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Anal- und Spermasauerein, nur die abartigen Gelüste von Männern, nicht wahr?

23. Oktober 2018 um 16:08

In meinen Augen lässt sich über sexuelle Vorlieben nur wenig streiten. Menschen sind verschieben und so sind ihre Vorlieben. Und wenn man seine Vorlieben aufzwingen, oder durchsetzen will, so hat dies weniger etwas mit Sex zu tun, sondern ist generell verwerflich.


Jetzt habe ich allerdings das Gefühl, dass wenn ein Mann auf Dinge, wie Analsex, Körperbesamung (insbesondere das Thema Gesicht), oder was auch immer, an ausgefalleneren Sachen steht, dafür sehr gerne abgestraft wird. Durch die Jahre habe ich bei solchen Themen oft gelesen, dass manche Frauen sich darüber beschweren, dass zu viele Männer perverse sind, die durch Pornos praktisch psychisch krank gemacht wurden (was ein leidiges Thema).


Über so was habe ich immer hinweg gelesen, aber mit der Zeit habe ich mehr über Kommentare dieser Art nachgedacht und empfinde diese bei genauerer Betrachtung recht beleidigend. Ich weine mich deswegen nicht in den Schlaf, aber es fühlt sich irgendwie nach einer Art allgemeinen Stimmung ungerechter Behandlung an. Man wird abgewertet und die eigenen sexuellen Gelüste tabuisiert und versucht in einem ein Schamgefühl zu wecken.


Ein weiterer Punkt, über den dann gerne gemeckert wird ist, wenn ein Mann Bedauern empfindet, wenn die Partnerin das sexuelle Interesse nicht teilen kann. Ich vermute nicht, dass eine Frau Freude strahlend ihren Partner ansieht und Ihm sagt „ Finde ich super, dass du nicht meine Möse ausschlecken möchtest, weil du den Geschmack ekelhaft findest“. Ich denke jeder hat ein Recht darauf etwas zu bedauern, wenn es ihm sehr wichtig ist. Im Kern sollte sich doch jeder frei fühlen dürfen, sofern er die Grenzen der Anderen wahrt. Und ich habe das Gefühl, dass die Männer hier gelegentlich das kürzere Ende erwischen.


Ich wüsste gerne, was die Herren hier nicht nur darüber denken, sondern auch, wie sie zu diesem Thema empfinden (ungewohnte Frage, nicht wahr?). Und die Damen fragen, ob sie mit meinem Punkt etwas anfangen können.


Gruß,


das Dosenpfand

23. Oktober 2018 um 16:42
In Antwort auf dosenpfand

 In meinen Augen lässt sich über sexuelle Vorlieben nur wenig streiten. Menschen sind verschieben und so sind ihre Vorlieben. Und wenn man seine Vorlieben aufzwingen, oder durchsetzen will, so hat dies weniger etwas mit Sex zu tun, sondern ist generell verwerflich.


Jetzt habe ich allerdings das Gefühl, dass wenn ein Mann auf Dinge, wie Analsex, Körperbesamung (insbesondere das Thema Gesicht), oder was auch immer, an ausgefalleneren Sachen steht, dafür sehr gerne abgestraft wird. Durch die Jahre habe ich bei solchen Themen oft gelesen, dass manche Frauen sich darüber beschweren, dass zu viele Männer perverse sind, die durch Pornos praktisch psychisch krank gemacht wurden (was ein leidiges Thema).


Über so was habe ich immer hinweg gelesen, aber mit der Zeit habe ich mehr über Kommentare dieser Art nachgedacht und empfinde diese bei genauerer Betrachtung recht beleidigend. Ich weine mich deswegen nicht in den Schlaf, aber es fühlt sich irgendwie nach einer Art allgemeinen Stimmung ungerechter Behandlung an. Man wird abgewertet und die eigenen sexuellen Gelüste tabuisiert und versucht in einem ein Schamgefühl zu wecken.


Ein weiterer Punkt, über den dann gerne gemeckert wird ist, wenn ein Mann Bedauern empfindet, wenn die Partnerin das sexuelle Interesse nicht teilen kann. Ich vermute nicht, dass eine Frau Freude strahlend ihren Partner ansieht und Ihm sagt „ Finde ich super, dass du nicht meine Möse ausschlecken möchtest, weil du den Geschmack ekelhaft findest“. Ich denke jeder hat ein Recht darauf etwas zu bedauern, wenn es ihm sehr wichtig ist. Im Kern sollte sich doch jeder frei fühlen dürfen, sofern er die Grenzen der Anderen wahrt. Und ich habe das Gefühl, dass die Männer hier gelegentlich das kürzere Ende erwischen.


Ich wüsste gerne, was die Herren hier nicht nur darüber denken, sondern auch, wie sie zu diesem Thema empfinden (ungewohnte Frage, nicht wahr?). Und die Damen fragen, ob sie mit meinem Punkt etwas anfangen können.


Gruß,


das Dosenpfand
 

Kurz auf den Punkt gebracht. Dein Gefühl ist dein Gefühl.  Wenn du dich abgestraft oder bleidigt fühlst, dadurch das andere gewisse Vorlieben nicht teilen oder sogar ablehnen dann empfindest du das vielleicht als persönliche Ablehnung. 

Dein abschreckendes Beispiel besagt das Kommunikation nicht gelingt. Grenzen sollten auch in der Kommunikation eingehalten werden. 

LG Sis

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23. Oktober 2018 um 17:00

Prinzipiell bin ich ganz deiner Meinung, was deinen Ausgangspunkt angeht. Ja, so wie Menschen verschieden sind, sind auch ihre sexuellen Vorlieben verschieden, und das ist absolut in Ordnung. Auch sollten eben jene Vorlieben akzeptiert und respektiert werden, wozu auch gehört, dass ein "Nein" und Tabus akzeptiert und eben auch respektiert werden sollten.

Sofern sich alles in diesem Rahmen und mit Respekt gegenüber den anderen abspielt, finde ich, ist alles in Ordnung. Jeder Part sollte in einer gesunden sexuellen Beziehung das Recht haben seine wünsche zu äußern, sowie seine Grenzen und Tabus ab zu stecken ohne dafür in irgend einer Art und weiße angegriffen zu werden.

Was das Thema Pornos angeht, bin ich jedoch geteilter Meinung. Ich habe schon das Gefühl, das die Verfügbarkeit und damit der höhere Konsum an Pornos teilweiße Einfluss auf die sexuelle Phantasie haben kann und dieser nicht immer positiv sein muss. Ein Porno ist in erster Linie eine Filmproduktion, genau so wie jede andere auch. Und dementsprechend sind sie auch genau so realistisch wie andere Filme, beispielsweiße Superhelden-Filme. Nur scheinen einige das nicht zu verstehen. 
Ich habe selbst kein Problem mit Anal, oder damit mit Sperma angespritzt zu werden, ich mag es sogar, es macht mir Spaß und erregt mich. Allerdings sind die Antworten der Männer auf die Frage, wieso sie das gerne ausprobieren möchten manchmal sehr schwierig. Sätze wie "weil das in Pornos immer so geil aussieht" oder "weil sie richtig feste und hart in den arsch zu *** bestimmt geil ist und ihr zeigt wer das sagen hat"  (autsch) sind Antworten, die ich auf die Frage schon gehört habe. Und dann, wenn ich so etwas höre, dann tuen mir die Frauen leid, an denen besagte Herren sich dann das erste mal ausprobieren. Ein ähnliches Thema ist Deepthroat. Nicht jede Frau kann den Penis komplett in den Mund nehmen, und nicht jede Frau steht darauf, wenn sie hart in den Mund ge*** wird. Aber durch Pornos meinen wohl immer mehr Männer es sei normal, oder eine Frau müsse generell dazu herhalten. Wenn das ganze so weit geht, dass Menschen nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können, also in dem Fall zwischen Porno und Realität, ja in diesen Fall (Aber auch nur dann), handelt es sich wirklich um eine psychische Erkrankung.

Das ganze soll nun nicht als Ausrede dazu herhalten, die Vorlieben einer anderen Person oder sie selbst als Pervers ab zu stufen. Wenn einem die Vorlieben einer anderen Person nicht gefallen, dann kann man das thema ignorieren, oder eben akzeptieren, dass die Person anders ist. Es geht allgemein um Respekt, Einfühlungsvermögen, die richtige Kommunikation und die Akzeptanz der Realität. Ist das gegeben sollte jeder glücklich Leben und Leben lassen.

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23. Oktober 2018 um 17:38

Ich finde against-all-odds hat sehr deferenziert geschrieben und pan reflexartig sexuelle Begierden als typischen männliche Pornofantasien abqualifiziert. Eine EX hat mir in der 2 Nacht gesagt, dass sie es liebt auf den Bauch gespritzt zu bekommen. Es ging von ihr aus und nein, wir hatten keinen Porno geschaut, der sie auf die Idee gebracht hatte. Es kam aus ihrem innersten Gefühl ihrer Sexualität. Und sie hatte den Mut es auszusprechen. Kann ja sein, das Mann sagt : du bist ja pervers und haut ab. So war es eine lange schöne Beziehung.

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23. Oktober 2018 um 17:49

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.


@ ">panunion1 : Bei deinen Äußerungen bemerke ich, wie gleich die Aggro Keule geschwungen wird. Es ist genau dieses Verhalten, welches ich bemängeln möchte.




@ ">against-all-odds-84 : Was bringt dich in den Zwiespalt? Ich möchte nur dafür einstehen, dass wir ein Recht auf den emotionalen Zustand des Bedauerns haben. Daraus folgt nicht, dass dieser „Missstand“ in irgend einer Form aufgelöst werden müsste. Was die Erniedrigung angeht, so ist meine Empfindung was das Gesicht angeht, durchaus vollkommen anders. Aber dies ist finde ich einer der sehr interessanten Punkte, es gibt gewisse Akte und Praktiken, die von der Gesellschaft ein gewisses Stigma übergestülpt bekommen. Jetzt steht das Individuum davor und empfindet aber ganz anders. Und dann kommt es zu den Kommunikationsproblemen, wenn einer einfach mal dumm eine Frage stellt und gleich die Aggro Keule als Antwort bekommt.


@ ">lauracurios : Danke für die zutreffenden Worte. Was die Pornographie angeht, verstehe ich genau, was du meinst. Ich komme aus diesem wissenschaftlichen Umfeld und ich habe auf Kongressen und in der Fachliteratur bisher nur negatives und wenig brauchbares zu dem Thema vernommen. Das Problem ist Pornographie hat natürlich einen Effekt, die frage ist welchen, auf wen und in welcher Form. In meinen Augen gibt es positive und negative Effekte, daher die Pornographie allerdings in der Gesellschaft (hier ist der wissenschaftliche Konsens leider mit inkludiert), diese aber vorverurteilt, kann es keine sinnführenden Ergebnisse geben. We don‘t know shit.

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23. Oktober 2018 um 18:05

Es gibt aus der Gesellschaft die Vorstellung, dies sei erniedrigend. Ich kann dir aber aus der persönlichen Erfahrung sagen, dass dies nicht zwangsläufig so determiniert ist. Wir können unsere eigenen Regeln aufstellen und die Dinger hinterfragen.

Ich empfinde es so, als ob du uns deine Meinung aufzwingen möchtest und den Themen den Anschein einer objektiven Wahrheit verpasst. Die Welt ist aber wesentlich komplexer als; Männer wollen Frauen erniedrigen und Sex ist dazu unser Machtinstrument.

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23. Oktober 2018 um 18:07

Nicht wertend... Aha.

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23. Oktober 2018 um 18:29

Aber sind Sexualität und Empfindungen nicht einfach zu individuell und intim als sie so klar definieren und besetzen zu können? Für mich hat Dominanz und ein Machtgefälle seine Wurzeln im Innenverhältnis einer Beziehung und nicht in einer Praktik.

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