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Die große (heimliche) Liebe

27. September 2009 um 17:17 Letzte Antwort: 27. September 2009 um 19:32

Ich bin neu hier und will mir jetzt einfach 'mal meine Geschichte von der Seele schreiben. Mich würde interessieren, was ihr davon haltet.

Zuallererst, ich bin bisexuell - hatte jedoch nie etwas mit einer Frau. Eine wirklich ernstzunehmende Beziehung hatte ich eigentlich auch noch nie. Das heißt jetzt nicht, daß ich unattraktiv oder so wäre. Ohne eingebildet zu klingen, würde ich schon sagen, daß das Gegenteil der Fall ist. Ich bekomme zumindest sehr viel Bestätigung, auch was meinen Charakter betrifft (ist ja auch nicht unwichtig *g*).
Mit meinen 28 Jahren war ich auch schon das ein oder andere Mal verliebt, aber was es heißt wirklich zu lieben, merkte ich erst nachdem ich SIE kennen lernte. Liebeskummer geht nach ein paar Monaten vorbei, wenn man es vermeidet diese Person zu sehen. Bei IHR klappt das allerdings nicht.

Alles fing vor knapp 3 Jahren an, als ich eine neue Arbeitsstelle (Saison) antrat. Sie war nicht direkt eine Arbeitskollegin, aber wir sahen uns aus beruflichen Gründen fast jeden Tag (wenn oft auch nur kurz).
Sie ist ungefähr in meinem Alter und ich fand sie vom ersten Moment an sehr anziehend. Sie ist nicht nur optisch eine Traumfrau. Ich würde sie als sehr bodenständigen, sozialen, intelligenten und selbstsicheren (NICHT mit arrogant verwechseln) Menschen bezeichnen. In vielen Dingen ist sie das genaue Gegenteil von mir, allerdings habe ich immer mehr Gemeinsamkeiten entdeckt (gespührt), die ich nicht wirklich erklären kann.
Ich fand auch sehr schnell heraus, daß sie Single ist - obwohl sie mit Sicherheit seeehhr viele Verehrer hat.

Ich bin in Liebesdingen schon von Haus aus sehr schüchtern. Es war für mich von Anfang an klar, daß ich ihr meine Gefühle nicht gestehen werde. Ich hoffte auf ein Wunder, das nicht geschehen würde. Ich habe mich zu Anfang nur meiner besten Freundin anvertraut. Inzwischen weiß mein ganzer Freundeskreis wie sehr ich an dieser "mysteriösen" Frau hänge.
Jedenfalls waren wir uns gleich symphatisch. Ich merkte auch, daß sie mich sehr gern hat. Allerdings habe ich die Angewohnheit zu abweisend zu reagieren, um mich nicht selbst zu verraten (krank - ich weiß). Es würde mich also nicht wundern, wenn sie manchmal den Eindruck hatte, ich würde sie gar nicht mögen.
Allerdings konnte ich nicht aufhören sie zu beobachten. Ich glaube das ein oder andere Mal hat sie das auch bemerkt. Umgekehrt muß ich aber auch sagen, daß ich immer wieder bemerkte, wie sie mich beobachtete. Es gab Tage, an denen sie auch ungewöhnlich freundlich mir gegenüber war. Und dann waren wieder Tage, wo sie mich gerade 'mal grüßte.
Einmal habe ich sie getestet, indem ich ihr einfach 'mal ganz tief in die Augen blickte ohne ein Wort zu sagen. (Für jemanden wie mich eine Überwindung *g*) Sie hat den Blick ein Weilchen erwidert. Allerdings habe ich sie dadurch sichtlich verunsichert.
Saisonbedingt haben wir uns dann zwischendurch wochen- oder eigentlich monatelang überhaupt nicht gesehen. Meine Gefühle wurden dadurch nur noch stärker. Es gab keinen Tag - nein - keine Sekunde, an der ich nicht an sie gedacht habe.
Ich habe irgendwann den Entschluss gefasst mir einen neuen Job zu suchen. Ich merkte, daß ich so nicht weitermachen kann. Aber natürlich spielten auch viele andere Faktoren (zB Geld) eine Rolle bei dieser Entscheidung. Es hat allerdings nichts gebracht. Ich konnte sie nicht vergessen, kein anderer bzw. andere interessierte mich.

Ich habe sie nach fast einem Jahr - mehr oder weniger zufällig - wieder getroffen. Das war ein wahnsinnig tolles Gefühl, sie sah einfach super aus. 2 meiner Freundinnen waren dabei, die gleich registrierten, um wem es sich hier handelt. Obwohl ich die 2 vorher um Zurückhaltung bat (bettelte), benahmen sie sich ihr gegenüber doch eher aufdringlich und neugierig. Was mich wiederum zu einem abweisenden Verhalten zwang (um auszugleichen sozusagen *g*). Zu dem Zeitpunkt war sie übrigens immer noch Single.
Das ist jetzt wieder einige Monate her. Ich habe sie seither nicht mehr gesehen. Meine Gefühle sind nicht abgeschwächt. Im Gegenteil - ich kann nur an sie denken und träume fast jede Nacht von ihr. Egal was ich tue - in meinen Gedanken ist sie immer präsent. Ich hatte noch nie so starke Gefühle für Jemanden. Mir ist jetzt klar, daß ich etwas unternehmen muß. Auch wenn ich noch nicht genau weiß, was. Aber ich weiß jetzt, daß ich sie nicht aus meinen Gedanken und meinem Herzen verbannen kann.

Für mich ist das die große Liebe. Und ich weigere mich zu akzeptieren, daß solch starke Gefühle einseitig sind. Das würde für mich keinen Sinn ergeben.
Ich möchte gleich klarstellen, daß ich trotz Liebeskummer keinen Kummer in dem Sinn habe. Mir geht es ganz gut, ich lebe mein Leben (mehr oder weniger) und ich mache mich nicht fertig deswegen. Wahrscheinlich weil in mir irgendwo diese Hoffnung schlummert - der Glaube, daß Alles seinen Sinn hat. Daß es vorher wahrscheinlich nur der falsche Zeitpunkt gewesen wäre, weil ich mit dieser Situation selbst etwas überfordert war.

Ich muß auch sagen, daß meine Freundinnen (alles Heten *lol*) super hinter mir stehen. Wir reden sehr viel darüber und sie sind sehr bemüht eine Lösung für dieses "Problem" zu finden. Vor Allem, wie man rausfinden könnte, wie sie überhaupt tickt...

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27. September 2009 um 17:27


hab dier pn geschriben

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27. September 2009 um 18:05
In Antwort auf an0N_1229112099z


hab dier pn geschriben

Wow!!
was für eine geschichte! ich erkenn mich da irgendwie wieder.
dieses verhalten ist wohl doch ganz normal....

danke für deine offenheit, da fühlt man sich nicht mehr ganz so alleine.

aber hey, warum sprichst du denn nicht einfach mal mit ihr darüber? ich meine, wenn sie die gefühle nicht erwiedert, dann haste gewissheit und kannst dir ne andere süße maus suchen. du siehst sie doch dann wahrscheinlich eh nicht wieder und quälst dich nicht weiter mit dem " was wäre wenn!?"
die entscheidung kann dir leider keiner abnehmen, ich denke aber das leben würde einfacher werden...

lg nina

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27. September 2009 um 18:59

...Überwindung!
Ich schließe mich der Äußerung von Nina an. Du solltest Klartext mit ihr reden, auch wenn es viel Überwindung kostet. Vielleicht lohnt es sich ja...

Du kennst doch bestimmt den Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

Die Liebe ist zu wertvoll, um es nicht wenigstens zu versuchen.

Es wäre zwar sehr traurig, wenn sie deine Gefühle nicht erwiedert, aber dann hast du Gewissheit und glaube mir, du musst dich nicht dein Leben lang fragen, ob du eine Chance hast an dir vorbei ziehen lassen und kannst dich eher auf was Neues einlassen. Du wirst sie sonst nie vergessen.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück!

Isi1086

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27. September 2009 um 19:32
In Antwort auf hettie_12769106

Wow!!
was für eine geschichte! ich erkenn mich da irgendwie wieder.
dieses verhalten ist wohl doch ganz normal....

danke für deine offenheit, da fühlt man sich nicht mehr ganz so alleine.

aber hey, warum sprichst du denn nicht einfach mal mit ihr darüber? ich meine, wenn sie die gefühle nicht erwiedert, dann haste gewissheit und kannst dir ne andere süße maus suchen. du siehst sie doch dann wahrscheinlich eh nicht wieder und quälst dich nicht weiter mit dem " was wäre wenn!?"
die entscheidung kann dir leider keiner abnehmen, ich denke aber das leben würde einfacher werden...

lg nina

Danke
Erstmals danke für Eure Antworten.

Ich hätte mich nie überwinden können ihr die Wahrheit zu sagen, das hätte ich mich nie getraut. Auch wenn ich mir sicher bin, daß sie damit kein Problem hätte. Sie ist ja ein sehr sozialer und verständnisvoller Mensch.
Vorausgesetzt sie erwidert meine Gefühle nicht, würde ich sie sogar so einschätzen, daß sie sich zuviele Gedanken darüber machen würde mir irgendwie zu helfen - was ja Blödsinn wäre. Abstand wäre hier die einzige Hilfe.
Trotzdem konnte ich es einfach nie.

Ich merke allerdings in letzter Zeit immer mehr, daß ich mich langsam traue - weil ich einfach muß. Ich habe ja auch kein Problem mehr damit Frauen anzuflirten, auch wenn ich eigentlich kein Interesse habe. Für mich gibt es ja nur SIE.
Ein wenig Zeit brauche ich allerdings noch. Es muß sich dann ja auch eine Gelegenheit ergeben, dann werde ich über meinen Schatten springen.

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