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15. Mai 2002 um 12:42

„Möchten Sie etwas trinken?“ Aus dem Halbschlaf gerissen, sehe ich die Stewardess sanft lächelnd vor mir stehen, den Getränkewagen neben sich.
„Darf ich mal die Flaschen sehen?“ Was guckt die denn so dumm, eh schon eine Unverschämtheit, dass es hier nur 0,2l gibt.
Ich entscheide mich für O-Saft, der ist so schön handlich.

Als die Bordtoilette endlich frei ist kann ich allein mit meiner Flasche sein. Die Turbulenzen sind dabei sehr hilfreich. Auch, dass die Beleuchtung ausfällt, stört mich nicht, denn die Notbeleuchtung besteht Gott sei Dank aus einer UV-Lampe, so dass die Urinspuren auf Wand, Boden und Türdrücker den Raum ausreichend beleuchten.

Der Klempner, der mich eine Stunde später vom Vakuum befreit, meint, ich hätte den Deckel drauflassen sollen. Na ja, trag ich halt eine Weile Binden, bis meine Muskulatur wieder kräftig genug ist, um einen Tampon zu halten.

Nach der Landung erst mal in den Supermarkt. Da stehen sie, prall und aufrecht in Reih und Glied, die 2,5l-PET-Flaschen.
Mir wird ganz heiß. Phantasien steigen in mir hoch, von bis zu 60 Flaschen, die auf eine Frau kommen.
Ich raffe den Wagen voll und eile zur Kasse. Endlich darf ich auch mal bezahlen.

Die Erinnerungen werden wach, an das Nacktbaden damals, mit 17. Sieben Jungs waren dabei, zwei von ihnen wurden zwar durch meine offene Art derartig traumatisiert, dass sie seitdem versuchen, ihre Penisse mit Saugglocken zu vergrößern, aber die anderen fanden das einen angemessenen Rahmen für ihr erstes Mal.
Das Video, dass mein Mathelehrer dabei aus dem Gebüsch heraus drehte, war ein echtes Highlight beim kulturellen Abend zur Abi-Feier und da sich meine Eltern von mir lossagten, brauchte ich eh einen Job und so wurde der Grundstein zu meiner Karriere gelegt.

Vom Supermarkt fahre ich raus zum Drehort auf dem Eiland Pähnforoll, südlich von Dudummdom.
Der Regisseur möchte eine Throating-Szene drehen, mir wird ein bisschen schwindelig, aber bis ich merke, dass „unkaputtbar“ das gleiche ist, wie „unsinkbar“, geht’s eigentlich noch.

Die bunten Lichteffekte im Hintergrund und die Tatsache, dass ich schwebe, lassen mich vermuten, dass ich bewusstlos bin. Vor mir steht ein sehr kleiner Mann, der mit breitem Lächeln freundlich seinen Hut lupft. „Gestatten, Rossi.“
„Herr Rossi, was tun Sie denn hier?“ „Ich suche das Glück.“ „Werden Sie es denn jemals finden?“ Herr Rossi lacht verschmitzt. „Das will ich doch gar nicht, wo wäre denn dann die Legitimation, alles auszuprobieren?“ Das leuchtet mir ein und so lasse ich Herrn Rossi allein auf seinem LSD-Trip.

Als ich zu mir komme, bemerke ich die Krankenschwestern, die kichernd mit Skalpellen hinter den Blubberbläschen herjagen, die mir aus Nase und Ohren steigen.
Der Chefarzt meint, die ausgebrochenen Zähne könnten reimplantiert werden.

Trotzdem suche ich mir, glaube ich, einen neuen Job. Vielleicht im Getränkemarkt...

Miranda

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15. Mai 2002 um 13:04

G I G A N T I S C H
Hi Miranda,

das war die absolut spitzenmässige Zusammenfassung aller "Geschichten" der letzten Tage hier in den Foren.

Der Tag ist für mich gelaufen (*lach*)...

cu,
Havanna21

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15. Mai 2002 um 15:00

*looooooool*

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15. Mai 2002 um 15:10

*looooooooooooooolllll*
selten so herzhaft gelacht.

Was für eine wunderschöne Zusammenfassung

Liebe Grüße
Buffy

*Bauchschmerzen vor Lachen hat*

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