man zu viel trinkt: man hat kopfweh und schwört sich 'nie mehr wieder'. doch natürlich trinkt man früher oder später wieder ein glas wein.
wenn meine allgemeine erregung dann wieder ansteigt und unser treffen näher rückt, kommen mir diese gedanken nicht. dann freue ich mich auf den abend, und dieses knistern dass dann herschen wird: schon alleine beim auswählen der dessous, dann beim essen, diese kleinen verbotenen blicke...
egal wie es weitergeht, bis wirklich jemand kommt, für den ich die finger von den beiden lasse würde, kann ich sowieso nicht anders.

ich grüße euch, wäre nett nochwas von euch zu hören.

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22. Oktober 2002 um 12:38
In Antwort auf marie27

Hi martha.
endlich hab ich ein paar minuten zeit euch hier zu antworten.
was du über den ons sagst stimmt natürlich, doch hat auch der ons seinen reiz, eben den anderen gar nicht oder nur wenig zu kennen und vielleicht aus dem gedanken heraus, ihn nie mehr wieder zu sehen, besonders zügellos zu sein. egal.

die frage die sich mir eher stellt, ist jene, was passiert, wenn ich mich verliebe, wenn der mann fürs leben auftaucht. sicher ist es wahrscheinlich kein problem, einen mann für die etwas verboteneren formen des sex zu begeistern. doch was ist, wenn er sich bemüht, und alles ist schön, doch nicht sooo schön.

Liebe Marie,
mach Dir mal nicht so viele Sorgen!

Wenn Du Dich ersthaft verliebst, wird Dir die Form, in der Du Sex hast, erstmal genügen, auch wenn sie nicht dem entspricht, was Du momentan erlebst.

Ich weiß genau, welche Frage Dich quält, weil ich mir die auch schon oft gestellt habe.
Und dann war eines Tages klar: Ich kann sehr wohl noch anders!
UND - solange es nicht in totale Extreme abgleitet (und das scheint bei Dir auch noch nicht der Fall zu sein), sind die meisten Männer durchaus bereit, auch mehr in diese Richtung auszuprobieren.

Warte einfach mal ab! Die Chance, daß sich das alles von alleine regelt, ist relativ groß.

Liebe Grüße, harter Kern

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22. Oktober 2002 um 19:27

Eine sehr kurze Antwort ...
.. für mich gibt es nur eines was etwas ändert.
Richtig Liebe, da spielen Gefühle eine grosse Rolle und einfaches wird zu besonderem, denn alles ist besonders.

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