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Asexualität

13. Juli 2005 um 19:11

Vor einigen Tagen habe ich in einer Magazinsendung zufällig einen Beitrag über einige Frauen und Männer gesehen, die sich selbst als von Grund auf asexuell bezeichneten. Auf berlinonline.de gibts auch einen Beitrag dazu, hier der Link.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/seite_-3/459271.html

Wissenschaftler schätzen, dass ca. 1% der Menscheit diese Neigung teilen. Keinen Sex zu haben empfinden sie nicht als Mangel, es ist weder Wunsch noch Neugierde im Hinblick auf Sex vorhanden. Das Bedürfnis nach Partnerschaft und auch Kindern haben viele von ihnen, aber sie suchen natürlich einen Partner/eine Partnerin, die auch asexuell ist.

In unserer durchsexualisierten Gesellschaft finde ich das schon sehr erstaunlich und bewundernswert, dass Menschen zu dieser inneren Haltung zunehmend stehen und sich nicht mehr verstecken. Normalerweise gilt doch jeder, der keinen Sex hat, als frustrierter Bock/frustrierte Jungfer und ist sich des Spotts, bestenfalls des Mitleids anderer Menschen sicher.

Mich interessiert, obs hier im Forum auch asexuelle Menschen gibt, die Lust haben, hier mal darüber zu diskutieren.

Schöne Grüße an alle

Lover110

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13. Juli 2005 um 19:49

Sorry....
...aber ich glaube nicht, dass Du viele Asexuelle in einem Forum über Sexualität finden wirst.
LG

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13. Juli 2005 um 19:56
In Antwort auf hiroko_12700601

Sorry....
...aber ich glaube nicht, dass Du viele Asexuelle in einem Forum über Sexualität finden wirst.
LG

Nicht viele ...
.. sicherlich, aber ich würds nicht ausschließen.

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13. Juli 2005 um 21:36

Nun denn
ich denke nicht, dass ich asexuel bin. allerdings habe ich keinen sex und das schon seit einer weile.

ich denke, es liegt daran, dass für mich die ausübung von sexualität schon seit einiger zeit nicht zu meiner inneren welt passt.

möglich auch, dass es daran liegt, dass ich mit jemandem sehr glücklich war, den es nicht mehr gibt und weil ich ihn nicht haben kann, will ich auch keinen anderen haben.

vielleicht auch, weil ich hässliche, unschöne dinge im bereich der sexualität erlebt habe, die bei mir traumatisch gewirkt haben könnten.

vielleicht ist es auch ein mittel von allem zusammen.

ich weiss es nicht.

mir geht es prima. und das ohne sex. ich habe nicht das gefühl, dass mir etwas fehlt und ich habe auch nicht das bedürfnis nach sexualität und auch nicht das gefühl, dass mich irgendjemand bemitleiden müsste - im gegenteil - oder dass ich als verkappte alte jungfer ende. zumal dies auch nicht möglich ist. es ist vielmehr der fall von einem extrem ins andere. es gab zeiten, wo ich einen regelrechten sexuellen kult betrieben habe. ja, kult ist das richtige wort.

der ausschlag des pendels nach rechts gibt normalerweise den ausschlag des pendels nach links an.

ich denke, dass es sich bei a-sexuellen, also bei sexuell befreiten menschen - a heisst befreit und nicht anti oder so.. - es sich so verhält, dass sie sich irgendwann im leben entschieden haben vielleicht nicht bewußt aber eine entscheidung muss es gegeben haben - keinen sex (mehr) haben zu wollen. - wieso auch immer. anders geht es gar nicht, weil sobald die schamhaare sprießen und die hormone im körper ausgeschüttet werden sind wir sexuelle wesen. man kann gar nicht ansonsten keine sexualität haben.

habe ich mich irgendwie entschieden? nein, das habe ich nicht. auch wenn ich die auffassungen vieler user hier im forum beispielsweise und auch deren bewertung und das verhältnis zur sexualität nie teilen werde.

ich denke, dass es einfach wichtig ist distanz zwischen sich und dem ganzen medien-werbung-schei*** zu finden. und dabei ist das thema an sich letzenendes gleichgültig. das was hierbei wirklich *schadet* ist eigentlich, dass man zwischen all den grell-bunt-blinkenden meinungen, die man auch in foren wie diesen aufgedrückt bekommt, es immer schwieriger wird seine eigene auffassung herauszufinden. was aber sehr wichtig ist, um erfüllte sexualität erleben zu können.

ich denke nicht, dass es bei mir immer dabei bleiben wird, also, dass ich nie wieder sex haben werde. und wenn, da es mir dabei gut geht und ich nicht das gefühl habe, dass mir was fehlt, wäre es an sich auch wurscht. aber wenn ich in den himmel schaue, dann wandern die sterne auch immer weiter und bleiben nicht stehen.

gruss,
cosmic.

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14. Juli 2005 um 0:07
In Antwort auf Cosmicgirl

Nun denn
ich denke nicht, dass ich asexuel bin. allerdings habe ich keinen sex und das schon seit einer weile.

ich denke, es liegt daran, dass für mich die ausübung von sexualität schon seit einiger zeit nicht zu meiner inneren welt passt.

möglich auch, dass es daran liegt, dass ich mit jemandem sehr glücklich war, den es nicht mehr gibt und weil ich ihn nicht haben kann, will ich auch keinen anderen haben.

vielleicht auch, weil ich hässliche, unschöne dinge im bereich der sexualität erlebt habe, die bei mir traumatisch gewirkt haben könnten.

vielleicht ist es auch ein mittel von allem zusammen.

ich weiss es nicht.

mir geht es prima. und das ohne sex. ich habe nicht das gefühl, dass mir etwas fehlt und ich habe auch nicht das bedürfnis nach sexualität und auch nicht das gefühl, dass mich irgendjemand bemitleiden müsste - im gegenteil - oder dass ich als verkappte alte jungfer ende. zumal dies auch nicht möglich ist. es ist vielmehr der fall von einem extrem ins andere. es gab zeiten, wo ich einen regelrechten sexuellen kult betrieben habe. ja, kult ist das richtige wort.

der ausschlag des pendels nach rechts gibt normalerweise den ausschlag des pendels nach links an.

ich denke, dass es sich bei a-sexuellen, also bei sexuell befreiten menschen - a heisst befreit und nicht anti oder so.. - es sich so verhält, dass sie sich irgendwann im leben entschieden haben vielleicht nicht bewußt aber eine entscheidung muss es gegeben haben - keinen sex (mehr) haben zu wollen. - wieso auch immer. anders geht es gar nicht, weil sobald die schamhaare sprießen und die hormone im körper ausgeschüttet werden sind wir sexuelle wesen. man kann gar nicht ansonsten keine sexualität haben.

habe ich mich irgendwie entschieden? nein, das habe ich nicht. auch wenn ich die auffassungen vieler user hier im forum beispielsweise und auch deren bewertung und das verhältnis zur sexualität nie teilen werde.

ich denke, dass es einfach wichtig ist distanz zwischen sich und dem ganzen medien-werbung-schei*** zu finden. und dabei ist das thema an sich letzenendes gleichgültig. das was hierbei wirklich *schadet* ist eigentlich, dass man zwischen all den grell-bunt-blinkenden meinungen, die man auch in foren wie diesen aufgedrückt bekommt, es immer schwieriger wird seine eigene auffassung herauszufinden. was aber sehr wichtig ist, um erfüllte sexualität erleben zu können.

ich denke nicht, dass es bei mir immer dabei bleiben wird, also, dass ich nie wieder sex haben werde. und wenn, da es mir dabei gut geht und ich nicht das gefühl habe, dass mir was fehlt, wäre es an sich auch wurscht. aber wenn ich in den himmel schaue, dann wandern die sterne auch immer weiter und bleiben nicht stehen.

gruss,
cosmic.

Hi Cosmic,
fand ich sehr interessant zu lesen was Du geschrieben hast ... doch ! Ich denke es wird immer mehr Menschen geben, die einfach durch die ganze Sex-überfrachtete Werbung und Medienlandschaft /Internet/Zeitungen (bzw. was einem da suggeriert wird was man heutzutage so sex-mäßig zu machen hat)nicht mehr ab können, sich da zunehmend von distanzieren wollen und möglicherweise auch einfach keine Lust mehr auf Sex haben werden.

Für mich gesehen kann ich zwar nicht sagen, dass ich weniger Lust auf Sex hätte als zu einem früheren Zeitpunkt (liegt aber an meinem Freund), aber diese ganze völlig übertriebene Sex-Kacke überall(vor allem nachts im TV , wenn ich mir noch nen normalen Film anschauen will, und ich muss mir das völlig abturnende dämliche Gestöhne in den Werbepausen reinziehen, wenn ich schnell genug bin mit dem Umschalten) widert mich so langsam dermaßen an, dass ich damit meine sexuellen Aktionen sicherlich nicht mit assoziieren will.
Außerdem scheinen nur die wenigsten zu checken, dass man sich mit dieser ganzen "wir -sind-ja-alle-so-liberal-und-vögeln-wann-und-wo-im-mer-wir-Bock-haben-Leute" keinen Gefallen tut, denn je mehr von Sex und sämtlichen Stellungen offengelegt wird, desto mehr verliert es an Zauber, an Besonderem, am Geheimnisvollem, an Spannendem. Offener sein, als das früher mal der Fall war, ist klar ok und gut, aber was jetzt so generell abgeht, turnt mich so langsam weitaus eher ab als an.
So ein Forum ist sicherlich gut, um Fragen zu stellen, wenn man von gewissen Dingen keine Ahnung hat, aber der allgemeine Tenor, der Grundsound sozusagen, .. dass z.B. anal, oder sich gegenseitig "ankacken" und "anpissen" das normalste von der Welt wäre, so dass jeder, der sich hier mal soft durch die Texte liest, schon den Eindruck bekommt wie uncool und spießig er/sie doch ist, weil er/sie eben nicht drauf steht, finde ich weniger gut.

Alles was zuviel, zu oft verfügbar, zu offensichtlich wird, verliert seine Spannung, seinen Reiz. Mächtig früher haben diverse Typen bestimmt schon einen "Abgang" gekriegt, nur weil eine Frau versehentlich mehr Bein zeigte, heute muss man bei vielen Internet-Porno-Seiten-Freaks schon mit der Keule kommen, damit überhaupt noch ein Reiz ausgelöst wird.

Ich zumindest finde diese Wendung nicht erstrebenswert, und mein geilstes Sexerlebnis hatte ich nicht durch
anal-Sex oder sonst was in der Richtung, sondern durch stundenlanges wildes Rumknutschen ... "abfühlen/abtasten" .. usw., und dieses Feeling, dieser Hype , wenn eben echte Feelings da sind, kriegt man durch keine noch so abgefahrene Stellung der Welt produziert... echt, da reicht schon "primitives" Rumknutschen mit dem "richtigen Typen", um sich ne geile Nacht zu verschaffen.

In diesem Sinne

Liebe Grüße an Dich ...
Justine

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26. Juli 2009 um 14:42

Glück gehabt...
Tatsächlich scheint Dir jemand ins Netz gegangen zu sein.

Meine Frau und ich sind asexuell.

Asexualität gibt es in verschiedenen Formen und Farben. Bei meiner Frau und mir war es so, dass wir uns zu keinem Geschlecht körperlich hingezogen gefühlt haben. Zu keinem Zeitpunkt in unserem Leben- auch nicht während der Pubertät.
Damals wussten wir nicht, dass es so etwas wie Asexualität gibt- tatsächlich fanden wir den Begriff für unsere Sexualität erst vor wenigen Monaten, davor hatte 'das Kind', das unsere Lebensweise repräsentierte, keinen Namen.

Was unsere Asexualität ausmacht:
Wir legten beide in erster Hinsicht Wert auf den Charakter des anderen, nicht auf dessen Geschlecht. Und wir haben beide sehr hohe Ansprüche an den einen, richtigen Partner.
Z.B. strebten wir beide eine lebenslange Beziehung an- von vorn herein.

Tatsächlich hatte meine Frau vor unserer Hochzeit einen festen Freund und eine feste Freundin, zu denen sie sich aber nie sexuell hingezogen fühlte. Sie war mit ihnen zusammen, weil die Gesellschaft es so vorschreibt, man muss jemanden an seiner Seite haben. Das ist normal und gesund, heißt es. Sie versuchte, mit einem Mann und mit einer Frau zurecht zu kommen, aber sie merkte, dass da keine Gefühle waren.

Ich hatte zwei feste Freunde an meiner Seite, doch auch ich fühlte weder seelische noch körperliche Zuneigung in mir. Mädchen hatten kaum Interesse an mir, weil ich mich eigenartig verhielt- nicht männlich und nicht weiblich- und wenn, dann wollte ich nichts mit ihnen haben, weil sie meinen Anforderungen nicht entsprachen.

Niemand hat uns verstanden, dass wir so ungewöhnlich dachten. Wir mochten keinen Sex, verstanden nie genau, warum alle Welt da so 'scharf' drauf war. Wenn wir das jmd erzählt hatten, wussten die damit nie etwas anzufangen, wir ernteten Unverständnis.
Immer hieß es von unseren Müttern aus: Das wird noch! Da kommt noch etwas. Aber nichts kam und so gingen wir unseren eigenen Weg.

Das heißt jetzt nicht, dass wir gar keine sexuellen Gefühle haben. Nachdem wir uns durchs Internet kennengelernt und uns monatelang gegenseitig 'abgecheckt' hatten, eine Weile zusammen waren, entwickelte sich unsere Sexualität- aber ausschließlich füreinander und für kein Lebewesen sonst.
Nach wie vor finden wir Sexualität und die Sexualorgane bei anderen Menschen abstoßend.
Aber im Gegensatz zu ihnen, lassen wir die Menschen machen was sie wollen, schließlich ist jedes Lebewesen anders und jeder sollte für sich das Leben leben, das er für richtig hält.
Uns ist es gleich, wer mit wem ins Bett steigt, so lange man uns in Ruhe und uns unser Leben leben lässt.

Für uns gibt es tatsächlich nur einen Menschen, der für uns in Frage kommt. Und wir hatten Glück, dass wir uns auf dieser Welt gefunden haben, dass wir zu ähnlichen Zeiten geboren worden sind. Sonst wären wir alleine geblieben.

Das hat nichts mit Religion zu tun, das ist einfach das, was wir fühlen.

MfG,
~Damion

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