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Beziehungskrise und Unlust

2. Oktober 2016 um 1:36

Hallo liebes Forum,

seit mehreren Wochen befinden wir, meine Partnerin und ich mit unserem Kind, in einer für uns sehr schwierigen Situation.
Nach einem großen Streit und mehr oder weniger Monolog meiner Partnerin mit vielen kleinen und großen Vorwürfen in meine Richtung dachte ich zunächst sie will die Beziehung beenden. Wir sind seit mehr als 13 Jahren ein Paar, unser Kind ist jetzt 8 Jahre alt. Es gibt sicher Dinge, die ich mir vorwerfen lassen muss, das kann ich nicht abstreiten und bemühe mich seit eben dieser Auseinandersetzung viele der Kritikpunkte abzustellen.
Allerdings kommt fast täglich dann wieder ein neuer Vorwurf hinzu. Ja, es stimmt, ich habe auch über mehrere Jahre Ihre Anmerkungen und Wünsche bezüglich meines Verhaltens nicht immer ernst genommen. Doch habe ich schon vieles im Lauf der Jahre abgestellt.
Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir über eine Paartherapie nachdenken und dies vermutlich umsetzen werden.
Meine Partnerin behauptet auch, sie liebe mich noch und möchte dies mit mir durchstehen. Seit wir vor etwas mehr als 3 Wochen gestritten haben, bemühe ich mich, wie oben schon dargestellt, um wieder mehr Partner zu sein. Allerdings empfinde ich mittlerweile meine Arbeit für unsere Beziehung und Familie sehr einseitig.
Sie vertritt die Meinung, ich würde den Löwenanteil der Schuld an unserer Krise tragen und geht letztlich so gut wie gar nicht auf mich zu.
Kritikfähigkeit gehört sicher nicht zu Ihren Stärken.
Ein großer Diskussionspunkt der durch mich angeführt wurde, ist unsere Sexualität. Ich wünsche mir seit Jahren, das meine Partnerin auch einmal die Initative ergreift und wir etwas mehr Sex haben. Wenn wir intim waren, dann war es immer sehr gut. Meine Partnerin zieht mich immer noch täglich in den entsprechenden Situationen an. Dies sage ich Ihr auch häufig.
Aktuell wird jeder, wirklich jeder körperlicher Kontakt ihrerseits als Versuch der Verführung gewertet und konsequent und auch verletztend abgelehnt. Teilweise habe ich schon das Gefühl, es widert sie an. Mir geht es nicht um Sex, ich will unsere Beziehung retten, so wie sie von sich aus ja auch sagt, das sie das will. Auch die Komplimente bezüglich Ihres Aussehens und Ihrer Figur stören sie und werden im Gespräch darüber abgelehnt. Und auch dies war früher nie ein Problem.
Durch diese über Jahre hinweg fehlende sexuelle Motivation Ihrerseits habe ich mich von einem Mann, der vertrauen kann und nicht misstrauisch ist, zu jemandem entwickelt, der tatsächlich darüber nachdenkt ob es einen anderen gibt. Ich habe dies auch formuliert und wie ich denke auch gut begründet. Das war auch mit der Auslöser unseres Streits. Aktuell fällt es mir extrem schwer, daran zu glauben, das ich Ihr Vertrauen kann, sie alles dafür tut unsere Beziehung zu retten und sie mich als Partner noch anziehend und attraktiv findet. Ich habe wahrlich kein Problem mit meinem Selbstbewusstsein, sehe gut aus, bin nicht auf den Mund gefallen und beruflich erfolgreich. Diese Situation macht mir körperlich zu schaffen, wenig Schlaf, Mägen-Darm etc...
Was meint Ihr ? Ich freue mich über Eure Meinungen, Ideen, Anregungen und auch Erfahrungsberichte von Paaren, die schon mal eine Paar- und ggf. auch Sexualtherapie gemacht haben.
Ich möchte diese kleine Familie so erhalten und liebe alle zu sehr, um nicht alles zu versuchen!

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