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Bi, lesbisch oder gar nichts davon?

29. Juni 2017 um 21:38 Letzte Antwort: 30. Juli 2017 um 21:28

Liebe LeserInnen, 

ich, weiblich, habe bisher ausschließlich sexuelle Erfahrungen, darunter auch befriedigende, mit Männern gemacht. Wenn ich jedoch alleine bin beziehen sich meine sexuellen Phantasien eher auf Frauen und ich schaue mir zuweilen gerne Lesbenpornos an. Ich finde weibliche Körper oft irgendwie sexier. Romantische Gefühle hatte ich noch nie für eine Frau und kann es mir nur schwer vorstellen.
Lässt sich, ohne dass ich Erfahrungen mit demselben Geschlecht gesammelt habe, überhaupt sagen, ob ich bi oder lesbisch bin - allein durch meine oben genannten Präferenzen?

Liebe Grüße 
karmarell

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29. Juni 2017 um 23:57

hii erstmal  

vielleicht bist du etwas bi-interessiert aber solange du keine romantische gefühle für eine andere frau spürst kannst du noch nichts sagen bist sicher hetero wenn du anfängst dich viel mehr für frauen zu interessieren und dich z.b. eine die du kennst oder auf der straße sieht dich anturnt dann ist das mehr als nur interessiert, dann fühlst du dich nämlich zu frauen hingezogen  

LG Susanne

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30. Juni 2017 um 0:54
In Antwort auf susannchen92

hii erstmal  

vielleicht bist du etwas bi-interessiert aber solange du keine romantische gefühle für eine andere frau spürst kannst du noch nichts sagen bist sicher hetero wenn du anfängst dich viel mehr für frauen zu interessieren und dich z.b. eine die du kennst oder auf der straße sieht dich anturnt dann ist das mehr als nur interessiert, dann fühlst du dich nämlich zu frauen hingezogen  

LG Susanne

Danke für deine mitgeteilte Überlegung.  Anturnen und romantische Gefühle scheinen mir zwei Paar Schuhe zu sein. Ersteres passiert hin und wieder, wenn ich eine hübsche Frau sehe. Möglicherweise kämen unter besonderen Umständen auch romantische Gefühle hinzu. 

Die Frage, die mich beschäftigt, ist eher die, ob erst der Zusammenfall von Gefühlen für eine Frau mit gleichzeitiger körperlicher Anziehung kennzeichnend für eine bisexuelle bzw. lesbische Identität ist. Oder, wenn es darauf keine allgemeingültige Antwort gibt, was der Normalfall ist.

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30. Juni 2017 um 7:33
In Antwort auf karmarell

Liebe LeserInnen, 

ich, weiblich, habe bisher ausschließlich sexuelle Erfahrungen, darunter auch befriedigende, mit Männern gemacht. Wenn ich jedoch alleine bin beziehen sich meine sexuellen Phantasien eher auf Frauen und ich schaue mir zuweilen gerne Lesbenpornos an. Ich finde weibliche Körper oft irgendwie sexier. Romantische Gefühle hatte ich noch nie für eine Frau und kann es mir nur schwer vorstellen.
Lässt sich, ohne dass ich Erfahrungen mit demselben Geschlecht gesammelt habe, überhaupt sagen, ob ich bi oder lesbisch bin - allein durch meine oben genannten Präferenzen?

Liebe Grüße 
karmarell

Es ist im Grunde genommen ganz einfach: kannst Du Dir Sex mit Männern und Frauen vorstellen? Herzlichen Glückwunsch, Du bist bisexuell! Dabei spielt es keine Rolle, ob Du es jemals ausgelebt hast oder ob Du brav in einer monogamen Beziehung lebst. Ebenso spielen romantische Gefühle keine Rolle bei dieser Frage. Das ist nicht meine Meinung, sondern die gültige Definition von Bisexualität. Bi-interessiert bedeutet in diesem Zusammenhang eher, dass jemand seine bisexuellen Fantasien in die Tat umsetzen möchte, nicht dass er oder sie "nur ein wenig bi" ist.

Ich habe hier schon oft als Antwort gelesen "dann wären ja voll viele Menschen bi", und genau das ist der Fall. laut diversen Studien sind bis zu 95% der Menschen bisexuell. Die meisten bevorzugen ein Geschlecht, haben aber zumindest Fantasien über das andere Geschlecht. Stell Dir eine Skala vor, auf der einen Seite steht "Hetero", auf der anderen Seite steht "Homo". Alle Menschen finden sich irgendwo auf der Skala, einige eher auf der einen Seite, andere eher auf der anderen Seite, ein paar so ziemlich in der Mitte und einige wenige genau an den Endpunkten. Auch viele Menschen, die einen homosexuellen Lebensstil pflegen, lehnen das andere Geschlecht nicht vollständig ab. Wenn man oder frau in einer monogamen Beziehung leben möchte, dann muss man sich für ein Geschlecht entscheiden. Alles weitere bleibt dann Fantasie, aber das ändert nichts an der Bisexualität, sie wird eben nur nicht ausgelebt.

Für die Mehrzahl der Menschen ist es aber ein Graus, sich selber als bisexuell zu sehen. Gerade Männer haben da oft Probleme mit. Wenn ich hier etwas lese wie "Ich bin ein verheirateter Mann und würde gerne mal einen Schwanz lutschen, bin aber auf keinen Fall schwul.", dann weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Bisexualität ist eben immer noch ein rotes Tuch in unserer Gesellschft. Wir lernen gerade erst, Homosexualität zu akzeptieren (und viele von uns haben immer noch Schwierigkeiten damit) und dann kommen einige, die sich nicht auf ein Geschlecht festlegen möchten? Unerhört, unersättlich, unberechenbar, skandalös!

Mein Tipp: Mach Dich frei von diesem Schubladendenken. Bin ich bi? Bin ich lesbisch? Bin ich "normal"? Was bringt es, wenn ich mir ein Etikett auf die Stirn kleben kann, auf der meine sexuelle Vorliebe steht? Warum sollte ich mich auf eine Schublade beschränken? Sex ist Sex, ich lebe monogam oder polygam, ich habe Sex mit Menschen (hoffentlich). Lebe es aus! Wenn Du alt bist und blind und taub im Rollstuhl sitzt, ärgerst Du Dich über die Dinge, die Du NICHT getan hast.

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30. Juni 2017 um 9:07
In Antwort auf menschoid

Es ist im Grunde genommen ganz einfach: kannst Du Dir Sex mit Männern und Frauen vorstellen? Herzlichen Glückwunsch, Du bist bisexuell! Dabei spielt es keine Rolle, ob Du es jemals ausgelebt hast oder ob Du brav in einer monogamen Beziehung lebst. Ebenso spielen romantische Gefühle keine Rolle bei dieser Frage. Das ist nicht meine Meinung, sondern die gültige Definition von Bisexualität. Bi-interessiert bedeutet in diesem Zusammenhang eher, dass jemand seine bisexuellen Fantasien in die Tat umsetzen möchte, nicht dass er oder sie "nur ein wenig bi" ist.

Ich habe hier schon oft als Antwort gelesen "dann wären ja voll viele Menschen bi", und genau das ist der Fall. laut diversen Studien sind bis zu 95% der Menschen bisexuell. Die meisten bevorzugen ein Geschlecht, haben aber zumindest Fantasien über das andere Geschlecht. Stell Dir eine Skala vor, auf der einen Seite steht "Hetero", auf der anderen Seite steht "Homo". Alle Menschen finden sich irgendwo auf der Skala, einige eher auf der einen Seite, andere eher auf der anderen Seite, ein paar so ziemlich in der Mitte und einige wenige genau an den Endpunkten. Auch viele Menschen, die einen homosexuellen Lebensstil pflegen, lehnen das andere Geschlecht nicht vollständig ab. Wenn man oder frau in einer monogamen Beziehung leben möchte, dann muss man sich für ein Geschlecht entscheiden. Alles weitere bleibt dann Fantasie, aber das ändert nichts an der Bisexualität, sie wird eben nur nicht ausgelebt.

Für die Mehrzahl der Menschen ist es aber ein Graus, sich selber als bisexuell zu sehen. Gerade Männer haben da oft Probleme mit. Wenn ich hier etwas lese wie "Ich bin ein verheirateter Mann und würde gerne mal einen Schwanz lutschen, bin aber auf keinen Fall schwul.", dann weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Bisexualität ist eben immer noch ein rotes Tuch in unserer Gesellschft. Wir lernen gerade erst, Homosexualität zu akzeptieren (und viele von uns haben immer noch Schwierigkeiten damit) und dann kommen einige, die sich nicht auf ein Geschlecht festlegen möchten? Unerhört, unersättlich, unberechenbar, skandalös!

Mein Tipp: Mach Dich frei von diesem Schubladendenken. Bin ich bi? Bin ich lesbisch? Bin ich "normal"? Was bringt es, wenn ich mir ein Etikett auf die Stirn kleben kann, auf der meine sexuelle Vorliebe steht? Warum sollte ich mich auf eine Schublade beschränken? Sex ist Sex, ich lebe monogam oder polygam, ich habe Sex mit Menschen (hoffentlich). Lebe es aus! Wenn Du alt bist und blind und taub im Rollstuhl sitzt, ärgerst Du Dich über die Dinge, die Du NICHT getan hast.

Danke, deine ausführliche Antwort hat meine Frage geklärt. Lesben z. B. werden in den Medien ja vorzugsweise unsterblich ineinander verliebt dargestellt. Eine lesbische Frau, die kurzweilige Abenteuer mit ihresgleichen bevorzugt, ist in den Medien weitaus seltener anzutreffen. So mein Eindruck. Mitunter erwecken diese Darstellungen den Eindruck in mir, als versuchte man ihre sexuelle Gesinnung mit dem Umstand der Verliebtheit zu begründen. 

Der Umfragewert von 95% wirft ein ganz neues Licht auf Bisexualität. Es stellt nach meiner Sicht die z. T. vehement verteidigte Erklärung, wonach Sex allein dem Zweck der Fortpflanzung diene, in Frage. Die bislang ungeklärte Funktion des weiblichen Orgasmus scheint sich in dieses Phänomen einzureihen. Alles, das sich auf dem ersten Blick nicht in das Bild der Evolutionsbiologie einfügen will, wird oftmals voreilig pathologisiert. Die Idee, dass alles eine Funktion haben müsse, ist allgegenwärtig. 

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30. Juli 2017 um 21:28
In Antwort auf karmarell

Liebe LeserInnen, 

ich, weiblich, habe bisher ausschließlich sexuelle Erfahrungen, darunter auch befriedigende, mit Männern gemacht. Wenn ich jedoch alleine bin beziehen sich meine sexuellen Phantasien eher auf Frauen und ich schaue mir zuweilen gerne Lesbenpornos an. Ich finde weibliche Körper oft irgendwie sexier. Romantische Gefühle hatte ich noch nie für eine Frau und kann es mir nur schwer vorstellen.
Lässt sich, ohne dass ich Erfahrungen mit demselben Geschlecht gesammelt habe, überhaupt sagen, ob ich bi oder lesbisch bin - allein durch meine oben genannten Präferenzen?

Liebe Grüße 
karmarell

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